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Ford F-150 Lightning: Abzocker wollen Kasse machen – so reagiert der Autokonzern

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Von: Marcus Efler

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Gierige Händler und Weiterverkäufer ließen den Preis für Fords Elektro-Pick-up F-150 in die Höhe schießen. Der Hersteller reagiert mit klaren Ansagen.

Update vom 4. März 2022, 15:30 Uhr: Ford hat es satt, dass gierige Händler und auch Kunden seine Preispolitik boykottieren. Einige Dealer hatten bei dem in den USA eigentlich recht günstigen Elektro-Truck F-150 Lightning kräftige Aufschläge auf den Listenpreis verlangt. Aber auch Letztere handelten nicht ausschließlich im Sinne des Herstellers und der Umwelt: Statt den emissionsfreien Pick-up zu fahren, verkauften sie ihn, ebenfalls mit sattem Plus, weiter. Dieses „Scalpen“ kennt man etwa auch von begehrten, seltenen Elektronik-Produkten wie der aktuellen Sony Playstation.

Nun hat Ford dem einen Riegel vorgeschoben: Käufer müssen sich offenbar vertraglich verpflichten, den wuchtigen Wagen mindestens ein Jahr zu halten. Wer dagegen verstößt, muss den dabei entstehenden Gewinn an Ford abführen.

Ford F-150 Lightning: Abzocker wollen Kasse machen – so reagiert der Autokonzern

Außerdem warnte der Hersteller die Händler ausdrücklich davor, für den Stromer mehr als den Listenpreis zu verlangen. In diesem Falle würde die Kontingente für den Abzocker an andere, regelkonforme Händler gehen.

Update vom 3. Januar 2022, 15:00 Uhr: Für einen Preis ab 40.000 Dollar, etwa 35.200 Euro, ist der schwere elektrische Pick-up-Truck Ford F-150 Lightning ein echtes Schnäppchen. Auch die 53.000 Dollar (ca. 46.700 Euro) für die üppig ausgestattete Luxus-Version XLT sind eine faire Ansage – der ebenfalls amerikanische Konkurrent Rivian R1T ist deutlich teurer, der Tesla Cybertruck entschwebt preislich sowieso in ganz andere Sphären.

Doch offenbar hat Ford die Rechnung ohne seine Händler gemacht. Denn wie das US-Portal Electrec berichtet, kassieren einige Handelspartner von den Käufern teils horrende Aufschläge: So verlangt ein Autohaus in Virginia sage und schreibe 30.000 Dollar (ca. 26.500 Euro) extra, wenn man den dicken Stromer noch in diesem Jahr und möglichst schnell haben möchte. Wer sich etwas geduldet, ist immerhin noch mit 10.000 Dollar (ca. 8.800 Euro) Aufschlag dabei. 5.000 Dollar Anzahlung werden sowieso fällig – und das auch bei einem Rücktritt von der Reservierung. Da 2022 nur 15.000 Einheiten gebaut werden und die Produktion in den folgenden Jahren nur gemächlich auf 80.000 hochläuft, können sich die meisten Interessenten auf lange Lieferzeiten gefasst machen. (Pick-up-Trend: Schon wieder vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat)

Ford F-150 Lightning: Händler zocken Kunden beim elektrischen Pick-up ab

Deutsche Truck- und Elektro-Fans könnten diese Auswüchse nun mit dem Hinweis auf typisch amerikanischen Kapitalismus abtun. Allerdings werden auch sie kaum einen Ford F-150 Lightning zum Preis eines Cupra Born bekommen: Da Ford seinen Elektro-Hammer nicht offiziell nach Europa exportiert, bleibt ihnen nur der Weg zu einem freien Importeur – der aber schon aufgrund des Aufwandes ebenfalls einen ordentlichen Aufschlag verlangen wird.

Erstmeldung vom 24. Juni 2021, 15:56 Uhr: Dearborn (USA) – Bislang hat Ford in Sachen Elektroauto nicht gerade viel gestemmt. Während der VW-Konzern schon ein gutes Dutzend Akku-Modelle am Start hat, brachte der US-Autoriese bislang nur das Elektro-SUV Ford Mustang Mach-E zustande. Umso bemerkenswerter ist es nun, dass aus der traditionsreichen Plant Rouge, eigentlich Inbegriff eines Werkes für konventionelle Massenmodelle, bald der Pick-up F-150 als vollelektrische Version rollt. (Ford F-150 Lightning: Der E-Pick-up hat’s auf Elon Musk und den Tesla Cybertruck abgesehen)

Ford F-150 Lightning, fahrend
Sauber durch die City: der Ford F-150 Lightning © Ford

Ford F-150 Lightning: Elektrischer Pick-up zum Hammerpreis – aber nicht für Deutschland

