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Lo-Res Car: Kurioses E-Auto von Schuhfirma erzielt gesalzenen Preis bei Auktion

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Flacher und kantiger kann ein Auto wohl kaum aussehen: Nun hat das Lo-Res Car auf einer Auktion einen neuen Besitzer gefunden. Und der griff tief in die Tasche.

Los Angeles – Extreme Entwürfe gab es in der Automobilgeschichte schon einige – zum Beispiel den Lancia Stratos Zero aus dem Jahr 1970 oder der Mercedes Biome von 2010. Viele solcher radikaler Studien verschwinden still und leise in den Archiven der Hersteller. Manche aber schaffen es tatsächlich in die Serie – etwa extreme Flundern wie der Lamborghini Countach oder der Lotus Esprit S1. In unserer Zeit dürfte das treffendste Beispiel wohl der umstrittene Tesla Cybertruck sein – allerdings steht bislang in den Sternen, ob der kantige Elektro-Pick-up jemals über deutsche Straßen stromern wird, wie Firmenchef Elon Musk (50) jüngst beim Tag der offenen Tür der Gigafactory in Grünheide bei Berlin erklärte. Doch nun wurde ein Gefährt versteigert, das hinsichtlich seiner Form wohl alle bisher genannten Beispiele in den Schatten stellt. (Ferraro oder Camari? So viel Geld brachte eine schräge Replika auf eBay)

Das Lo-Res Car
Mehr Kunstwerk als Auto: Dieses radikal designte Gefährt namens Lo-Res Car kam nun bei einer Auktion unter den Hammer. © Bring a Trailer

Lo-Res Car: Kurioses E-Auto von Schuhfirma erzielt gesalzenen Preis bei Auktion

Das bizarr anmutende Fahrzeug nennt sich Lo-Res Car und stammt aus dem Jahr 2016. Es handelt sich um einen von nur vier gebauten Prototypen. In Auftrag gegeben wurde das Fahrzeug – zu Werbezwecken – von einer Schuhmarke mit Sitz in Los Angeles. Der Beschreibung zufolge ist das Auto vom Lamborghini Countach inspiriert – und soll quasi dessen Design-Essenz darstellen. Lo-Res ist die Abkürzung für Low Resolution („geringe Auflösung“) – so könnte man sich also einen Lambo ohne jegliche Rundungen vorstellen.

Das Chassis des Lo-Res Car besteht aus einem Stahlrohr-Rahmen, die Karosserie aus 12 getönten Polycarbonat-Scheiben. Für den – nicht allzu rasanten Vortrieb – sorgt ein 5-Kilowatt-E-Motor (rund 6,8 PS), der die Hinterräder antreibt. Bremsen (Scheiben) hat das Auto nur an den Vorderrädern, was in diesem Fall nicht weiter dramatisch ist, denn im Prinzip ist das Ganze natürlich mehr Kunstwerk als ernsthaftes Fortbewegungsmittel. (Künstler bemalt eigenen Lamborghini Aventador – „schlimmer als ein Totalschaden“)

Das Lo-Res Car mit geöffnetem Oberteil
Das Lo-Res Car hat keine Türen, stattdessen öffnet sich das komplette Oberteil. © Bring a Trailer

Lo-Res Car: Zwei Sitze hintereinander, dazu ein sechseckiges Lenkrad

Türen gibt es nicht – stattdessen fährt zum Einstieg quasi das komplette Oberteil nach oben. Front und Heck des Gefährts zieren jeweils simple Lichtleisten: vorne in Weiß, hinten in Rot. Außer dem beleuchteten Logo finden sich an der Außenseite keine weiteren keine Verzierungen. Im Innenraum geht es ebenfalls recht spartanisch zu: Dort finden sich zwei hintereinander angeordnete Sitze, das sechseckige Metall-Lenkrad lässt eine wenig ergonomische Bedienung des Fahrzeugs vermuten. Abgesehen von zwei Digitalanzeigen im Cockpit und einer handvoll Schalter rechts vom Fahrer war es das dann auch. (Subaru-Scheunenfund erweist sich als Glückstreffer – und bringt richtig Geld)

Das Auto wurde vor drei Jahren vom Petersen Automotive Museum in Los Angeles gekauft – und nun auch wieder angeboten. Dem Beschreibungstext der Auktion zufolge gehen 50 Prozent des Verkaufspreises an die Erhaltung und Pflege der Museumssammlung, die andere Hälfte wird an eine gemeinnützige Umweltorganisation gespendet.

Blick in den Innenraum des Lo-Res Car
Das sechseckige Lenkrad des Lo-Res Car sieht cool aus – gut in der Hand liegt es aber sicher nicht. © Bring a Trailer

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Lo-Res Car: Radikal designtes E-Auto besitzt keine Straßenzulassung

Der Kilometerstand der Polycarbonat-Flunder ist unbekannt. Und auch Angaben zu Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht. Das Tempo des skurril anmutenden Fahrzeugs ist aber ohnehin relativ uninteressant – denn das Lo-Res Car besitzt keine Straßenzulassung. Einem Bieter des Online-Auktionshauses „Bring a Trailer“ war das allerdings egal: Er schlug für den Preis von 111.111 US-Dollar (umgerechnet rund 95.800 Euro) zu.

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