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Spritpanik: Hummer-Fahrer bunkert Benzin – Geländewagen brennt aus

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Von: Christian Schulz

Wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um, heißt es. Ganz so schlimm verläuft der Flammen-Unfall glücklicherweise nicht – seinen Hummer kann der Besitzer aber nicht retten.

Homosassa (Florida) – Ein Hummer-Fahrer aus Florida hat es geschafft, mit einer irrwitzigen Aktion seinen ebenso teuren wie bulligen Geländewagen (Einstiegsmodell ab 36.890 Euro Neupreis) nicht nur zu schrotten, sondern völlig niederzubrennen. Der entweder unbedarfte oder unvorsichtige Besitzer des Monster-Boliden verursachte in Homosassa, einem 2.500-Seelen-Nest im Citrus County ein veritables Feuer. Von seinem Auto blieb kaum etwas übrig. Was war geschehen? (Fahrverbot wegen Klimaschutz? Bundesregierung reagiert auf Karlsruher Urteil)

Spritpanik: Hummer-Fahrer bunkert Benzin – Geländewagen geht in Flammen auf

Nun, der Mann kam auf die erstaunliche Idee vier bis zum Rand gefüllte 20-Liter-Benzinkanister auf dem Rücksitz seines Hummers zu transportieren. Hatte ihn die Spritpanik ereilt? Er beförderte jedenfalls allen Ernstes 80 Liter Treibstoff im Innenraum seines Geländewagens. Etwas, das von Hersteller General Motors – bei aller Robustheit des ursprünglich militärischen Nutzfahrzeugs – mit Sicherheit so nicht vorgesehen ist. Als hätte es des Beweises bedurft, hatte das leichtfertige Verhalten des Fahrers fatale Folgen. (Boom der Schummel-Autos: Plug-in-Hybride werden zum Problem – das ist der Grund)

Die genauen Brandursachen sind unklar. Die Feuerwehr untersucht den Feuer-Unfall – eine exakte Ahnung hat die „Citrus County Fire Rescue“ bis dato allerdings auch nicht. Dass die Flammen derart verheerende Ausmaße angenommen und sich zu einem wahren Inferno ausgewachsen haben, dürfte jedoch zweifelsfrei an dem immensen im Hummer gebunkerten Spritmengen gelegen haben. Kann man wirklich nie zu viel Benzin dabei haben? Ganz offensichtlich doch. Das Fahrzeug hatte jedenfalls keinerlei Chance zu überleben. Wie kann man nur auf solch eine Idee kommen? (Erster Hummer EV für über 2 Millionen Euro versteigert – das Geld geht an ...)

Ein völlig ausgebrannter Hummer Geländewagen steht vor einer Tankstelle.
Zu viel getankt: Vom völlig ausgebrannten Hummer Geländewagen ist kaum noch etwas übrig. © Citrus County Fire Rescue

Spritpanik: Hummer-Fahrer bunkert Benzin – eine ganz schlechte Idee

Dem törichten Hummer-Fahrer erging es zum Glück besser als seinem bemitleidenswerten Geländeauto, doch auch er wurde verletzt. Nachdem er der Flammenhölle gerade noch rechtzeitig entkommen war, verweigerte er die medizinische Behandlung – trotz des gegensätzlichen Rats der Notfallsanitäter. Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Andererseits scheint es genau die klare Art von Denken zu sein, die man von jemandem erwarten kann, der es für clever hält, 80 Liter Benzin durch die Gegend zu kutschieren. (Benziner-Comeback: Gefrustete E-Auto-Fahrer kehren zum Verbrenner zurück)

Nur die Tatsache, dass der Mann alleine in seinem Hummer saß und das blitzschnelle Eingreifen der „Citrus County Fire Rescue“ verhinderten noch Schlimmeres. Die Bilder des Unfalls und der Auswirkungen der Feuersbrunst sind erschreckend. Laut des „Citrus County Chronicle“ ereignete sich der Notfall-Einsatz wie folgt: „Der Notruf kam um 10:52 Uhr. Ein Augenzeuge berichtete, dass in der South Alabama Avenue in Homosassa ein Hummer lichterloh in Flammen stand. Der Fahrer des Ungetüms habe unmittelbar zuvor beim Texaco Food Mart am West Grover Cleveland Boulevard zahlreiche Benzinkanister aufgefüllt. Der Feuerwehrwagen traf bereits um 10:59 ein – um 11:09 Uhr war das Feuer gelöscht.“ Der Geländewagen war da allerdings schon längst nicht mehr zu retten. (Spritverbrauch weit höher als Herstellerangaben? EU will genauer hinschauen)

Der ausgebrannte Innenraum eines Hummer Geländewagens und mehrere verkohlte Benzinkanister.
So kann es enden, wenn man auf die Idee kommt, Benzinkanister im Fahrzeug-Innenraum zu transportieren. © Citrus County Fire Rescue

Spritpanik: Hummer-Fahrer bunkert Benzin – ist Hacker-Angriff an der Ostküste schuld?

Anschließend schossen natürlich die Spekulationen ins Kraut. Warum nur hatte der Mann sich dermaßen irrational verhalten – und so ein Risiko auf sich genommen. Hatte es etwas mit dem eklatanten Spritmangel zu tun, der Teile der Vereinigten Staaten bedroht? Das Problem an der Ostküste der USA trat durch eine Sicherheitslücke bei der wichtigen „Colonial Pipeline“ auf, die von einem Hacker-Angriff heimgesucht und in die Knie gezwungen wurde.

Nachdem die Hacker mit ihrer Schad-Software die 8.850 Kilometer lange Benzin-Leitung lahmgelegt hatten, befürchteten unzählige Autofahrer an der Ostküste offenbar einen Engpass – und stürmen die Tankstellen für regelrechte Hamsterkäufe. Erst im Osten, dann auch im Süden des Landes. Die Treibstoff-Nachfrage schnellte innerhalb weniger Stunden um bis zu 40 Prozent nach oben. Stellenweise war der begehrte Sprit auch ausverkauft. Nichts ging mehr. Klar, denn die größte Pipeline der USA transportiert normalerweise täglich drei Millionen Barrel (ca. 477 Millionen Liter) Sprit zwischen Houston und New York – und deckt damit etwa 45 Prozent des gesamten Benzinbedarfs der amerikanischen Ostküste. (Überfall an Tankstelle: Kunde schlägt Kriminelle mit kurioser Aktion in die Flucht)

Allerdings gab es im US-Bundesstaat Florida überhaupt keinen Treibstoffmangel – und somit eigentlich auch keinen plausiblen Grund für derartige Spritpanik. Denn die „Colonial Pipeline“ erreicht und versorgt den „Sunshine State“ (so steht es auf Kfz-Kennzeichen) gar nicht. Der Staat im Südosten der USA bezieht nämlich Experten für Notfallmanagement zufolge mehr als 90% seines Treibstoffs von Erdölraffinerie an der eigenen Golfküste – und die liefern den Sprit per Lastschiff aus.

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