Kommunikation mit Ampeln

Facelift: Der Audi Q5 fährt jetzt auf der „grünen Welle“ – aber leider nicht überall

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Audi verpasst dem Q5 eine Modellpflege, die interessante technische Neuerungen bereithält. Unter anderem kommuniziert das SUV jetzt mit Ampeln und empfiehlt dem Fahrer die passende Geschwindigkeit für die „grüne Welle“. Allerdings hat die Sache einen Haken.

  • Audi spendiert dem Q5 der zweiten Generation ein Facelift
  • Für das SUV gibt es neue Farben und Verbesserungen bei der Sprachsteuerung
  • Die spannendste Neuerung ist die Ampel-Kommunikation – doch das klappt bei weitem noch nicht überall

Ingolstadt – Ein schöner Rücken kann auch entzücken, heißt es. Bei Audi definiert sich die Kehrseite bei der Modellpflege des Q5 über die Rückleuchten, die mit OLEDs bestückt sind – also organische Dioden, die selbst Licht ausstrahlen. Der eine oder andere wird einen Fernseher im Wohnzimmer stehen haben, der diese Technologie nutzt. Beim Audi Q5 können die Kunden jetzt aus drei Rücklichtsignaturen wählen und wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer dem Audi-SUV von hinten näher als zwei Meter kommt, leuchten alle Elemente der Rückleuchten. Sozusagen ein visueller Igel-Modus. Wer diese Lichtorgel will, muss zwischen 900 und 1.300 Euro hinlegen.

Audi Q5 Facelift: Unter anderem sind neue Farben für das SUV erhältlich

Bei Audi (Horror-Crash im Q7 – Familie unverletzt: „Werde den Audi-Ingenieur ...“) definieren sie sich ohnehin stark übers Licht. Also sind LED-Scheinwerfer serienmäßig und wer noch einige Euro drauflegt, bekommt das gute Matrix Licht. Ansonsten fallen die Designänderungen bei der Modellpflege überschaubar aus. Der Oktagon-Single-Frame-Grill ist etwas flacher und betont die Breite des Fahrzeugs. An der Flanke soll ein neuer Schwellenansatz dem Auto mehr Leichtigkeit geben – zumindest nach dem Willen der Designer. Ein paar neue Farben gibt es – darunter ein schickes Grün. Apple hat es beim iPhone vorgemacht und die Ingolstädter springen nur allzu gerne auf diesen Zug auf. Gebaut wird der Audi Q5 seit 2016 in Mexiko, lediglich die Version mit langem Radstand läuft in China vom Band.

Mit dem Facelift bekommt der Audi Q5 unter anderem neue Farben – wie etwa dieses Grün.

Audi Q5 Facelift: Die Sprachsteuerung hört jetzt besser zu

Ansonsten haben die Techniker das Infotainment rund um dem 10,1 Zoll großen Touchscreen etwas aufgepeppt. Die Navigation setzt umgangssprachliche Eingaben (Warum manche Sprachassistenten im Auto oft nur Bahnhof verstehen) besser um und findet jetzt Toiletten entlang der Route. Deutlich nützlicher ist die Tatsache, dass gesperrte Fahrspuren jetzt angezeigt werden.

Die Marke Audi
HauptsitzIngolstadt
Gründungsjahr1909
ChefMarkus Duesmann
Bekannteste ModelleA3, A4, A6, A8, Q3, Q5, Q7, R8
Ausgelieferte Fahrzeuge 20191.845.550

Wer will, kann jetzt Funktionen per „My Audi App“ nachträglich ordern, die bei der Bestellung nicht angekreuzt waren. Das hat man offenbar von Tesla („Kurzzeitiger Systemfehler“: Deutscher bestellt versehentlich 27 Tesla Model 3) gelernt. Sinnvoll ist es auf alle Fälle. Auch Amazons Alexa hält im Ingolstädter SUV Einzug.

Den Audi Q5 gibt es auch weiterhin als Plug-in-Hybrid, Diesel und Benziner.

Bei den Motorisierungen tut sich nicht besonders viel. Das gilt vor allem für die Plug-in-Hybriden (Plug-in-Hybride: Kann man mit den Teilzeit-Stromern wirklich Geld sparen?), die wieder in zwei Leistungsvarianten mit 220 kW (299 PS) sowie 270 kW (367 PS) Systemleistung angeboten werden. Trotz der Kraft des Antriebsstrangs, verpassen es die Ingolstädter, sich beim elektrischen Fahren von der Konkurrenz abzusetzen. Denn die nominelle Reichweite steigt von rund 40 Kilometern lediglich auf etwa 50 Kilometer. Vermutlich sind die Extra-Kilometer das Resultat von Effizienzverbesserungen und eben nicht von neuen Batteriezellen. Auch da haben die Audianer von Apple gelernt.

Mit der Modellpflege beherrscht der Audi Q5 nun die Kommunikation mit Ampeln – allerdings nur in zwei Städten.

Audi Q5 Facelift: In Europa gibt es den SQ5 weiter nur als Diesel

Beim Erscheinungsdatum des Audi Q5 ab Herbst / Winter ist der 2.0 TDI mit 150 kW (204 PS) samt Mild-Hybrid-System (MHEV) erhältlich. Später folgen zwei weitere Zweiliter-Diesel mit 100 kW (136 PS) und 120 kW (163 PS). Ein Dreiliter-V6-TDI mit wird das Selbstzünderangebot abrunden. Wir gehen wie bisher von mindestens 170 kW (231 PS) aus, während ein bulliger Audi SQ5 TDI mit leicht reduzierten 251 kW (341 PS, vorher 255 kW/347 PS) die Speerspitze bildet. Alle Diesel sind mit der VW-bekannten SCR-Twindosing-Technologie ausgestattet.

Bei den Benzinern geht es mit dem Zweiliter-TFSI mit 150 kW (204 PS) und 195 kW (265 PS) los. Auf einen Audi SQ5 TFSI warten die Europäer vergebens, der ist den Nordamerikanern und Asiaten vorbehalten. Grundsätzlich haben die Vierzylinder Motoren ein 12-Volt-MHEV-System an Bord, bei den Sechszylindern ist es ist die 48-Volt-Mildhybridisierung. Die Vierzylinder-Triebwerke werden mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, während bei Sechszylinder-Triebwerken die Achtstufen-Tiptronic-Wandlerautomatik die Schaltarbeit verrichtet

Audi Q5 Facelift: Das Auto kommuniziert mit Ampeln – aber nur in diesen Städten

Eine ziemlich spannende technische Neuerung hat der aufgepeppte Audi Q5 noch zusätzlich an Bord: Er setzt auf Schwarmintelligenz, kommuniziert jetzt mit Ampeln und mit anderen Fahrzeugen. Damit bekommt der Fahrer eine Geschwindigkeitsempfehlung, um auf der „grünen Welle“ durch die Stadt zu schwimmen. Dazu nutzt das Audi-System die Ampelsteuerung der jeweiligen Stadt. Um diese Car2X-Kommunikation zu gewährleisten, müssen Autos und Städte mit diesen Funktionalitäten ausgerüstet sein – aktuell klappt das leider nur in Ingolstadt und Düsseldorf (Wolfgang Gomoll / press-inform).

Rubriklistenbild: © Sagmeister Photography/Audi

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