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Marderschaden beim Elektroauto: Biss sorgt oft für Totalschaden

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Von: Simon Mones

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Marder fühlen sich im warmen Motorraum besonders wohl. Doch knabbern sie die Kabel von Elektroautos an, kann das verheerende Folgen haben.

München – Es ist wohl der Alptraum eines jeden Autofahrers, man will den Motor starten, doch nichts geht. Ein Blick unter die Motorhaube und schnell ist klar: Hier war ein Marder am Werk. Die Nager fühlen sich in den warmen Motorräumen besonders wohl und knabbern dort mit Vorliebe an den Kabeln. Rund 200.000 solcher Fälle regulieren die Versicherer pro Jahr.

Für Fahrer von Elektroautos ist der Besuch des Marders dabei besonders ärgerlich, denn die Reparatur ist sehr aufwendig und teuer. Im schlimmsten Fall sorgt der Biss des Nagers sogar dafür, dass der Stromer nicht mehr zu retten ist oder sich die Instandsetzung finanziell nicht lohnt.

Marderschaden beim Elektroauto: Biss sorgt oft für Totalschaden

„Hochvoltkabel kann man nicht so einfach tauschen, wenn da ein Marder reinbeißt“, erklärt der Leiter des Allianz Zentrums für Technik (AZT), Carsten Reinkemeyer. Anders als bei Diesel* oder Benziner* müsse dann der gesamte Kabelbaum ersetzt werden, selbst wenn nur ein einziges Kabel betroffen sei. Kostenpunkt dafür: mindestens 7.000 Euro.

Ein Marder steht in einer Einfahrt. (Symbolbild)
Der Marder kann beim Elektroauto für einen Totalschaden sorgen. (Symbolbild) © Alex Bihlmaier/Imago

Entsprechend ist ein Marderbiss etwas, worauf (Elektro)Autofahrer liebend gerne verzichten. Zumal sich die Reparatur grade bei günstigen Stromern wie dem inzwischen wieder bestellbaren VW e-Up* oder dem Renault* Zoe einem Totalschaden gleichkommt. Bei einem Audi e-tron GT oder Tesla Model S lohnt die Reparatur indes eher. „Und das Problem wird noch größer, wenn ältere Gebrauchte angegriffen werden“, betont Reinkemeyer.

Marderschaden beim Elektroauto: Chili schützt effektiv vor Nager

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht, denn der Marder hat es bei Elektroautos* vergleichsweise schwerer, in den Motorraum und an die Kabel zu gelangen. So sind die Stromer am Unterboden und im Motorraum meist vollflächig verkleidet und die Hochvoltleitungen durch spezielle Schutzrohre sowie dicke Isolierungen und Abschirmungen geschützt, erklärt der ADAC.

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Kurzzeitig können auch Karten- oder Hundehaare Schutz vor Mardern bieten, jedoch durchschauen die Nager diesen Trick relativ schnell. Deutlich effektiver ist der Chili. Pulver oder eine frisch aufgeschnittene Schote sorgen dafür, dass der Störenfried dem Motorraum fernbleibt. Jedoch muss der Schutz nach jeder Fahrt erneuert werden, da das Aroma schnell verfliegt. Der ADAC rät indes zu Elektroschockgeräten, Schutzschläuchen aus Hartkunststoff oder Ultraschallgeräten. Zudem bietet eine Motorraum-Abschottung ebenfalls einen guten Schutz vor den Mardern. Diese wird von einigen Herstellern als Sonderausstattung angeboten, lässt sich aber auch in Form von Motorwannen nachrüsten. Sollte der Nager dennoch zuschlagen, sollte eine fachgerechte Motorwäsche durchgerührt werden. Denn: Auf Duftspuren ihrer Artgenossen reagieren die Marder in der Regel sehr aggressiv und mit besonderer Beißwut. (Mit Material von dpa und sp-x) *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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