Modellpflege in der Business-Klasse

Das Facelift des BMW 5er dürfte eine spezielle Kundengruppe besonders freuen

Fahraufnahme eines weißen BMW 5er der siebten Generation (G30) nach dem Facelift.
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Mit dem Facelift hat der BMW 5er schmalere Frontscheinwerfer bekommen.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der BMW 5er gehört neben der Mercedes-Benz E-Klasse und dem Audi A6 zu den beliebtesten Fahrzeugen der oberen Mittelklasse. Jetzt hat der Münchner Autobauer dem Modell ein Facelift spendiert.

  • Die Business-Modelle der BMW-5er-Reihe und der eng verwandte BMW 6er bekommen ein Facelift
  • Die Modellpflege beinhaltet Änderungen an den Scheinwerfern und Heckleuchten
  • Eine weitere Neuerung beim BMW 5er ist von Vorteil für einen bestimmten Kundenkreis

München – An sich wollte BMW die Modellpflege seines erfolgreichen BMW 5er auf der Automesse in Korea feierlich enthüllen. Doch die Corona-Pandemie machte auch diese offizielle Weltpremiere zunichte. Auf den Markt kommt das aufgefrischte Modell ebenso wie der eng verwandte BMW 6er dennoch im Juli. Gebaut wird der BMW 5er übrigens im BMW-Werk Dingolfing sowie bei Magna Steyr in Graz. Die Hauptkonkurrenten des Münchner Modells der oberen Mittelklasse sind der Audi A6 und die Mercedes-Benz E-Klasse.

BMW 5er Facelift: Designänderungen orientieren an den Topmodellen der Oberklasse

Keine große Überraschung, dass sich der neue BMW 5er und BMW 6er des Modelljahres 2021 bei den Designüberarbeitungen an den jüngsten Topmodellen BMW 7er und BMW X7 orientieren. Insofern sind die Frontscheinwerfer schmaler und durch die L-Form etwas einprägsamer geworden. Eine neue Lichtsignatur der LED-Bögen gibt es auch am Heck. Viel ist optisch jedoch sonst nicht passiert.

Technisch waren die Veränderungen beim BMW 5er tiefgreifender, denn die Vier- und Sechszylindermotoren sind nach der Überarbeitung erstmals mit einem 48-Volt-Bordnetz ausgestattet, das die Verbräuche nennenswert senken soll. Der 48-Volt-Startergeerator entlastet mit einer Zusatzleistung von 8 kW (11 PS) den Verbrenner, boostet bei Bedarf und drückt nebenbei den Realverbrauch. Gab es bisher mit dem BMW 530e nur eine Variante mit Plug-In-Hybridantrieb, so wird das Angebot um einen imageträchtigen Sechszylinder erweitert, der ab November von der Antriebseinheit des BMW 745e beflügelt wird.

Mit dem Facelift ist im BMW 5er nun optional ein Navi-Display mit einer maximalen Größe von 12,3 Zoll erhältlich.

BMW 5er Facelift: Neues Lenkrad und größeres Navi-Display werten den Innenraum auf

Erstmals wird für die beiden BMW-5er-Versionen mit Plug-In-Antrieb auch die Hinterachslenkung verfügbar sein, die mehr Dynamik bei schneller Fahrt und eine größere Wendigkeit in der City bietet. Aus BMW 7er und BMW X7 wandern auch die bekannten Bedien- und Anzeigeelemente in den aufgefrischten BMW 5er. Neben dem Display hinter dem ebenfalls neuen Lenkrad gibt es in 10,25 Zoll großes Anzeigefeld für Navigation und die zahlreichen Funktionen, das sich optional auf zeitgemäße 12,3 Zoll aufstocken lässt. Neu sind ebenfalls die vorderen Sitze, die wahlweise als Sport-, Normal- oder klimatisierter Komfortsitz zu bekommen sind.

