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Mercedes E-Klasse nicht mehr als Taxi: Darum muss der Klassiker sterben

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Von: Marcus Efler

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Ende einer Legende: Mercedes mag seine E-Klasse nicht mehr als Taxi anbieten. Das steckt hinter dem Bruch einer alten Partnerschaft.

Stuttgart – Malt ein Kind ein Taxi, sieht es wohl immer so aus: Vorne Motorhaube, hinten Kofferraum, und dazwischen die etwas kantige Mitte. Obendrauf ein Schild. Farbe beige, fertig. Ein klassischer Stufenheck-Pkw, und in Deutschland wird der seit Jahrzehnten vor allem von einem Auto verkörpert: der Mittelklasse von Mercedes-Benz.

Seit über 100 Jahren gibt es Taxis mit dem Stern. In der Nachkriegszeit verschmolz die Marke endgültig mit dem Personentransport: Erst in Schwarz, seit den 70ern in gelblichem Weiß, wurden die komfortablen Mercedes-Modelle zum Sinnbild für die Motordroschke. Möglich machte es der besondere Service der Stuttgarter mit Taxi-Ausstattungspaketen – inklusive weißer Folierung über einer normalen Farbe für den Wiederverkauf. Gute Wartungskonditionen für Taxi-Betreiber taten ein Übriges.

Mercedes E-Klasse nicht mehr als Taxi: Die Partnerschaft überlebte auch Qualitätsprobleme

Strich-Achter, W123, schließlich die E-Klasse: Die Partnerschaft hielt und überlebte auch Qualitätsprobleme, etwa mit der elektrohydraulischen Bremse der Baureihe W 211 Anfang der 2000er-Jahre. Und auch als wartungsarme Toyota Prius und praktische Vans wie der VW Sharan oder die Mercedes B-Klasse ins Geschäft drängten, dominierte der Klassiker das Bild auf den Taxispuren vor Flughäfen und Bahnhöfen.

Abgestellte Taxis in Berlin (Symbolbild)
Noch dominiert die Mercedes E-Klasse die Taxi-Flotten. (Symbolbild) © Marius Schwarz/Imago

Doch jetzt heißt es offenbar: Ende Legende. Ab 2023, wenn die neue E-Klasse anrollt, soll es für sie (und die B-Klasse) das bekannte Taxi-Paket nicht mehr geben. Grund ist offenbar, dass entgegen der subjektiven Wahrnehmung in der Realität immer weniger Taxler tatsächlich zu dem beigen Klassiker greifen. Allein in den vergangenen vier Jahren soll die Nachfrage um drei Viertel eingebrochen sein.

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Mercedes E-Klasse nicht mehr als Taxi: Vans lösen die Limousinen ab

Gefragt sind zunehmend geräumige Transporter, die Mercedes mit einer Taxi-Version der V-Klasse auch weiterhin anbieten will. Eigentlich logisch: Die E-Klasse mag optimal sein für den bequemen City-Trip des Geschäftsreisenden, doch bei der lukrativen Flughafen-Tour der fünfköpfigen Familie plus Urlaubsgepäck muss die Limousine ebenso passen wie das T-Modell mit Kombiheck. Auch der Trend zur Elektromobilität bremst die konventionelle beige E-Klasse.

Trotzdem trauern die Taxler ihrer langjährigen Liebe bereits nach. Laut „Wirtschaftswoche“ habe der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland sich bereits bei Ola Källenius, Chef der Mercedes-Benz Group, beschwert: Der geplante Schritt sei „katastrophal“ und werde »zu einer schweren Störung des Verhältnisses zwischen dem Gewerbe und Mercedes-Benz führen“.

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