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McLaren, Porsche, Bentley unterm Bagger: Darum werden diese Traumautos geschrottet

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Von: Marcus Efler

Der philippinische Staatschef Rodrigo Duterte lässt seit Jahren Autos im Millionenwert vernichten. Jetzt hat er wieder zugeschlagen – in aller Öffentlichkeit. Da blutet Auto-Fans das Herz.

Manila – Autsch, das tut weh: Die schwere Schaufel eines Baggers landet auf der Front eines McLaren 620R, wenig später ist das Coupé (Neuwagenpreis: ca. 300.000 Euro) nur noch Schrott. Auch einen 2007er Bentley Continental Flying Spur und einen gut erhaltenen Porsche 911 CS erwischt es. Ein älterer Mercedes SLK wirkt da schon fast ein Billigauto. Der philippinische Zoll hat wieder mal zugeschlagen: Die sieben Traumautos im Gesamtwert von fast einer Million Euro gehören zu insgesamt 21 importierten Edelkarossen, die es aus Übersee zwar bis in einen philippinischen Hafen geschafft haben, aber nicht mehr aus diesem hinaus. In einer ähnlichen Aktion wurden schon vor ein paar Monaten 17 Luxus-Karossen eiskalt deformiert. (Ferrari 488 fährt Rennen – am Ende sind drei Boliden der Nobelmarke Schrott)

McLaren, Porsche, Bentley unterm Bagger: Darum werden diese Traumautos zerstört

Grund für das Metall-Massaker: Die Händler, die diese Autos zwischen 2018 und 2020 einführten, wollten die extrem hohen Importsteuern von mindestens 100 Prozent umgehen oder zumindest drastisch absenken. So wurde der McLaren als deutlich preiswerterer Porsche Cayman deklariert. Pech für die freien Importeure: Sie flogen auf und ihre illegale Fracht fiel der Abschreckungs-Strategie von Präsident Rodrigo Duterte zum Opfer. (Legendärer Ferrari F40 brennt aus: Hier geht ein Vermögen in Flammen auf)

Zerstörung illegal importierter Pkw auf den Philippinen
Es war mal ein McLaren: Der philippinische Zoll schlägt zu © Philippines Bureau of Customs

McLaren, Porsche, Bentley unterm Bagger: Verschrottung schon seit 2018

Der Autokrat ist nicht gerade für sein zimperliches Vorgehen bekannt. Drogendealer lässt er exekutieren, Regimekritiker als „Kommunisten“ verfolgen. Die öffentliche Verschrottung teurer Autos gehört zu seiner brutal inszenierten Show als gnadenloser Kämpfer gegen Verbrechen, Korruption und Steuersünder. Die (wie er hofft) abschreckende Zerstörungs-Orgie beschloss er 2017, schon im nächsten Jahr fielen ihr mehr als 100 Autos im Gesamtwert von etwa fünf Millionen US-Dollar zum Opfer. Dass ein Verkauf der beschlagnahmten Autos dem südostasiatischen Schwellenland mehr bringen könnte als ihr Totalschaden, stört Duterte wohl nicht weiter.

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