Mehr als bisher stehen die Plug-In-Hybride im Vordergrund des BMW-5er-Portfolios. Neben dem bekannten BMW 530e, der mit einer Leistung von 215 kW (292 PS) wahlweise mit Hinterrad- und Allradantrieb sowie als Limousine und Kombi den Einstieg bildet, ist erstmals der BMW 545e im Programm, der nicht von einem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbo, sondern einem drei Liter großen Reihensechszylinder angetrieben wird. Während der BMW 530e 230 / 235 km/h schnell ist und 1,7 Liter bzw. 13,7 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, bietet der BMW 545e mit seinen 290 kW (394 PS) und 600 Nm deutlich mehr Leistung. Aus dem Stand geht es für den PHEV-Allradler in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 und bei 250 km/h wird abgeriegelt. Dem Normverbrauch von 2,1 Litern / 15,3 kWh steht eine elektrische Reichweite von 54 Kilometern gegenüber. Der kleinere BMW 530e schafft mit 58 Kilometern kaum mehr.

BMW 5er Facelift: darum dürfte sich eine bestimmte Kundengruppe besonders freuen

Das zusätzliche Angebot eines weiteren Plug-In-Hybriden dürfte alle potenziellen BMW-5er-Fahrer freuen, die ein Anrecht auf einen Dienstwagen haben, den sie auch privat nutzen dürfen. Denn wenn ein Plug-in-Hybrid mindestens 40 Kilometer rein elektrisch fährt oder nach der WLTP-Norm maximal 50 Gramm CO2 ausstößt, muss das Fahrzeug nur mit 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises versteuert werden.

Die Heckleuchten des BMW 5er Touring haben mit dem Faceflift eine neue Lichtsignatur erhalten.

Das weitere Antriebsportfolio des BMW 5er bleibt bei Limousine und Touring abgesehen von den 48-Volt-Bordnetzen unverändert und so bieten die Benziner BMW 520i, BMW 530i und BMW 540i ein Leistungsspektrum zwischen 135 kW (184 PS) und 245 kW (333 PS). Die Normverbräuche liegen zwischen 5,3 und 7,0 Litern. Neben dem erst später vorgestellten BMW M5 bleibt der M 550i xDrive mit 390 kW (530 PS) und einem maximalen Drehmoment von 750 Nm zunächst das Topmodell.

Deutlich interessanter dürften für viele BMW-5er-Kunden die sparsamen Diesel sein. Hier gibt es unverändert BMW 520d, BMW 530d und BMW 540d, wobei nur der Basismotor von einem 190 PS starken Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum angetrieben wird, der 4,1 Liter Diesel verbraucht und bereits 235 km/h schnell ist. Die beiden darüber positionierten Sechszylinder mit drei Litern Hubraum leisten 210 kW (286) PS sowie 250 kW (340 PS). Der BMW 540d ist dabei als Limousine oder Kombi nur als Allradler zu bekommen.

Facelift für BMW 5er und BMW 6er: so viel kosten die aufgefrischten Modelle

Der BMW 6er GT wird als BMW 630i und BMW 640i mit gleichen Antrieben wie der BMW 5er im Werk Dingolfing vom Band laufen. Genauso sieht es bei den Dieselversionen aus, wobei hier jedoch neben BMW 630d und BMW 640d xDrive auch die 190 PS starke Basisversion des 620d angeboten wird.

Handschaltungen sind beim BMW 5er und BMW 6er ohnehin nicht mehr im Programm und alle Modelle sind mit einer ZF-Achtgang-Automatik ausgestattet. Der Basispreis des BMW 520i als Limousine liegt bei 49.100 Euro; der BMW 5er Touring beginnt bei 51.300 Euro. Ab Juli werden die neuen Modelle ausgeliefert; der BMW 545e zieht jedoch erst im November nach. Zum Sommer rollt auch der BMW 6er GT an, der als BMW 620d bei 62.800 Euro startet. Die BMW 6er-GT-Modelle haben im Vergleich zum darunter positionierten 5er BMW eine höherwertige Ausstattung mit Details wie beheizten Ledersitzen, 12,3-Zoll-Display oder einem mit Kunstleder bespannten Armaturenbrett inklusiv Kontrastnaht.

Von Stefan Grundhoff (press-inform)

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