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Mercedes verbündet sich mit Google – was passiert mit den Daten?

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Von: Marcus Efler

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Bei seinem neuen Betriebssystem setzt Mercedes auf eine Partnerschaft mit dem Google-Konzern Alphabet. Was bedeutet das für die Kunden?

Ob Navigationssystem, Soundanlage oder Smartphone-Vernetzung: Das, was Fahrer und Passagiere während der Fahrt im Auto bedienen können, und wie sie es tun, wird immer wichtiger – und verdrängt gerade bei Elektroautos zunehmend das Interesse an Motorleistung oder Fahrverhalten. Logischerweise investieren die Hersteller viel Entwicklungszeit und Geld in ihre Bedienoberflächen.

Mercedes verbündet sich mit Google – was passiert mit den Daten?

Cockpit der neuen Mercedes E-Klasse
Die neue E-Klasse bietet eine Vorstufe des Mercedes-Google-Systems. © Mercedes-Benz AG

Alternativ greifen sie auf ein vorgefertigtes System wie Android Automotive zurück, das sie ihren Bedürfnissen anpassen. Noch viel weiter geht bald Mercedes-Benz. Bislang standen die Stuttgarter einer tieferen Zusammenarbeit mit Silicon-Valley-Größen wie Apple eher skeptisch gegenüber, doch ihr nächstes Bediensystem, genannt Mercedes MB.OS, entwickeln sie gemeinsam mit Google – das wie Android zum Alphabet-Konzern gehört.

Mercedes verbündet sich mit Google – erste Stufe schon in der neuen E-Klasse

Einen Vorgeschmack gibt es bereits in der neuen E-Klasse, die diesen Sommer anrollt. Ab 2025 bekommen Mercedes-Modelle dann das volle Programm – und deren Fahrer völlig neue Optionen, auf die Daten des Suchmaschinen-Giganten zuzugreifen. So soll die laut Mercedes „neue Generation von Navigationssystemen im Auto“ bessere Live-Traffic-Daten liefern und zuverlässige Infos für das Laden von Elektroautos (obwohl das etwa im Mercedes EQB auch schon recht gut funktioniert).

Mercedes verbündet sich mit Google – Smartphone muss nicht mehr gekoppelt werden

Routen und Infos zu seinen persönlich favorisierten Zielen wie Restaurants oder Hotels erhält der Fahrer, ohne dass er dazu überhaupt noch sein Smartphone koppeln muss. Dazu sollen Passagieren komfortable Möglichkeiten für Video-Konferenzen, Games und Streaming von Video und Audio bekommen, und können Apps wie TikTok laden. Das bekannte Bediensystem MBUX bleibt dabei im Großen und Ganzen erhalten, das Mercedes-Google-System werkelt unter dieser Oberfläche.

Mercedes verbündet sich mit Google – Daten werden anonymisiert

Trotzdem könnte manchem Mercedes-Kunden die schöne neue Google-Welt in seinem Auto nicht ganz geheuer sein. Schließlich ist die Alphabet-Tochter als Daten-Krake berüchtigt, die mit dem Wissen über die Vorlieben und Gewohnheiten ihrer User enorme Gewinne scheffelt – ist das, was sein Auto bald über ihn weiß, überhaupt sicher? Mercedes beschwichtigt: „Die Daten an Google werden nur mit Zustimmung unserer Kunden weitergegeben und auch nur anonymisiert“, verspricht Technologievorstand Markus Schäfer im Spiegel, und betont: Wir behalten die Kontrolle über das Fahrzeug und seine Steuergeräte“.

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Schließlich handle es sich bei MB.OS nicht um ein eingekauftes System, sondern um eine gemeinsame Entwicklung. Letztendlich ist der Datenschutz auch im Interesse des Autobauers. Denn das Geschäft maßgeschneiderten Service-Diensten rund um Auto und Reise will man keinesfalls allein dem Silicon Valley überlassen.

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