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Mädchen zerkratzen 33 Autos – doch Geschädigte kriegen keinen einzigen Cent

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Von: Fabian Ibelherr

Schnell wird aus einem Streich bitterer Ernst: Kleine Mädchen beschädigen rücksichtslos 33 Autos. Doch die geschädigten Fahrzeugbesitzer gehen leer aus.

Linnich (NRW) – Mädchen gelten in aller Regel als sanftmütig und brav. Diese Behauptung sollte allerdings nicht pauschal aufgestellt werden, wie dieser Fall beweist. Was dabei in den Minderjährigen vorgeht, bleibt ein Rätsel. Insgesamt drei Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren machen sich an Fahrzeugen im Linnicher Stadtteil Gereonsweiler zu schaffen und fügen den Autos enormen Sachschaden zu. Das besonders Ärgerliche an der Geschichte: Die Besitzer bleiben auf den Reparaturkosten sitzen. (Nach Auto-Unfall: Star-Magier verlangt Schadenersatz, weil er Hellsichtigkeit verloren hat)

Mädchen zerkratzen 33 Autos – doch Geschädigte kriegen keinen Cent

Der Fall sorgt für Frust und Unverständnis auf Seite der Geschädigten, die wenig Aussichten auf finanzielle Entschädigung haben. Der Fachanwalt für Verkehrs- und Versicherungsrecht in Aachen, Albrecht Mauer (69), erklärt gegenüber der Bild-Zeitung: „Die Eltern müssen den Schaden nicht zahlen. Es gibt hier keine Aufsichtspflichtverletzung. Die Kinder sind neun und zehn Jahre. Wenn sie noch nicht auffällig waren, dürfen sie alleine draußen spielen.“ Mit derartiger Zerstörungswut rechnen muss man also vielleicht nicht – doch wozu der Nachwuchs in der Lage sein kann, zeigt dieser Fall eines offensichtlich abenteuerlustigen 17-Jährigen ganz besonders deutlich.

Detailaufnahme einer Fahrzeugseite, deren Lack einen langen Kratzer aufweist. (Symbolbild)
Kratzer im Lack: Für Kinder vielleicht ein dummer Streich, für Autobesitzer allerdings mehr als ärgerlich – und teuer. (Symbolbild) © Trybex/Imago

Nach Einschätzung des Anwalts gebe es nur zwei Möglichkeiten für die Opfer: Zum einen könnten sie gegen die Verursacher ein Urteil vor Gericht anstrengen, bei dem die Mädchen noch bis zu 30 Jahre nach der Tat zur Zahlung herangezogen werden könnten. Zum anderen bliebe nur die Vollkaskoversicherung.

Mädchen zerkratzen 33 Autos – der Gesamtschaden beträgt 60.000 Euro

Die Mädchen beschädigen mit Steinen den Autolack und wissen scheinbar genau, was sie damit anrichten: Die Kinder handeln also vorsätzlich. Trotzdem erklärt die Polizei Düren: „Die Staatsanwaltschaft wird das Verfahren gegen die Mädchen einstellen, weil sie minderjährig und nicht strafmündig sind.“ Dass sich der Sachschaden an den betroffenen Fahrzeugen auf üppige 60.000 Euro beläuft, sei dabei nicht von Belang. (Mit diesem genialen Hausmittel entfernen Sie leichte Kratzer im Lack ganz einfach selbst)

So bitter dieser Fall für die betroffenen Autobesitzer auch sein mag – die aktuelle gesetzliche Lage in Deutschland rechtfertigt eine solche Vorgehensweise und das wird sich vermutlich so schnell auch nicht ändern. Bleibt zu hoffen, dass die drei Mädchen aus ihren Fehlern gelernt haben und sich kein zweites Mal zu einem solchen Unsinn verleiten lassen. (An Haltestelle: Kinder tyrannisieren Öffis – Busfahrer haben „die Schnauze voll“)

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