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YouTuber testet Hongqi H9: Der BMW-7er-Klon hat ein paar Schwächen, doch dafür stimmt ...

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Von: Sebastian Oppenheimer

Ein Hongqi H9
Der Hongqi H9 hat sich beim Design offenbar verschiedene Fahrzeuge zum Vorbild genommen. © Hongqi Motors

Der Hongqi H9 machte vor allem durch seine Ähnlichkeit zum BMW 7er Schlagzeilen – jetzt hat ein YouTuber das Auto getestet. Die Limousine hat ein paar Schwächen, aber in dieser Disziplin ist sie top.

Changchun – Dass man in China beim Thema Autodesign gerne mal „Anleihen“ bei den europäischen Premium-Marken nimmt, ist kein großes Geheimnis. Wobei der Trend offenbar weg von der 1:1-Kopie hin zum Klonen einzelner Elemente geht. So tauchten kürzlich im Netz Bilder des Hunkt Canticie auf – einem ziemlich dreisten Plagiat eines Range Rover. Wobei in diesem speziellen Fall der Hexagon-Grill weniger an die britische Marke, sondern eher an ein SUV aus dem Hause Audi erinnert. Seit Ende 2020 ist in China der Hongqi H9 erhältlich – vor allem dessen Front geht dabei stark in Richtung BMW 7er. Nun gibt es neue Infos zu dem Fahrzeug – unter anderem zum Preis. Außerdem hat ein YouTuber den chinesischen Luxuskreuzer genauer unter die Lupe genommen. (Riesen-Niere vom BMW 7er: China-Kopie legt noch einen drauf)

YouTuber testet Hongqi H9: Der BMW-7er-Klon überzeugt vor allem beim Preis

Betrachtet man nun nicht nur die Front des Hongqi H9 – sondern das gesamte Fahrzeug –, so haben die Chinesen sich offenbar nicht nur von BMW inspirieren lassen. Das Heck der Limousine erinnert an die von 2002 bis 2012 gebauten Maybach-Modelle 57 und 62 – während das Auto von der Seite zumindest mit der im YouTube-Video von „Wheelsboy“, das hier zu sehen ist, gezeigten Zweifarb-Lackierung in Gold und Lila extrem an die aktuelle Maybach-Version der neuen Mercedes-Benz S-Klasse erinnert. Andere wiederum sehen beim Hongqi H9 deutliche Anleihen an den Rolls-Royce Ghost – wobei sich das möglicherweise dadurch erklären lässt, dass im Jahr 2018 der ehemalige Designchef von Rolls-Royce, Giles Taylor, bei Hongqi anheuerte. Angeblich wurde der H9 allerdings schon vor seinem Wechsel entworfen.

Blick in den Innenraum eines Hongqi H9
Im Innenraum macht der Hongqi H9 auf den ersten Blick einen qualitativ passablen Eindruck. © Hongqi Motors

YouTuber testet Hongqi H9: Abmessungen ähneln denen der Mercedes S-Klasse

Ein wenig Eigenständigkeit beweist der Hongqi H9 mit seinen Lichtspielen: Der gesamte Grill und auch die Scheinwerfer sind von einer LED-Leiste umrahmt – diese zeigt beim Öffnen und Schließen des Fahrzeuges eine entsprechende Lichtlauf-Grafik. Markenzeichen des Chinesen ist die von Chrom umsäumte „Rote Linie“, die sich von der Mitte des Mega-Grills bis weit in die Motorhaube hineinzieht. Der H9 ist 5137 mm lang, 1904 mm breit und hat eine Höhe von 1493 mm. Das entspricht in etwa den Abmessungen einer Mercedes S-Klasse. Allerdings ist der Kofferraum mit 370 Litern deutlich kleiner als beim Stuttgarter Flaggschiff (rund 550 Liter). Dafür bietet der Hongqi H9 für die Fondpassagiere jede Menge Beinfreiheit. (Freche Kopie des VW ID.3 aus China: Der Didi D1 sieht aus wie das Original)

Erhältlich ist der Hongqi H9 mit zwei Motoren: einem 2,0-Liter-Vierzylinder mit 185 kW (252 PS) und einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern. Darüber hinaus können Kunden auch einen 3,0-Liter-V6 wählen, allerdings ist der mit 208 kW (283 PS) und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm nur minimal kräftiger. Die Kraftübertragung übernimmt in allen Versionen eine siebenstufige Automatik. „Das ist ein unglaublich komfortables Auto“, sagt der YouTuber. Die Automatik schalte sehr sanft, nur beim Anfahren lasse sich das Getriebe etwas zu viel Zeit. Der Hongqi sei vor allem ein Cruiser, ganz sicher kein sportliches Fahrzeug – denn es neigt stark zum Untersteuern.

Ein Hongqi H9
Das Heck des Hongqi H9 erinnert an die Maybach-Modelle 57 und 62, die von 2002 bis 2012 gebaut wurden. © Hongqi

Hongqi H9: Materialqualität und Verarbeitung lassen teilweise zu wünschen übrig

Das Interieur erinnere ihn an die Mercedes-Benz E-Klasse, erklärt der YouTuber, jedoch lasse die Verarbeitung wie auch die Qualität der Materialien an manchen Stellen zu wünschen übrig. Die rote Linie von der Fahrzeugfront setzt sich auch im Inneren des Fahrzeugs fort: auf dem Armaturenbrett sowie in der Armauflage der Mittelkonsole. Bei der getesteten Hongqi-H9-Variante handelt es sich nicht um die Top-Ausstattungslinie, dennoch gibt es eine separate Klimabedienung für die Fondpassagagiere und zwei USB-Anschlüsse. Die Sitze sind elektrisch verstellbar – und weil man in China gerne chauffiert wird, lässt sich von hinten auch der Beifahrersitz elektrisch verschieben, um noch mehr Platz zu bekommen.

Inzwischen ist bekannt, was der Hongqi H9 kostet: In der Basisversion werden laut Katalog mindestens 309.800 Yuan fällig (umgerechnet knapp 40.000 Euro). Laut YouTuber ist das etwas mehr als ein Drittel dessen, was ein BMW 7er in China in der Basis kostet. Die Top-Variante des chinesischen Luxuskreuzers mit dem V6 startet bei rund 59.000 Euro.

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