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Gebrauchtwagen knapp und teuer – doch Entspannung ist in Sicht

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Von: Marcus Efler

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Ein guter Gebrauchter ist eine Alternative zum Neuwagen mit langer Lieferzeit. Das Angebot ist knapp und teuer, doch mittlerweile gibt es erste Anzeichen der Entspannung.

Update vom 5. April 2022, 16:30 Uhr: Die Gebrauchtwagenpreise rangieren weiterhin auf Rekordhoch. Der vom Handelsportal Autoscout24 ermittelte Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) weist aktuell einen Durchschnittspreis von 27.103 Euro auf, das sind 347 Euro mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind Gebrauchte sogar um 4.844 Euro teurer geworden.

Den höchsten Preisanstieg verzeichneten Second-Hand-Elektroautos mit sechs Prozent gegenüber dem Vormonat. Durchschnittlich kostete ein gebrauchter Stromer im März 39.758 Euro: 2.310 Euro mehr als bisher. Hybridfahrzeuge verteuerten sich um zwei Prozent auf durchschnittlich 41.357 Euro. Die Preise für Diesel stiegen im Schnitt um 1,3 Prozent auf 29.139 Euro, Benziner legten mit 1,1 Prozent auf 24.406 Euro zu.

Gebrauchtwagen knapp und teuer – doch Entspannung ist in Sicht

Insgesamt fällt der Preisanstieg mit 1,3 Prozent aber etwas niedriger aus als zuvor (plus 1,9 Prozent). Darüber hinaus sehen die Analysten für die kommenden Monate eine leichte Entspannung. Denn es rollen wieder mehr Gebrauchte auf den Markt: Der Bestand von Fahrzeugen der oberen Mittelklasse sowie von fünf bis zehn Jahre alten Fahrzeugen hat um je sechs Prozent zugenommen, der der Mittelklasse um fünf Prozent. Das Angebot an Benzinern stieg um zwei Prozent, das der Diesel-Fahrzeuge um sechs Prozent. Nur der Bestand an Jahreswagen (minus vier Prozent) und Elektroautos (minus sieben Prozent) ist zurückgegangen: Hier schlagen immer noch die langen Lieferzeiten für Neuwagen und der Stromer-Boom durch. (Mit Material von SP-X)

Erstmeldung vom 19. November 2021, 13:51 Uhr: Ostfildern – Der Chipmangel in der Autoindustrie nervt derzeit nicht nur deren Manager, sondern vor allem auch die Kunden: Die Lieferzeiten für Neuwagen sind extrem lang. Und wenn das Auto dann irgendwann doch vor der Tür steht, fehlt möglicherweise ein eigentlich selbstverständliches Teil der Ausstattung – wie die Touchscreen-Funktion bei einigen BMW-Modellen. Da liegt der Gedanke nah: Warum nicht einen neuwertigen Gebrauchtwagen kaufen, einen Jahreswagen vielleicht? Da hätte man Geld gespart, und eine schöne Auswahl an schicken Autos mit unterschiedlichsten Ausstattungen, die man quasi gleich mitnehmen kann. (Leasing-Schnäppchen: Darum kann’s am Ende doch teuer werden)

Gebrauchtwagen knapp und teuer – schlägt der Chipmangel schon durch?

Doch wer sich wohlgemut an einem schönen Samstagmorgen auf den Weg macht, um das Angebot vor Ort zu begutachten, steht möglicherweise verdutzt feststellen: Diese Idee hatten noch andere. Und die waren schneller. Denn die Hallen und Höfe der großen Händler, bei denen sonst die Gebrauchtwagen aller Alters- und Preisklassen dicht an dicht stehen, leeren sich zusehends. Und auch auf einschlägigen Internet-Portalen schmilzt das Angebot. (Volkswagen zieht Stecker: Dienstwagen nur noch als Verbrenner)

Gebrauchtwagen knapp und teuer – Flottenbetreiber schwächeln

Die Angebotsflaute liegt nicht zuletzt auch daran, dass wegen der Pandemie im vergangenen Jahr weniger Neuwagen zugelassen wurden – und sich vor allem jene Großkunden zurückhielten, die ihre Fahrzeuge bislang zuverlässig nach etwa einem Jahr wieder in den Verkauf schoben. Minus 12,4 Prozent meldet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für Flotten-Fuhrparks im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr.

Gebrauchtwagen beim Autohändler (Symbolbild)
Wer derzeit so ein pralles Gebrauchtwagen-Angebot vorfindet, muss schon Glück haben. (Symbolbild) © Manuel Geisser/Imago

Die Eigenzulassungen der Händler, die als fast neuwertige Autos im Showroom glänzten, sackten um 28,5 Prozent ab, die der Mietwagen-Firmen, die sonst zuverlässig den Pool junger Gebrauchter füllen, gar um 30,3 Prozent. (Tesla Model 3 gratis: Dieser Trick macht’s möglich – ein Risiko bleibt)

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Gebrauchtwagen knapp und teuer – herbstlicher Preisrückgang fällt aus

So bekommen Second-Hand-Autokäufer derzeit eine unschöne Praxis-Schulung beim Thema Angebot und Nachfrage. Denn Gebrauchtwagen kosten so viel wie noch nie: Seit Mitte des Jahres ziehen Preise kontinuierlich an. Auch der sonst übliche Preisrückgang in der zweiten Jahreshälfte ist, wie schon im vergangenen Jahr, ausgefallen.

Wie aus Daten der DAT (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) hervorgeht, kosten drei Jahre alte Benziner zurzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt 59,3 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises, Diesel 56,2 Prozent. Vor einem Jahr lagen diese Werte noch bei 56,1 und 52,1 Prozent. Die positive Seite: Wer jetzt sein Auto verkauft, bekommt dafür mehr Geld. Aber dann leider kein neues Auto mehr – es sei denn, er hat es schon vor langer Zeit bestellt. (Mit Material von SP-X)

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