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Mercedes-Händler zeigt BMW iX3 in seinem Schaufenster – was ist da passiert?

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Von: Sebastian Oppenheimer

Im Schaufenster eines Mercedes-Händlers in München steht ein BMW iX3.

Im Adventskalender-Schaufensters der Mercedes-Benz Niederlassung München steht ein BMW iX3. © BMW/Mercedes

Viele Münchner müssen zweimal hinschauen, wenn sie an dieser Mercedes-Benz Niederlassung vorbeikommen – denn dort steht äußerst prominent ein BMW im Schaufenster.

München/Stuttgart – Die beiden Premium-Autobauer BMW und Mercedes-Benz sind eigentlich erbitterte Gegner. Eigentlich. Klar: Bekanntermaßen haben sich der Hersteller aus München und der Hersteller aus Stuttgart auch schon einige Male gegenseitig auf die Schippe genommen – auf nett gemeinte Art. Da wäre zum Beispiel das witzige Video, das BMW zum Abschied von Daimler-Chef Dieter Zetsche (67) drehte. Außerdem haben beide Unternehmen in ihren neueren Modelle mit Sprachsteuerung lustige Antworten einprogrammiert, falls ein Passagier fragt, was das Auto von der Konkurrenz-Marke taugt. Doch nun gibt es eine ganz besondere Aktion der beiden Autobauer – und zwar in der bayerischen Landeshauptstadt München. Eine Aktion, die es so womöglich nie wieder geben wird – denn sie hat mit der aktuellen Corona-Pandemie zu tun.

Mercedes-Händler zeigt BMW iX3 in seinem Adventskalender – das ist der Grund

Tatsächlich dürften sich aktuell viele Münchner verwundert die Augen reiben. Denn ein großer Teil der Bürger der Millionenstadt kennt natürlich den überdimensionalen Adventskalender der Mercedes-Benz Niederlassung in der Arnulfstraße direkt an der Donnersberger Brücke. Bis zum Heiligen Abend wird in der gläsernen Fassade täglich ein „Türchen“ geöffnet – und normalerweise verbirgt sich dahinter immer ein Modell der Marke mit dem Stern. Bis jetzt! Aber nicht am 10. Dezember des „Corona-Jahres“ 2020: An diesem Tag steht ein BMW iX3 im entsprechenden Fenster – einer der wenigen reinen Stromer in der aktuellen Modellpalette des Münchner Autobauers. (BMW: Jubel-Post zur neuen Mercedes-Benz S-Klasse – doch die Sache hat einen Haken)

Im Gegenzug hat auch der Münchner Autobauer ein Modell aus Stuttgart in seinen wohl repräsentativsten Showroom aufgenommen: In der vorweihnachtlich dekorierten BMW Welt – direkt neben BMW-Hochhaus und -Museum – ist aktuell ein roter Mercedes-Benz EQC 400 zu sehen.

Helmut Käs, Leiter der BMW Welt, mit dem Mercedes-Benz EQC 400

In der BMW Welt in München steht aktuell ein Mercedes-Benz EQC 400. © BMW/Mercedes

Mercedes-Händler zeigt BMW iX3 in seinem Adventskalender – „Wir halten zamm“

Die große Frage ist natürlich: Warum? Hintergrund ist eine Aktion unter dem Motto „Wir halten zamm“. In diesem so außergewöhnlichen Jahr hatte die Münchner Mercedes-Benz-Niederlassung lokale Firmen eingeladen, sich mit ihren Produkten einen Platz hinter den 24 „Türchen“ des Adventskalenders zu sichern und sie dort neben den Mercedes-Fahrzeugen zu präsentieren. So will das Unternehmen die Münchner Initiative „Kauf lokal“ unterstützen, die sich für Zusammenhalt, lokales Engagement und Nachhaltigkeit in der Stadt einsetzt. Im Zuge dieser Aktion sei es auch zu der vorweihnachtlichen Kooperation zwischen BMW und Mercedes gekommen – und noch mehr Aufmerksamkeit auf den „lokalen Gemeinschaftsinn“ zu lenken. (BMW iX: Nächster Design-Shitstorm – doch so reagieren die Münchner)

„In der aktuellen Situation ist Zusammenhalt wichtiger denn je“, betont auch Helmut Käs, Leiter der BMW Welt. Sein Mercedes-Kollege sieht das ähnlich: „Es freut uns besonders, dass wir im spontanen Dialog mit unseren Kollegen von BMW die Idee umsetzen konnten, in einer vorweihnachtlichen Kooperation der Aktion zu zusätzlicher Aufmerksamkeit zu verhelfen“, erklärt Ulrich Kowalewski, Vertriebsdirektor Mercedes-Benz Pkw & Van Bayern. „In diesem außergewöhnlichen Jahr ist es wichtiger denn je, dass wir als Gesellschaft zusammenhalten.“

Mercedes-Händler zeigt BMW iX3 in seinem Adventskalender – Tausch-Aktion erreicht viele Menschen

Mit der Tausch-Aktion dürften die beiden Autobauer jedenfalls eine Menge Menschen erreichen: Laut einer Mitteilung der beiden Hersteller passieren täglich 180.000 Fahrzeuge die Mercedes-Benz-Niederlassung nahe der Donnersberger Brücke – die BMW Welt zählt jährlich mehr als drei Millionen Besucher.

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