In Tempo-30-Zone

SUV-Raser flippt aus: So dreist rächt sich ein Mercedes-Fahrer an der Radarfalle

Ein mobiles Blitzgerät fotografiert an einer Bundesstraße. (Symbolbild)
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Im sächsischen Struppen hat ein geblitzter Autofahrer kurzen Prozess gemacht – und die Radarfalle gestohlen. (Symbolbild)
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Dass Autofahrer geblitzt werden, ist eigentlich ein unspektakulärer Vorgang. Es sei denn, der erwischte Raser rächt sich an der Radarfalle. So wie dieser SUV-Fahrer in Sachsen.

Struppen – Da staunte der Mitarbeiter, der für das Landratsamt Pirna im sächsischen Struppen Geschwindigkeitsmessungen durchführte, nicht schlecht. Auch die von ihm verständigte Pirnaer Polizei konnte es kaum glauben. Was war das denn? Ein dreister Mercedes-Benz-Fahrer hat ernsthaft ein mobiles Blitzergerät gestohlen. (Kurioses Blitzerfoto sorgt für Aufregung: Hat dieser Mann etwa am Steuer gekokst?)

SUV-Gasfuß klaut Blitzer: So dreist packt ein Mercedes-Fahrer die Radarfalle ein

Zunächst ging im Ortsteil Struppen-Siedlung alles seinen geregelten Gang: Im Auftrag des Landratsamtes stellte der Mitarbeiter in der 30er-Zone „Hohe Straße“ am Straßenrand den mobilen Blitzer auf. Anschließend überwachte er wie gewohnt die Messungen aus der näheren Umgebung. (BMW Blitzer-Warner: Neue Funktion soll vor Radarfallen schützen – auch in Deutschland?)

Irgendwann im Laufe der Geschwindigkeitskontrolle rauschte ein SUV heran. Der Mercedes-Benz GLS (ab 286 PS; Neupreis ab 85.950 Euro) war deutlich zu schnell – und wurde prompt geblitzt. Der Fahrer des im Jahr 2020 von der Deutschen Umwelthilfe unter leicht irritierenden Umständen mit dem Negativpreis „Goldener Geier“ ausgezeichneten Mercedes-Riesen (5,21 Meter lang, 2,16 Meter breit und 1,82 Meter hoch; 2,63 Tonnen schwer) bemerkte, dass er unfreiwillig abgelichtet worden war – wollte sich damit aber offenbar nicht abfinden. (Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch fliegt Kurzstrecke – will aber Diesel-Fahrverbote durchsetzen)

SUV-Gasfuß klaut Blitzer: Fahrer steigt aus – und schnappt sich Radarfalle

Jedenfalls ließ er es nicht einfach zähneknirschend bei dem teuren Schnappschuss bewenden – ganz im Gegenteil: Er drehte seinen Boliden und machte kehrt – aber gleich mehrmals. Wie der Mitarbeiter des Landratsamtes schilderte, fuhr der Mercedes-Benz GLS immer wieder an der Radarfalle vorbei und begutachtete Gerät und Stelle. Irgendwann hielt der Mann an, stieg aus und marschierte schnurstracks auf den mobilen Blitzer zu. (Neuartiger Smartphone-Blitzer: Damit geht’s Handysündern an den Kragen)

Dann packte der Mercedes-Fahrer zu – und den Blitzer ein. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, verstaute er das Gerät inklusive Akku im Kofferraum seines Mercedes-Benz GLS. Laut Angaben der Polizei Pirna soll der verdutzte Mitarbeiter des Landratsamtes noch versucht haben, zu intervenieren und den Mann von seiner dreisten Tat abzuhalten – doch vergebens. Das Radargerät war eingeladen, der SUV-Fahrer verriegelte sein Fahrzeug, ignorierte die Ansprache des Mitarbeiters – und fuhr einfach davon. (Bußgeldbescheid: Jeder zweite ist falsch – so können Sie die Strafe umgehen)

SUV-Gasfuß klaut Blitzer: Radarfalle sichergestellt – gegen Mercedes-Fahrer wird ermittelt

Belohnt wurde der freche Blitzerklau allerdings nicht: Da das Blitzerfoto samt Kennzeichen schon digital gespeichert war, konnte der Täter schnell ausfindig gemacht werden. Wie sowohl die „Dresdner Neueste Nachrichten“ als auch die „Sächsische Zeitung“ berichten, suchte die Polizei den Mann kurz nach dem Vorfall an seinem Wohnhaus auf und konfrontierte ihn mit seinem Vergehen. Die Polizeibeamten konnten das 5.000 Euro teure mobile Blitzergerät sicherstellen und nahmen es direkt wieder mit. Der 52-jährige sächsische Gasfuß darf nun nicht nur sein Knöllchen blechen – gegen ihn wird auch wegen Diebstahls ermittelt.

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