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Audi Grandsphere Concept: Sieht der nächste A8 aus wie in dieser Studie?

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der Audi Grandsphere Concept ist mehr als eine Konzeptstudie. Der elegante Prototyp gibt einen ziemlich konkreten Ausblick auf den Nachfolger des Audi A8.

Ingolstadt – Es war einer dieser Tage, die Designer eigentlich nicht besonders mögen. Es ging um den Nachfolger des Audi A8, der Ende 2024 auf den Markt kommt. Marc Lichte (52), oberster Formgeber des Ingolstädter Autobauers, sollte seine Ideen der Chefetage des VW-Konzerns präsentieren. Normalerweise eine Situation, bei der die Kreativität der Designer augenblicklich eingebremst wird. „Zu teuer“, „technisch nicht realisierbar“, heißt es dann – oder schlicht: „Trifft den Geschmack der Kunden nicht.“ Doch diesmal kam alles anders. VW-Konzernboss Herbert Diess (62) erteilte Marc Lichte mit der Aussage: „Audi war immer dann erfolgreich, wenn man mutig war“ quasi einen Freifahrtschein, um neue Wege zu beschreiten. (VW-Boss Herbert Diess kritisiert Ladenetz – interner Zoff garantiert)

Der Audi Grandsphere Concept
Die Studie Audi Grandsphere Concept gibt einen Ausblick auf die kommende Generation des A8. © Audi

Audi Grandsphere Concept: Sieht der nächste A8 aus wie in dieser Studie?

Das lässt sich ein kreativer Kopf natürlich nicht zweimal sagen. Das Resultat: der Audi Grandsphere Concept. Die Studie steht auf der IAA Mobility 2021 und gibt einen ziemlich konkreten Ausblick auf die nächste Generation des Audi A8. Auf 75 bis 80 Prozent schätzt Marc Lichte die Serienreife des Konzeptautos, das mit einer Länge von 5,35 Metern und einem Radstand von 3,19 Metern eine bemerkenswerte Präsenz hat. Audis neues Flaggschiff, das zum Jahreswechsel 2024/25 eine neue Ära einläuten soll, bricht mit vielen Konventionen. Zunächst führt der Audi Grandsphere den Betrachter optisch in die Irre. Blickt man von schräg hinten auf die Studie, kommt einem die Fronthaube noch relativ normal vor. Doch sobald man nach vorne geht, sieht man, dass von der mächtigen Haube, die einst vielzylindrige Motoren beherbergte, nicht mehr viel übrig ist. (Audi löscht gefeiertes Werbevideo auf YouTube – aber warum?

Audi Grandsphere Concept: „Die Haube ist radikal kurz“

„Die Haube ist radikal kurz. Die kürzeste, die ich je entworfen habe“, sagt Marc Lichte. Ähnliches gilt für die elegante Silhouette des Konzeptautos, die mehr einem GT als einer klassischen Stufenheck-Limousine gleicht, deren Zeiten wohl ohnehin vorbei sind. Doch auch hier täuscht der Eindruck: Der Audi Grandsphere ist im Grunde ein Van mit jeder Menge Platz. Ein elegantes Fahrzeug, mehr Gleiter als Trutzburg. Kniffe wie die weit ausgestellten Seitenscheiben, die sich zum Dach hin schlagartig nach innen verjüngen, und der markante Heckspoiler resultieren in einer sehr guten Aerodynamik, die sich in einem Plus an Reichweite niederschlägt. (IAA Mobility 2021 in München: Diese Neuheiten warten auf die Besucher)

Der Audi Grandsphere Concept
Abschied von der klassischen Limousinen-Bauform: Der Audi Grandsphere Concept zeigt eine GT-Silhouette. © Audi

Audi Grandsphere Concept: E-Reichweite von 750 Kilometer geplant

Die soll dank einer 120-Kilowattstunden-Batterie mehr als 750 Kilometer betragen. Beim Laden setzen die Audi-Ingenieure aktuell noch auf die 800-Volt-Technik, aber bis Ende 2024 fließt noch viel Wasser die Donau hinunter. Kraft hat der Audi Grandsphere genug. Die kommt von zwei Elektromotoren mit insgesamt 530 kW / 721 PS Leistung, einem Drehmoment von 930 Newtonmetern und einer Höchstgeschwindigkeit jenseits der 200 km/h. Das ist fahrdynamische Souveränität pur, aber alte Welt. Die neue Welt heißt autonomes Fahren. Der Grandsphere soll in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Autonomie-Level 4 beherrschen. Ambitionierte Pläne, wenn man sich vor Augen hält, dass der aktuelle Audi A8 einst als Level-3-Auto angekündigt war, aber bis heute nicht auf diesem Autonomie-Level unterwegs ist.

Platz ist der neue Luxus. Deswegen wurde der Grandsphere von innen nach außen entwickelt. „Wir machen aus der Business Class hinten rechts die First Class vorne links. Das ist die eigentliche Revolution“, strahlt Mark Lichte. Auf Wunsch kann die Sitzlehne auf 60 Grad nach hinten geneigt werden. Die Sitzprobe ergab, dass man wirklich wie im Flieger von München bis nach Hamburg durchschlafen kann. Auch, weil die Pedale und das Lenkrad komplett verschwinden. Das wird bei der Serie anders sein, da wird das Lenkrad sich zwar ebenfalls zurückziehen, aber sichtbar bleiben. (Audi Skysphere Concept: Sieht so die Zukunft des Autos aus?)

Blick in den Innenraum des Audi Grandsphere Concept
Als Studie hat der Audi Grandsphere Concept kein Lenkrad mehr – der Serien-A8 wird aber definitiv eines bekommen. © Audi

Audi Grandsphere Concept: Armaturenbrett mit durchgängigem Display

Zum überragenden Raumgefühl trägt auch das Richtung Windschutzscheibe gerückte schmale Armaturenbrett bei, das ein durchgängiges Display ziert. Beim Konzeptauto werden die Anzeigen wie bei einem Beamer auf die Holz-Applikationen projiziert. „Wir arbeiten noch an der Umsetzung“, ordnet Marc Lichte die Technik ein. Im ersten Schritt wird der Audi Grandsphere noch mit konventionellen Monitoren bestückt werden. Die Displays können aber nicht nur für Informationen zur Geschwindigkeit oder der Restreichweite genutzt werden, sondern auch für Videospiele, Filme oder das TV-Programm. Um dieses Infotainment realisieren zu können, wird der Ingolstädter Autobauer Hightech-Giganten wie Apple oder Google und Streamingdienste wie Netflix ins Boot holen.

So kann eine automobile Mutprobe aussehen. Übrigens hat auch Audi-Chef Markus Duesmann (52) beim Anblick des Grandsphere den Daumen nach oben gereckt. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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