Das seit fast einem Jahrhundert meistverkaufte Auto der USA, der mehr als fünf Meter lange Truck (wie die Amerikaner ihre Pritschenwagen nennen) F-150 Lightning leistet 318 oder 420 elektrische Kilowatt, also 430 oder 571 PS, und entwickelt ein gewaltiges Drehmoment von bis zu 1.050 Newtonmetern. Damit diese gewaltige Leistung auf den Untergrund kommt, ist der Ford F-150 obligatorisch mit Allradantrieb unterwegs und kann über 4,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen – was derzeit kein anderes Elektroauto weltweit schafft. Aus dem Stand beschleunigt er in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h und packt mit dem Basisbatteriepaket von rund 80 kWh eine Reichweite von rund 380 Kilometer. Mit dem großen Akkupaket soll der F-150 Lightning sogar knapp 500 Kilometer weit kommen. (Gepanzerte Limousine von US-Präsident: Kriegt „The Beast“ einen Elektromotor?)

Ford F-150 Lightning: Bis 500 Kilometer Reichweite und 4,5 Tonnen Anhängelast

Dabei ist der elektrische F-150 mehr als ein normaler Pick-up mit Elektroantrieb, nämlich mit externen Netzsteckern für Camping oder Handwerk auch ein Kraftwerk für unterwegs. In der Basisversion liefert er 2,3 Kilowatt, bei den Topmodellen Lariat und Platinum sogar 9,6 Kilowatt für die Versorgung von Werkzeug, Kühlaggregat oder Wohnanhänger. Ford legt Wert darauf, dass der rustikale Pick-up dabei jene Robustheit und Geländegängigkeit behält, die ihn seit Jahrzehnten bei den Kunden in aller Welt und speziell in den USA so beliebt macht. (Tesla-Truck verboten: Erstes Land verweigert Elon Musks Elektro-Lkw die Straßenzulassung)

Ford F-150 Lightning, durch einen Wald fahrend
Auch als E-Mobil bietet der F-150 seine bekannten Offroad-Qualitäten. © Ford

Ford F-150 Lightning: E-Pick-up kostet weniger als 40.000 US-Dollar

Und auch als Elektroversion lockt der Ford-Truck durch seine günstigen Preise. Die schlichten Gewerbe-Modelle starten knapp unter 40.000 US-Dollar, die besser ausgestatteten Privatkunden-Modelle kosten als F-150 XLT weniger als 53.000 US-Dollar. Das wären nach aktuellem Dollarkurs etwa 33.000 beziehungsweise 44.000 Euro. Selbst wenn man hierzulande erst den üblichen Euro-Aufschlag und die Mehrwertsteuer dazurechnet, dann aber die Umweltprämie von 9.670 Euro brutto wieder runter, bekämen deutsche Käufer richtig viel Elektroauto fürs Geld. Bekommen sie aber nicht. (Tesla abgehängt: In diesem Land geht der Ford Mustang Mach-E durch die Decke)

Cockpit des Ford F-150 Lightning
Tesla lässt grüßen: Auch der Ford hat einen Touchscreen im Tablet-Style. © Ford

Auf Anfrage von 24auto.de bei Ford heißt es nämlich: „Wir haben keine Pläne, den F-150 Lightning in Europa auf den Markt zu bringen. Es wird also, anders als beim Ford Explorer Plug-in-Hybrid oder beim elektrischen Mustang Mach-E mit seinem speziell für Europa abgestimmten Fahrwerk, keine Europa-Version des F-150 Lightning geben.“ Die Amerikaner scheuen also den Aufwand, den wuchtigen Stromer den hiesigen Gesetzen anzupassen, schließlich ist schon der normale F-150 hierzulande ein Nischenprodukt. Als Akku-Version zum Kampfpreis könnte er aber vielleicht ganz neue Kunden erschließen. (Ford Escort von Lady Diana († 36) wird versteigert – mit Original-Kennzeichen)

Ford F-150 Lightning: Hierzulande nur beim freien Importeur erhältlich

Ford-Fans, die jetzt traurig sind, empfiehlt der Hersteller den Gang zum freien Importeur. Dort wird der Lightning zu haben sein, wegen des Aufwandes des Einzel-Importes dann aber zu einem erheblich höheren Preis. Doch auch andere Autohersteller haben ja schöne Trucks: etwa VW den Amarok. Wenn es die Wolfsburger wirklich ernst meinen mit ihrer elektrischen Zukunft, müssten sie ihren Pritschenwagen künftig ebenfalls als Elektromobil anbieten. Und dem Ford F-150 Lightning ordentlich einheizen. Oder wir warten mal wieder auf Elon Musk und seinen Tesla Cybertruck. (Mit Material von press-inform)

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