Raser-Duell auf der B73

100 km/h zu schnell – innerorts: So beendet die Polizei das illegale Straßenrennen der Raser

Zivile Polizeibeamte haben ein Fahrzeug angehalten und führen eine Kontrolle durch. (Symbolbild)
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Für die Verkehrsrowdys war schnell Schluss. Nachdem sie von Zivilfahndern gestoppt wurden, mussten sie ihre Lappen abgeben. (Symbolbild)
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Zivilfahnder der Polizei konnten ein illegales Autorennen mit fast 100 km/h zu viel beenden und die Führerscheine der rücksichtslosen Raser einkassieren. Die Lappen sind erstmal weg.

Hamburg – Die Polizeibeamten der Hamburger Verkehrsdirektion 2 ahnten bereits, was sich gleich abspielen sollte, als sie hörten, wie der Motor eines BMW 330i aufheulte. Zu diesem Zeitpunkt standen sie, wie die Hamburger Polizei gegenüber 24auto.de bestätigte, mit ihrem ProViDa-Dienstwagen (ein Spezialfahrzeug mit Front- und eine Heckkamera zur elektronischen Messung von Geschwindigkeitsverstößen) noch im Stadtteil Hamburg-Heimfeld an der Ampel der Anschlussstelle zur Autobahn A7. Nur wenige Augenblicke später wurden die eingesetzten Tempo-Fahnder von zwei Fahrzeugen überholt, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an ihnen vorbeirasten.

Illegales Autorennen: Innerorts fast 100 km/h zu schnell – so wurden die Raser gestoppt

Die beiden Autos, ein Opel Astra und der angesprochene BMW 330i, jagten sich gegenseitig – anscheinend aus purem Spaß an der Freudemitten durch den Straßenverkehr der Stader Straße (B73). Dabei lieferten sie sich Kopf-an-Kopf-Rennen, überholten sich mehrfach und drängelten sich mal links und mal rechts an den verschreckten anderen Verkehrsteilnehmern vorbei. Dabei handelte es sich nicht um einen harmlosen Akt der Unvernunft – sondern wie die Polizei betont um rücksichtsloses und hochgefährliches Verhalten, bei dem nur durch Glück keine Unbeteiligten zu Schaden kamen. (98 km/h zu viel auf dem Tacho: Autobahn-Raser im BMW 7er duelliert sich mit Polizei)

Zum Pech der Raser veranstalteten diese ihr Duell vor laufenden Kameras: Denn die Zivilfahnder nahmen nicht nur umgehend die Verfolgung auf, sondern dokumentierten auch alle Verkehrsverstöße mit ihrem ProViDa-System. Immerhin hielten sich die Fahrer des Opel Astra und des BMW 330i zumindest an eine grundlegende Verkehrsregel. Bei ihrer Hatz stadtauswärts stoppten sie im Stadtteil Hamburg-Hausbruch an einer roten Ampel. (Im Opel Corsa: Teenager (13 und 16) liefern sich irre Verfolgungsjagd mit der Polizei)

Diesen Moment nutzten die Polizisten, um die Übeltäter im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Verkehr zu ziehen“. Während der Rotlichtphase hielten sie den BMW 330i und den Opel Astra an – und konfrontierten die Hobby-Rennfahrer mit ihren drastischen Verkehrsvergehen. Wie die Aufzeichnungen der Spezialkameras zeigten, war der BMW 330i das schnellere der beiden Fahrzeuge – und mit bis zu 145 km/h bei erlaubtem Tempo 50 innerorts schlappe 95 km/h zu schnell. Das kriminelle Fahrverhalten dürfte teuer werden. (Update: Illegales Autorennen auf A66: Tödliche Raserei – Verdächtiger will Deal)

Illegales Autorennen in Hamburg: Verkehrsrowdys sind noch vor Ort ihre Führerscheine los

Wie sich herausstellte, wurde der BMW 330i von einer 21-jährigen Frau gesteuert, der Opel Astra von einem 18-jährigen Mann. Viel zu lachen hatten im Anschluss beide nicht: Die Führerscheine der Fahrerin und des Fahrers wurden von den Polizisten noch vor Ort eingezogen. Gegen die Verkehrsrowdys wird außerdem gemäß Strafgesetzbuch (StGB) § 315d wegen des Verdachts eines illegalen Straßenrennens ermittelt. (Rückwärts auf Autobahn: Lebensgefährliches Manöver auf A2 endet ...)

Doch damit nicht genug: Denn die verantwortungslosen Jung-Raser waren bei ihrem lebensgefährlichen Treiben auf der B73 nicht allein in ihren jeweiligen Fahrzeugen. Im Gegenteil: Die Autos waren voll besetzt. Somit erwarten die insgesamt vier Insassen des BMW 330i sowie die fünf Personen im Opel Astra auch noch Strafen wegen begangener Ordnungswidrigkeiten: Sie haben gemeinschaftlich gegen die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstoßen. Da sie sie aus zu vielen verschiedenen Haushalten stammten, hätten sie sich gar nicht erst treffen dürfen.

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