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Mercedes in der Krise: Kunden müssen jahrelang auf Neuwagen warten

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Von: Simon Mones

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Chips, Aluminium und Magnesium sind in der Automobilbranche aktuell Mangelware. Für Mercedes-Kunden müssen deswegen länger auf ihren Neuwagen warten.

Stuttgart – Wie viele andere Hersteller leidet auch Mercedes unter der aktuellen Situation in der Automobilindustrie. Kaum war die Corona-Pandemie überstanden, wartete mit dem globalen Chipmangel gleich die nächste Krise. Doch damit nicht genug, auch Aluminium und Magnesium sind derzeit Mangelware, was die Hersteller zusätzlich unter Druck setzt. Die Wartezeiten für die Kunden werden immer länger.

Wie dramatisch die Situation wirklich ist, zeigt eine interne Übersicht von Anfang November zu den „Lieferzeiten Pkw“ der Daimler-Tochter Mercedes, die der Business Insider einsehen konnte. Demnach müssen die Kunden des Premiumherstellers aus Stuttgart deutlich länger auf ihre Neuwagen warten als bislang angenommen. (Mercedes EQB im Test: Das kann er besser als die elektrische A-Klasse)

Mercedes in der Krise: Kunden müssen jahrelang auf Neuwagen warten

Das Dokument zeigt deutlich, wie sehr die Material-Engpässe Mercedes treffen. Abhängig vom Modell kann die Wartezeit bis zu zwei Jahre betragen. Neben der G-Klasse gilt das auch für die Maybach-Version der S-Klasse sowie den Luxus-Stromer EQS. Während es bei der G-Klasse jedoch Hoffnung gibt, über die Quote eines anderen Mercedes-Händler früher an den begehrten Neuwagen zu gelangen, sieht es beim EQS deutlich schlechter aus. (Daimler in Bedrängnis: Kraftfahrtbundesamt sorgt nach Gutachten für Klarheit)

Mehrere Mercedes-Logos vor der Montage. (Symbolbild)
Mercedes hat derzeit mit langen Wartezeiten zu kämpfen. (Symbolbild) © Mercedes-Benz AG

Bei dem Stormer sei demnach „kein Einbuchen bereits platzierter Aufträge mit Zweifarblackierung für 2022/ 2023 möglich“. Darüber hinaus seien „weitere Coderestriktionen“ zu beachten – bestimmte Ausstattungen könnten also längerfristig entfallen. Und auch bei anderen Modellen sieht es bereits schlecht aus. (Daimler-Chef Ola Källenius spricht Klartext: Chipmangel bleibt ein Problem)

Mercedes in der Krise: Mehrere Modelle aktuell ausverkauft

Für die Hybridversionen des CLA Coupé (Baureihe C 118), CLA Shooting Brake (X 118) und GLA (H 247) geht Mercedes laut den internen Papieren von Lieferzeiten zwischen April und Juni 2023 aus. Die elektrifizierten Varianten des GLC und GLC Coupe listet die Daimler-Tochter gar als ausverkauft. (Mercedes-AMG SL: So emotional wird der neue Luxus-Roadster)

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Als Verbrenner sind diese – wie auch das kompakte Elektroauto EQA – erst im dritten Quartal 2022 lieferbar. Dann soll auch die A-Klasse wieder zu den Kunden rollen. Einen „Produktionsrückstand“ gibt es auch bei den Geländewagen GLE (V 167) und GLE Coupé (C 167) sowie GLS (X 167). Hier sollen die Händler nun die „Lieferzeit als Quartal bestätigen“. Heißt: „Aufträge werden circa drei Monate vorher eingebucht“. (Mann will Mercedes S-Klasse verkaufen – es endet ohne Geld noch Auto)

Mercedes in der Krise: Kunden stornieren ihre Bestellungen

Doch auch hier gibt es die Hoffnung, über den gleichen Weg wie bei der G-Klasse früher an einen Neuwagen zu kommen. Mit etwas Glück könnten jetzt getätigte Bestellungen dann im zweiten oder dritten Quartal 2022 ausgeliefert werden. Dass sich viele Kunden aufgrund der langen Wartezeiten verärgert zeigen, kommt wenig überraschend.

„Die Stornierungen häufen sich“, erklärte ein Mercedes-Händler in einem Hintergrundgespräch mit dem Business Insider, „und ehrlich gesagt – ich kann nicht nur jene Kunden verstehen, denen 24 Monate Lieferzeit die Zornesröte ins Gesicht treibt.“

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