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Mercedes-Fahrer kommt von Autobahn ab ‒ Freundin findet ihn mit WhatsApp: „Kleines Wunder“

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Von: Jasmin Pospiech

Ein Mann im Mercedes war nach Berlin unterwegs, als ihm ein Unfall passierte. Stundenlang lag er eingeklemmt da, bis ihn seine Freundin auf unglaubliche Weise fand.

Brandenburg an der Havel ‒ Es ist ein „kleines Wunder“, wie ein Mann kürzlich einen schweren Autounfall überlebte. Er musste wohl einen „Schutzengel“ gehabt haben, ist sich die Freiwillige Feuerwehr von Wollin bei Brandenburg sicher. In diesem Fall war es sogar die Freundin des 32-Jährigen, die ihn und das Autowrack auf ungewöhnliche Weise aufgespürt hatte. Bis heute rätselt die Autobahnpolizei Michendorf, die ebenfalls vor Ort war, wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte. Was war geschehen?

Mann rast mit Mercedes gegen Baum ‒ Freundin findet ihn dank WhatsApp: „Kleines Wunder“

Der Mann aus dem Landkreis Gifhorn war seiner Freundin zufolge mit seinem Mercedes auf dem Weg nach Berlin. Seine gleichaltrige Partnerin fuhr ebenfalls dorthin, allerdings in einem anderen Fahrzeug. Als sie abends schließlich in Berlin ankam, aber schon länger nichts mehr von ihrem Freund gehört hatte und ihn auch nicht telefonisch erreichen konnte, machte sie sich Sorgen. Zu Recht. (Illegales Autorennen auf A66: Tödliche Raserei – Verdächtiger will Deal)

Links: die Live-Standort-Funktion von WhatsApp. Rechts: Feuerwehr und Rettungsdienst bei Bergungsarbeiten. (Symbolbild)
Mithilfe der GPS-Ortung von WhatsApp konnte eine Frau den Rettungsdienst schnell zur Unfallstelle lotsen. (Symbolbild) © imago images/Einsatz-Report24 / WhatsApp

Sie machte sich auf die Suche nach ihm ‒ und fand ihn schließlich schwer verletzt und eingeklemmt inmitten des Autowracks etwa 15 Meter neben der Autobahn. Die Frau rief sofort den Krankenwagen und der Schwerverletzte wurde versorgt. Doch er hatte bereits viel Blut verloren, da er sich selbst aus seiner misslichen Lage nicht befreien konnte, litt unter großen Schmerzen und hatte stundenlang eingeklemmt und hilflos ausharren müssen. Ein Lkw-Fahrer konnte jetzt hingegen mögliche Schwerverletzte und schwere Unfälle verhindern, als er einen Geisterfahrer stoppte.

Mann rast mit Mercedes gegen Baum ‒ und niemand bekommt etwas mit

Von seinem Standort aus, einem Waldstück an der vielbefahrenen A2, konnte er sogar hunderte Autos an ihm vorbeifahren sehen, doch da es bereits dunkel war, die Lichter an seinem Wagen kaputt und dieser schwarz war, haben ihn der Polizei zufolge wohl andere Fahrer nicht wahrnehmen können. „Das ist ein nicht alltäglicher Unfall für uns“, erklärt auch der erfahrene Autobahnpolizisten Bernd Lorenz gegenüber RTL, „Sonst gibt es eigentlich immer irgendwelche Zeugen, aber diesmal war das unbeleuchtete Fahrzeug im Wald nicht zu sehen.“ Dieser Geisterfahrer auf einer Autobahn war hingegen für viele Verkehrsteilnehmer nicht zu übersehen, sondern sorgte für einen großen Schock, als er plötzlich rückwärts fuhr.

Der Mann selbst war aus bisher ungeklärten Gründen mit seinem Mercedes auf dem Weg zwischen Wollin und Brandenburg (Richtung Berlin) von der Fahrbahn nach rechts abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit in das angrenzende Waldstück gerast. Dort fuhr er laut einem offiziellen Polizei-Statement durch eine Böschung und durchbrach einen Wildschutzzaun. Dagegen hat ein abenteuerlicher Unfall eines BMW-Fahrers in einer Parkhausschnecke ebenfalls für Rätselraten bei den zuständigen Polizeibeamten gesorgt. Am Ende konnte er allerdings gelöst werden.

Schließlich prallte der Pkw gegen einen Baum. Der 32-Jährige konnte sich aus eigener Kraft nicht aus den Trümmern befreien. (98 km/h zu viel auf dem Tacho: Autobahn-Raser im BMW 7er duelliert sich mit Polizei)

Mann rast mit Mercedes gegen Baum: WhatsApp-Funktion enthüllt Unfallort

Doch wie hatte eigentlich die Freundin des Schwerverletzten ihn mitten in der Nacht finden können? Mit einer simplen, aber nicht jedem bekannten Funktion des Textnachrichten-Dienstes WhatsApp: dem „Live-Standort“. Da das Paar getrennt nach Berlin fuhr und damit es während der Fahrt gegenseitig stets über den Standort des anderen informiert sein wollte, hatten beide Partner diese WhatsApp-Funktion auf ihren Handys aktiviert. Auch der Autopilot bei Tesla ist umstritten, da es bereits einige Verkehrsunfälle gab. Doch in einem Fall soll er sogar das Leben eines Vaters und seines Sohns gerettet haben.

Als sich ihr Partner länger nicht meldete, fuhr die Frau zum letzten über die App gemeldeten Standort an der A2 und entdeckte dort das Unfallwrack. Ihr Freund musste demnach vier Stunden bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausharren, bevor er von ihr gefunden wurde. Die hinzugezogene Feuerwehr befreite ihn schließlich mit schwerem Gerät und der Mann wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Auch seine Freundin musste dort aufgrund eines Schocks ebenfalls behandelt werden. (Mysteriös: Frau fährt mit BMW in Rhein – Polizei steht vor Rätsel)

Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf etwa 11.500 Euro. Aufgrund der Bergungsarbeiten musste die Richtungsfahrbahn für etwa eineinhalb Stunden gesperrt werden.

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