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Autos mit Smartphone-Anbindung: Apps verraten, wann Sie wohin fahren

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Von: Marcus Efler

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Per Smartphone das Auto entriegeln oder vorheizen, das ist eine praktische Sache. Doch wer beim Kauf nicht aufpasst, teilt anderen unbeabsichtigt sensible Daten mit.

München – Der Autoschlüssel stirbt aus, und auch Entriegeln und Starten per Funksignal („Keyless Go“) gehört für immer mehr Autofahrer zum alten Eisen. Bei Modellen von Tesla und BMW, etwa dem vollelektrischen BMW i4, und künftig auch Hyundai übernimmt das iPhone in der Hosentasche diese Funktionen. Der chinesische Anbieter Lynk ermöglicht es sogar, das Auto nur per App-Klick an Andere zu verleihen und mal eben für deren Smartphone freizugeben.

Aber auch bei Fahrzeugen von Marken, die noch nicht ganz weit sind, lassen sich immer mehr Funktionen über Smartphones steuern, wie den Innenraum vorheizen oder den Ladestand von Elektroautos abfragen. Apple arbeitet sogar noch an einer deutlichen Ausweitung der Funktionen, die sich über CarPlay steuern lassen.

Autos mit Apps: So kommen Fremde an wichtige persönlichen Daten

Dass diese schöne neue High-Tech-Welt auch ihre Schattenseiten hat, zeigte nun allerdings ein Bericht des TV-Magazins „Kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks. Der Fall eines immerhin schon 2017 geleasten Audi A3 e-tron gibt tatsächlich zu denken: Obwohl der Erst-Besitzer das Hybrid-Fahrzeug schon vor drei Jahren zurückgegeben hatte, konnte er es über seine App immer noch präzise orten.

Autos mit Apps: 200 Kilometer entfernten Mazda entriegelt

So war zu erkennen, wo der neue Fahrer wohnt, dass er Golf spielt und im Urlaub nach Tirol gefahren war. Als die Redaktion ihn kontaktierte, war er verständlicherweise schockiert, bestätigte aber die Korrektheit des unabsichtlich abgefischten Bewegungsprofiles.

Frau steuert Ladefunktion eines Elektroautos per App (Symbolbild)
Schöne neue Welt: Auto-Steuerung per Smartphone-App. (Symbolbild) © Jose Carlos Ichiro/Imago

Kein Einzelfall: So konnte ein Redakteur des Computer-Magazins c´t weiterhin über die Connect-Funktion auf mehrere Fahrzeuge zugreifen, die er vor einiger Zeit für Testfahrten genutzt hatte. Einen 200 Kilometer entfernten Mazda konnte er in der TV-Sendung sogar noch entriegeln.

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Autos mit Apps: Hersteller sehen Besitzer in der Pflicht

Offenbar handelt es sich hier um ein grundsätzliches Datenschutz-Problem. „Der Hersteller darf Daten ohne die Zustimmung der Kunden nicht löschen“, teilte der Verband der Automobilindustrie dem Sender auf Nachfrage mit: „Der Fahrzeughalter hat die uneingeschränkte Souveränität über die eigenen Daten und natürlich die Möglichkeit, Daten wieder zu löschen.“

Der Vorbesitzer muss also die App-Anbindung aktiv und selbstständig löschen. Für Käufer eines Autos mit Connect-Funktion bedeutet das: Zu den üblichen Fragen etwa zur Unfallschäden und regelmäßigen Wartung kommt nun noch die nach dem kompletten Reset der Internet-Funktionen.

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