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Porsche Cayenne Facelift: Neuer V-8-Motor, mehr Luxus

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Von: Rudolf Bögel

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Volle Hybrid-Power, fetter Achtzylinder. Der neue Porsche Cayenne hat so viel Pfeffer wie nie. Und ist teuer wie nie.

Kleine Kopfrechnung vorneweg: Was macht 100.000 mal 100.000. Richtig: Zehn Milliarden. So viel Geld setzt Porsche schätzungsweise mit seinem großen Sport-SUV Cayenne in einem guten Jahr wie 2022 um, wenn man zugrunde legt, dass rund 100.000 Modelle zu einem Durchschnittspreis von 100.000 Euro über die Ladentheke gehen. 10 Milliarden – das entspricht in etwa dem Staatshaushalt von Island. Verständlich, dass die Zuffenhausener ihr Verbrenner-Erfolgsmodell so lange wie möglich im Spiel halten wollen. Und jetzt deshalb sogar noch aufwerten. Das Facelift der dritten Generation ist so umfangreich ausgefallen, andere Hersteller würden schon von einem gänzlich neuen Auto sprechen.

Der neue Porsche Cayenne - mehr als ein Facelift

Die Konkurrenz ist zahlreich und prominent. BMX hat den X7 aufgepeppt, aber auch Maserati mischt mit dem Grecale neuerdings im Luxus-Segment mit. Vielleicht ist deshalb das Porsche-Facelift so umfangreich ausgefallen. Ob als SUV oder als Coupé – der neue Cayenne steht jedenfalls noch kräftiger im Futter und noch strammer auf der Straße als je zuvor. Das liegt zum einen am neuen Bugteil mit den riesigen Lufteinlässen, zum anderen an den neu gestalteten Power-Domes auf der Haube und den noch stärker nach oben ausgeprägten Kotflügeln.

Porche Cayenne S Racinggreen Front
Stramm und kernig steht der Porsche Cayenne S auf der Straße. Die Farb Racinggreen passt gut zu diesem Luxusschiff. © Frank Ratering/Porsche

Im Heck wandert das Kennzeichen ins neu gestaltet Unterteil, die Lichter sind neu gezeichnet und dreidimensional. Dadurch wirkt das SUV breiter. Wer sich ans Steuer setzt, denkt zunächst, er sitzt im falschen Porsche. Das sieht doch nach Taycan aus. Und das soll es auch. Zum ersten Mal ist die Instrumententafel im Cayenne voll digitalisiert. Ja, richtig gelesen, auch die heilige Kuh Drehzahlmesser.

Wo ist bitte der Gangwahlhebel?

Apropos: Der Startknopf für den Motor bleibt auf der linken Seite, ist aber kein stilisierter Schlüssel mehr, sondern wirklich ein Knopf. Dafür aber wandert der Gangwählhebel direkt in die Armaturentafel, hinter das Lenkrad. Ist gewöhnungsbedürftig, aber praktisch, weil auf der Mittelkonsole dadurch mehr Platz zum Bedienen der Klimaanlage ist. Mit richtigen Schaltern übrigens.

Porsche Cayenne S Cockpit Armaturenbrett Lenkrad
Zum ersten Mal hat der Porsche Cayenne ein voll digitales Cockpit, und der Beifahrer einen eigenen Bildschirm. © Frank Ratering/Porsche

Die Displays sind 12,6 Zoll (curved Kombi-Instrument) und 12,3 Zoll (Infotainment) groß. Wer will, ordert sich noch ein Head-up-Display und wer seinem Beifahrer was Gutes tun will, noch einen Extra-Bildschirm (10,9 Zoll) über dem Handschuhfach. Hier kann man sich als DJ betätigen oder einen Film screenen. Der Fahrer sieht davon nichts, dafür sorgt eine spezielle Folierung. Die ist aber leider so stark, dass der Bildschirm auch für den Beifahrer viel zu dunkel ist.

