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Ferrari FXX K als Fake: Tuner Mansory vor Gericht gezerrt

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Von: Marcus Efler

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Wem ein Second-Hand-Ferrari 488 zu ordinär ist, bekommt von Mansory einen spektakulären Umbau. Ferrari hatte was dagegen – jetzt fiel das Urteil.

Luxemburg – Reiche Leute sind eigentlich ganz schön arm dran. Denn irgendjemand anders ist immer noch ein bisschen reicher (außer man heißt Elon Musk). Wenn’s ganz blöd läuft, wohnt der andere auch noch in der Nachbarschaft und bollert ständig mit seinem Ferrari LaFerrari durchs Millionärsviertel.

Da wirkt man mit seinem eigenen, gebrauchten Ferrari 488 eher ärmlich. Der kostete während seiner Bauzeit (2015 – 2019) gut 200.000 Euro und ist heute natürlich billiger zu haben. Einer der 499 gebauten LaFerrari dagegen war bis zu seinem Produktionsende 2018 nicht unter einer Million (plus Steuern) zu bekommen und wird heute für ein Vielfaches gehandelt. Geht also im direkten Vergleich als klarer Sieger vom (Park-)Platz. (Honda Civic als Lamborghini Aventador SVJ – dank indischem Umbau)

Mansory Siracusa 4XX
Ferrari 488 im Mansory-Trim: der Siracusa 4XX © Facebook (Mansory)

Ferrari FXX K als Fake: Tuner Mansory vor Gericht gezerrt

Gut, dass es Tuner wie Mansory gibt. Der verwandelt nämlich den „billigen“ 488 per Umbau-Kit in ein Auto, das auf den ersten Blick einem Ferrari FXX K ähnelt. Das war die Rennversion des LaFerrari – noch mal deutlich teurer, und für die Straße eigentlich gar nicht zugelassen. Der gut 380.000 Euro teure Siracusa 4XX, wie die im bayerischen Brand ansässige Firma Mansory ihren Umbau nennt, darf dagegen öffentlich herumfahren. Nimm das, Nachbar! (Ferraro oder Camari? So viel Geld brachte eine schräge Replika auf eBay)

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Ferrari FXX K beim Milan Festival
Nur für die Rennstrecke: der echte Ferrari FXX K © Jerry Andre/Imago

Ferrari FXX K als Fake: Nur eine Einzelfall-Entscheidung?

Hersteller Ferrari betrachtete das Gebaren von Mansory natürlich mit Missmut. Und hatte schon vor einiger Zeit gegen die Oberpfälzer geklagt. Nach einigem Hin und Her vor deutschen Gerichten hat nun der Europäische Gerichtshof gesprochen. Und unwiderruflich entschieden: Mansory darf das nicht.

Die Anbauteile, die den 488 in den Fake-FXX-K verwandeln, würden die Rechte von Ferrari an seinem Design verletzen. Vorerst ein Einzelfall, der aber durchaus Auswirkungen auf andere Tuner haben kann. Irgendwann fährt vielleicht wirklich jeder Millionär nur noch in dem Auto herum, das er sich leisten kann – wie langweilig.

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