Kurioser Gerichtsentscheid

Hund erhält 20.000 Euro Schadenersatz nach Autounfall– für eine Physiotherapie

Eine dreijährige Rhodesian-Ridgeback-Hündin wird von zwei Tierärztinnen untersucht. (Symbolbild)
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Nach seiner Verletzung geht es dem Rhodesian Ridgeback mittlerweile wieder besser – Physiotherapie sei dank. (Symbolbild)
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Was für ein kurioses Gerichtsurteil: Hund und Herrchen bekommen nach einem Autounfall 20.000 Euro Schadenersatz für eine Physiotherapie. Grund ist die Verletzung des Vierbeiners.

München – Einem jungen Vierbeiner und seinem Herrchen werden nach einem Urteil des Landgerichts München I rund 20.000 Euro an Schadenersatz zuteil, die in eine spezielle Physiotherapie für Hunde geflossen sind. Nach eingehender Prüfung gelangte das Münchner Gericht zu der Auffassung, dem verletzten Tier und seinem geschädigten Halter habe die entsprechende Reha-Maßnahme in vollem Umfang zugestanden. Was sich zunächst kurios anhört, ist mittlerweile rechtskräftig (Aktenzeichen 20 O 5615/18). (Pistolen-Schüsse auf Tesla mitten auf Autobahn: Hier wird ein Model 3 zur Zielscheibe)

Hund erhält 20.000 Euro Schadenersatz – für eine Physiotherapie nach einem Autounfall

Der Vorfall, über den vor Gericht entschieden werden musste, soll sich folgendermaßen zugetragen haben: Ein Angestellter des Hundebesitzers habe den Rhodesian Ridgeback am Unfalltag an einer Leine auf dem Privatgelände eines Gewerbeparks in München spazieren geführt. Dort sollte der Rüde später als Wachhund eingesetzt werden. Der Unfallverursacher sei mit mindestens 20 km/h überhöhter Geschwindigkeit über das Gelände gebraust – und habe bei seiner fahrlässigen Fahrt den Hund erfasst. (Dieb klaut Auto samt Therapiehündin „Charlotte“ – so herzergreifend war das Wiedersehen)

Die zuständige Richterin vernahm Zeugen des Unfallhergangs und hörte darüber hinaus einen Gutachter, der beurteilen sollte, ob die geltend gemachten Behandlungskosten angemessen waren. Schließlich entschied die Richterin, der angeleinte Hund habe keine „typische Tiergefahr“ dargestellt und sei auch nicht unverantwortlich frei herumgelaufen – ein etwaiges Mitverschulden des Hundehalters sei daher ausgeschlossen. Aus diesem Grund müssen der Autofahrer und dessen Kfz-Haftpflichtversicherung zahlen – und auch für zukünftige Verletzungsfolgen des Rhodesian Ridgebacks aufkommen. (Totes Opossum mit Fahrbahnmarkierung übermalt – „einfach herz- und hirnlos“)

Nach Autounfall: Hund bekommt 20.000 Euro Schadenersatz – Physiotherapie notwendig

In der Urteilsbegründung heißt es, insbesondere die Physiotherapie des an der linken Vorderpfote verletzten Hundes sei notwendig gewesen, da der zum Zeitpunkt des Unfalls erst vier Monate alte Hund sich noch im Wachstum befunden habe. (Mit Material der AFP)

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