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Hitze legt E-Autos lahm: Tricks gegen den Reichweitenverlust im Sommer

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Von: Bjarne Kommnick

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E-Autos haben bei Kälte eingeschränkte Reichweite, das ist kein Geheimnis. Bei Hitze leidet das Akku-Potenzial sogar noch mehr. Doch es gibt Tricks.

Hannover – Die heißesten Monate des Jahres stehen vor der Tür, der Sommer ist vielerorts in Deutschland schon voll angekommen. Auch für Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos ist das von Bedeutung. Längst bekannt ist, dass zu niedrige Temperaturen die Reichweite von Akkus und Batterien von E-Autos stark einschränkt. Dass Wärme jedoch den gleichen Effekt haben kann, scheint bislang weniger klar zu sein: Doch auch zu hohe Temperaturen werden der Reichweite schnell zum Verhängnis.

StadtHannover
Einwohner532.163
Fläche204 km²
Höhe55 m

Hitze setzt Akkus von E-Auto mehr zu als Kälte: So verhindert man Reichweitenverlust

Die Reichweite von E-Auto wird durch sommerliche Hitze eingeschränkt – theoretisch sogar mehr als durch Kälte.
Die Reichweite von E-Auto wird durch sommerliche Hitze eingeschränkt – theoretisch sogar mehr als durch Kälte. (kreiszeitung.de-montage) © Joko/IMAGO/Sven Hoppe/picture alliance/dpa

Noch immer kämpfen Elektroauto-Hersteller mit Reichweiten Problemen. Ein Test zeigte, dass keines der verglichenen E-Autos mehr als 440 Kilometer bei Tempo 130 am Stück schafft. Dieser Wert reduziert sich bei Kälte deutlich – und leider auch bei sommerlicher Hitze. Die perfekte Außentemperatur für Elektroautos liege bei exakt 21,5 Grad Celsius, wie Analysen von „geotab.de“ zeigen. Bei dieser Temperatur könne ein Akku sogar mehr als 100 Prozent seiner angegebenen Leistung erreichen. Demnach würden die Akkus von Elektroautos am besten funktionieren, wenn die Temperatur im Bereich von 15 bis 35 Grad liege. Doch auch bei zu hohen Temperaturen leide die Leistung von Elektroautos enorm.

Für mehr Reichweite von E-Autos bei hohen Temperaturen: Wagen während des Ladens vorkühlen

Da Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Außentemperatur keinen Einfluss haben, richtet sich bei hohen Temperaturen der Blick auf das Kühlen des Autos. Denn das spiele bei hoher Wärme ebenfalls eine große Rolle für Elektroautos wie das Heizen bei der Kälte. Für die höchstmögliche Reichweite von Elektroautos werde empfohlen, das Auto bereits an der Ladesäule zu klimatisieren, um nur wenig Reichweite während der Fahrt für die Klimaanlage verschwenden zu müssen. Komplizierter gestaltet sich der Ladevorgang im Sommer für eine Familie, die die Ladestation stets erst mit Eiswürfeln kühlen muss, um ihren Tesla zu laden – nervig.

Elektroautos bei Hitze: Parken im Schatten und entspannt fahren

Ansonsten ist es von großem Vorteil, im Schatten zu parken, wie beispielsweise in Tiefgaragen oder unter Bäumen. Außerdem ist es hilfreich, eine entspannte Fahrweise an den Tag zu legen. Zudem lohne es sich, bei Hitze längere Ladestopps einzuplanen, weil das Batteriemanagementsystem häufig die maximale Ladeleistung drossele, um ein Überhitzen des Akkus zu verhindern.

Kälte oder Hitze: Was schadet der Reichweite von Elektroautos mehr?

Ob Hitze oder Kälte einem Elektroauto mehr schadet, kommt wohl ein wenig auf den Blickwinkel an, dennoch gibt es eine klare Antwort. Geht man von 21,5 Grad als perfekte Temperatur und damit vom höchsten Potenzial für Elektroautos aus, zeigt sich, dass die Reichweiten-Kurve in der zunehmenden Wärme von da an minimal schneller abnimmt als in der Kälte.

Damit kann sich sagen lassen, dass Hitze theoretisch schädlicher für E-Auto-Reichweiten ist als tiefe Temperaturen, zudem sich der Akku ab 130 Grad sogar entzünden kann und zu gefährlichen Bränden führt, wie beispielsweise der Brand zweier Elektrobusse in Paris zuletzt gezeigt hatte. Doch Wissenschaftler forschen derzeit auch an einer Substanz, die E-Auto-Akkus brandsicher macht.

Wärme für Elektroautos in der Theorie schädlicher – Kälte in der Praxis

Doch in der Praxis ist die Kälte für Fahrerinnen und Fahrer trotzdem häufiger ein Problem. Denn Temperaturen über 50 Grad auf der Welt seien die absolute Ausnahme, der weltweite Temperaturrekord liege bei 56,7 Grad Celsius, dort würden die Akkus noch so gut funktionieren wie bei minus fünf Grad. Zwar würde die Reichweite bei Wärme theoretisch schneller abnehmen als bei Kälte, jedoch kommen sie in solch einer Höhe im Normalfall einfach nicht vor.

Kälte ist in der Praxis häufiger Grund für Verlust der Reichweite von E-Autos

Temperaturen um die minus 20 Grad schaffen es hingegen häufiger mal auf die Thermometer. Dann liege das Potenzial von Elektroauto-Akkus gerade einmal nur noch bei rund 50 Prozent. Damit Wärme den Akku so sehr einschränkt wie minus 20 Grad, müsste es mindestens 60 Grad draußen sein. Theoretisch ist Hitze damit zwar schädlicher, jedoch Kälte in der Praxis, weil sie geläufiger ist.

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