Nur „Karte aus Karton“

Mann will seltene Pokémon-Karte verkaufen – was ein Interessent dafür bietet, ist „echt verrückt“

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Oldtimer, Gemälde oder auch seltene Münzen: Manche Sammler brennen so sehr für ihr Hobby, dass sie für das Objekt der Begierde bis zum Äußersten gehen.

Bern (Schweiz) – Auf Auktionsseiten oder Online-Marktplätzen gibt es sie zuhauf: die Sammelverrückten. Diese sind in fast jeder Sparte, egal ob Autos, Kunstgegenstände oder seltene Münzen, zahlreich zugegen und feilschen dort um die Objekte ihrer Begierde, was das Zeug hält.

Mann will seltene Pokémon-Karte verkaufen – was ihm ein Interessent anbietet, ist „echt verrückt“

Und nur, weil man vielleicht den (hohen) Preis des Wunschgegenstandes nicht bezahlen kann, heißt das nicht, dass man nicht auch auf andere Art und Weise ins Geschäft kommen kann. Etwa wie dieser Mann, der unbedingt eine der begehrten PlayStation 5 ergattern wollte und dafür dem Verkäufer seinen alten Audi A6 anbot. So ähnlich ist es nun auch einem Mann aus dem schweizerischen Bern abgelaufen.

Der 21-Jährige wollte sich den seit Jahren anhaltenden Pokémon-Boom zunutze machen und eine seltene Monsterkarte des Sammelkartenspiels von 1999 für bares Geld auf der Auktionsplattform Ricardo an den Mann oder die Frau bringen. Der Zeitpunkt ist raffiniert gewählt: Schließlich feiert das weltweit erfolgreiche Spiel Pokémon in diesem Monat seinen 25. Geburtstag.

Manche Sammelbegeisterte würden für das Objekt der Begierde ihr letztes Hemd geben – oder ihr Auto.

Zudem wird der Preis für alte Karten nicht nur von eingefleischten Fans, sondern auch seit jeher von Streamern und YouTubern in die Höhe gepusht. Deshalb hat der Schweizer ein Bild der Karte zusätzlich auf Facebook geteilt und die User aufgefordert, ihm einen Preisvorschlag zu machen. Auch in einem anderen Fall hat ein Audi-Fahrer seinen Wagen online angeboten, weil er von dem „Dreckshobel“ genug hatte.

Mann will seltene Pokémon-Karte verkaufen – Interessent will VW Lupo dafür eintauschen

Sicherlich hat der junge Mann gehofft, einen guten Preis für die Pokémon-Karte herausschlagen zu können. Und tatsächlich: Er wird nicht nur in kürzester Zeit mit Angeboten über Beträge im dreistelligen Bereich überhäuft, sondern auch mit einem kuriosen Tauschgeschäft. „Es ging so weit, dass mir jemand sein Auto, einen VW Lupo, für die Karte anbot“, erinnert er sich gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten. (Ehemaliger VW-Mitarbeiter gibt freiwillig Führerschein ab: „Zu viele Egoisten am Steuer“)

Doch das lehnte der Berner dankend ab. „Am Ende des Tages handelt es sich um eine Karte aus Karton. Dass mir jemand dafür sein Auto anbot, ist schon echt verrückt.“ Wie verzweifelt kann man als Sammler sein? Oder dachte der Interessent, dass er zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt und sein altes Auto auf diese Weise loswird? Nicht mit dem Verkäufer, der die Pokémon-Karte schließlich an den Meistbietenden für unglaubliche 716 Euro veräußert hat. So geschmeidig lief es bei diesem Lottogewinner nicht. Zuerst freute der sich über einen Millionenbetrag und eine neue Corvette Stingray, die er am Ende dann selbst bezahlen sollte.

Rubriklistenbild: © VW / Ricardo (con_z7r9)

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