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Kostenklatsche für E-Auto-Fahrer: Strom plötzlich fast so teuer wie Benzin

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Von: Bona Hyun

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Strompreise steigen in Deutschland rasant in die Höhe. Das hat auch für Besitzer von E-Autos fatale Folgen. Laden des Elektroautos ist teilweise teurer als Tanken.

Köln – Elektroautos erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Ganz unproblematisch sind die Bedingungen für den Besitz eines Elektroautos aber nicht, denn in der Vergangenheit stießen Fahrer von E-Autos häufig an ihre Grenzen. Für eine Familie wurde ein Kurztrip mit dem E-Auto an die Ostsee beispielsweise zur Odyssee – am Ende war die junge Mutter „kurz vorm Heulen“. Außerdem gibt es immer noch zu wenige Ladestationen, um die Wagen unterwegs mit Strom zu versorgen – und jetzt steigen auch noch die Strompreise. Einer Rechnung zufolge könnten die Ladekosten für Elektroautos sogar teurer werden als eine Tankfüllung für Diesel und Benzin.

Automobilhersteller:Volkswagen AG
CEO:Herbert Diess (Apr. 2018–)
Gründer:Deutsche Arbeitsfront
Gründung:28. Mai 1937, Berlin

Elektroauto laden: Sind die Kosten für Strom plötzlich teurer als Diesel und Benzin?

Für Elektroauto-Fahrer sind die Strompreise zuletzt kräftig in die Höhe gestiegen: VW-Neukunden zahlen nach momentanem Stand 40 Cent pro Kilowattstunde. Das Online-Magazin „Inside Digital“ hat die Strompreise des e-Golfs bzw. des vergleichbaren VWs ID.3 nachgerechnet und diese den Tankpreisen des VW-Diesel- sowie des Benzin-Motors gegenübergestellt. Teurer wird es für VW-Kunden in Besitz von E-Modellen vor allem an Ladesäulen – ausgerechnet, wo ohnehin an Ladesäulen für Elektroautos oft zu viel abgerechnet wird.

Ein Elektroauto von BMW wird an einer Station geladen.
Die Strompreise für Elektroautos schnellen weiter in die Höhe. Wird das Laden von E-Autos teurer als Tanken des Verbrennermotors? © Olaf Schuelke/imago

Wirklich attraktiv erscheint das Laden unterwegs für die Verbraucher auch nicht, weil es weit und breit keine Ladestationen gibt, nachdem man ein E-Auto gekauft hat. Das Aufladen an der Wallbox zu Hause ist zwar ein wenig günstiger, vorausgesetzt es werden beim Laden keine hochgradigen Schäden verursacht, wie beispielsweise beim Akku-Brand eines E-Autos, welches ein Haus in Flammen setzte. Je nach Anbieter können die Preise an den Ladestationen variieren – einige Anbieter verlangen sogar 79 Cent pro kWh und auch Preise von 99 Cent/kWh sind keine Ausnahmen mehr.

Elektroauto vs. Verbrenner: Wie viel zahlt man bei Fahrten von über 100 Kilometern?

Bei einem Benzinverbrauch von 15,8 kWh auf 100 Kilometern liegen die Stromkosten für den e-Golf bei 6,32 Euro. Zum Vergleich: Die Diesel-Version verbraucht 4,8 Liter auf 100 Kilometern – für 1,60 Euro Tankpreis pro Liter zahlen die Fahrer derselben Strecke 7,68 Euro. Auch die Benzin-Variante des VW-Golfs ist mit 10,49 Euro bei 100 Kilometern teurer. Das vergleichbare E-Model VW ID.3 trägt mit einem Preis von 7,72 Euro allerdings höhere Kosten als der VW-Diesel.

Die jährlichen Kosten bei 12.000 Kilometern, also der durchschnittlichen Streckenlänge von Autofahrern, sind bei dem VW e-Golf mit 758 Euro am günstigsten – laden die Besitzer den e-Golf zu Hause, schnellen die jährlichen Kosten aber auf 1.900 Euro in die Höhe. Das wären 1000 Euro mehr als die auf ein Jahr berechneten Tankfüllungen beim Diesel.

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Zukunft der E-Autos: Strompreise werden Diesel- und Benzinpreise überholen

Mit höheren Preisen müssen künftig aber nicht nur Fahrer von E-Autos rechnen, vor allem in Deutschland war auch Tanken so teuer wie noch nie. Da fragt man sich bei den Benzinpreisen auf Rekordhöhe, wo man günstig tanken kann. Der Preis pro Liter soll beim Diesel um 1,6 Cent steigen und beim Benzin um 1,4 Cent – doch selbst bei dem Anstieg wären die Kosten für E-Autos mit einem Euro pro kWh immer noch teurer, rechnet „Inside Digital“ vor.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Robert Habeck, gibt mit der Innovationsprämie für Elektroautos einen Anreiz, trotzdem beim E-Auto zu bleiben. Demnach können sich E-Auto-Fahrer über eine Förderung ihrer umweltfreundlichen Wagen freuen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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