Achtzylinder-Motor mit 474 PS, Hybrid mit 470 PS

Wer gute Unterhaltung sucht, der ist beim Motorenprogramm von Porsche sowieso immer an der besseren Adresse. Zum Abschied des Verbrenner-Cayennes lassen es die Zuffenhausener noch mal krachen – mit einem neuen Achtzylinder. Zwar müssen die Europäer auf das Top-Modell Turbo GT wegen der zunehmend scharfen Abgasnormen verzichten. Dafür aber brummt jetzt ein neuer, stattlicher V8-Biturbo mit 474 PS unter der Motorhaube des Cayenne S. Eine von drei möglichen Motorisierungen.

Porsche Cayenne S Coupe Heck
Flache, dreidimensionale Heckleuchten machen den Cayenne optisch breiter. Die vier Auspuffrohre hatte auch der Vorgänger. © Frank Ratering/Porsche

Ganz unten rangiert ein V6-Turbo mit 353 PS, danach kommt der E-Hybrid mit 470 PS – getoppt vom neuen Achtender, der den 2,2-Tonner in prächtigen 4,7 Sekunden von 0 auf 100 schiebt. Und wer auf einer deutschen Autobahn mal so richtig durchziehen will, der sprintet in 18,3 Sekunden auf die 200er-Marke. Natürlich versägt der pfeffrigste Cayenne der aktuellen Generation dabei ordentlich Sprit. Im Idealfall 12,4 Liter, bei kerniger Fahrweise bleibt die Skala nach oben offen.

Der Auspuffsound des Cayenne: Kernig, aber nicht aufdringlich

Man muss den 4,0-Liter-Biturbo aber nicht immer zu Höchstleistungen anspornen, um Spaß zu haben. Schon ab 2.000 Umdrehungen legt das maximale Drehmoment von 600 Newtonmetern los, und lässt bis 5000 U/min nicht mehr locker. So etwas nennt man souverän. Und so fährt sich der Cayenne S auch. Davor sollte man sich jedoch ein kleines Hörvergnügen gönnen. Denn der Cayenne S klingt gut. Auch im Stand. Kernig, und doch nicht aufdringlich. Kräftig und doch nicht pubertär.

Das trifft auch auf das Fahrverhalten zu. Der Cayenne ist auch hier erwachsener geworden. Schon mit den Stahlfedern (Serie) ist man bestens unterwegs, kein Wunder, die Ingenieure haben neue Stoßdämpfer mit getrennter Zug- und Druckstufe eingebaut. Das zahlt auf den Langstrecken-Komfort ein, aber auch auf die Fahrdynamik in den Kurven. Der Cayenne wankt kaum und auch die Nickbewegungen halten sich im Zaum.

Cayenne E-Hybrid schafft fast 100 Kilometer elektrisch

Stark verbessert präsentiert sich auch der Plug-in-Hybrid: Vor allem bei der Leistung, die im Lauf der Zeit sogar noch auf 700 PS anwachsen soll. Zum Start des Facelifts müssen jedoch erst einmal 470 PS reichen. Geliefert werden sie von einem V6-Turbomotor (345) und einer E-Maschine, die 130 kW beisteuert. Das Drehmoment liegt mit 650 Nm sogar noch höher als beim Achtzylinder, trotzdem ist der Hybrid um 0,2 Sekunden langsamer beim Sprint auf 100 km/h. Immerhin 90 Kilometer schafft man jetzt rein elektrisch, dank der jetzt 25,9-kWh großen Batterie. Und auch beim Laden wurde er der Cayenne E-Hybrid „getunt“. Mit 11 kW fließt der Strom jetzt in die Akkus, damit sind sie nach 2 Stunden und 15 Minuten wieder voll.

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Unser Fazit zum neuen Cayenne: Ob Verbrenner oder Hybrid – wer um die 100.000 Euro locker machen kann, der bekommt mit dem Cayenne einen waschechten fahraktiven Porsche, und hat außerdem ein perfektes Familienauto mit viel Platz und Zugkraft (3,5 Tonnen) vor der Tür stehen. (Rudolf Bögel)

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