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Elektroauto-Ladeinfrastruktur: In welchen Ländern es E-Auto-Fahrer schwer haben

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Wer ein E-Auto hat, will nicht lange nach einer Lademöglichkeit suchen – doch in einigen EU-Ländern kann mitunter viel Geduld gefragt sein.

Das Thema Elektromobilität gewinnt immer weiter an Fahrt – nichtsdestotrotz gibt es immer noch viele Menschen, die dem E-Auto nach wie vor skeptisch gegenüberstehen. Allerdings werden die Kritikpunkte zunehmend abgeschwächt: Die Reichweiten der Stromer wachsen – und auch die Ladezeiten sollen sich deutlich verkürzen, die NASA hat hierzu eine spannende Technik entwickelt. Wäre da noch die Ladeinfrastruktur: Laut einer Studie geht hierzulande der Ausbau viel zu schleppend voran, weswegen künftig eine „massive Ladelücke“ droht. Es gibt aber auch anders lautende Meinungen: Laut einer weiteren Studie sind Menschen, die bereits ein Elektroauto besitzen, mit der Infrastruktur weitgehend zufrieden. Deutschland steht im EU-Vergleich in Sachen Ladeinfrastruktur gar nicht so schlecht da – in anderen Ländern sieht es deutlich düsterer aus.

Elektroauto-Ladeinfrastruktur: In welchen Ländern es E-Auto-Fahrer schwer haben

Der europäische Automobil-Branchenverband ACEA hat nun ermittelt, wie viele Ladepunkte pro 100 Kilometer Straßenlänge in den verschiedenen europäischen Ländern vorhanden sind – die Unterschiede sind gravierend. Die Nase vorn haben die Niederlande. Dort gibt es im Schnitt 64,3 Ladepunkte auf 100 Kilometer Straßenlänge. Ebenfalls ziemlich gut steht Luxemburg da: Hier sind es immerhin 57,9 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße. Auf Rang drei kommt schon Deutschland – allerdings bereits mit deutlichem Abstand: Hier sind es 25,8 Ladepunkten auf 100 Kilometer.

Elektroauto-Ladeinfrastruktur: In sechs EU-Ländern rechnerisch kein einziger Ladepunkt pro 100 km Straße

Der Auswertung zufolge gibt es in sechs EU-Ländern rein rechnerisch gesehen nicht einen einzigen Ladepunkt pro 100 Kilometer Straße. Besonders lange suchen müssen E-Auto-Fahrer in Litauen: Hier gibt es 0,2 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße. Und auch in Zypern (0,4) und Griechenland (0,4) sieht es nicht viel besser aus.

Hier die zehn EU-Länder mit den wenigsten Ladepunkten auf 100 Kilometer:

LandLadepunkte pro 100 Kilometer
Litauen0,2
Griechenland0,4
Zypern0,4
Estland0,6
Polen0,7
Lettland0,7
Ungarn1,1
Rumänien1,3
Spanien1,6
Irland1,6

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Elektroauto-Ladeinfrastruktur: Auch um das Ladetempo ist es nicht zum Besten bestellt

In Sachen Ladegeschwindigkeit ist es allerdings ganz allgemein nicht zum Besten bestellt: Nur einer von sieben Ladepunkten ist in der Lage, mit einer Leistung von mehr als 22 kW Strom in die Autos zu pumpen. Das ist ein großes Problem, denn eine niedrige Ladeleistung verlängert nicht nur die Ladedauer, sondern führt auch zu höheren Ladeverlusten, wie der ADAC kürzlich ermittelte.

Elektroauto an der Ladestation
Deutschland steht im EU-Vergleich in Sachen Ladepunkte relativ gut da. (Symbolbild) © U. J. Alexander/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Der Verband plädiert deshalb an die Politik, die Lage zu verbessern: „Wenn wir die Bürger in ganz Europa davon überzeugen wollen, im kommenden Jahrzehnt auf E-Mobilität umzusteigen, sollte das Aufladen dieser Autos so einfach sein wie das Auftanken heute“, sagt ACEA-Generaldirektorin Sigrid de Vries. „Die Leute sollten nicht kilometerweit reisen müssen, um ein Ladegerät zu finden, und sie sollten auch nicht ewig warten müssen, um ihr Fahrzeug aufzuladen.“

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