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Von Mercedes X-Klasse bis Toyota Prius: Diese Automodelle stellten die Hersteller im Jahr 2020 ein

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Von: Sebastian Oppenheimer

Ein VW Amarok, ein Bentley Mulsanne, ein BMW i8 und ein Peugeot Ion.
Das Jahr 2020 bedeutete für einige Automodelle das Aus. © Hersteller

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machten 2020 auch der Autoindustrie zu schaffen – für das Produktionsende vieler Modelle ist das Virus aber nicht verantwortlich.

München – Der Verkauf von E-Autos boomt dank der Innovationsprämie bzw. Umweltbonus. Ihr Marktanteil ist in diesem Jahr auf 12 Prozent gestiegen. Das Angebot wächst stetig, als Folge werden aber auch ältere Modelle aussortiert. Nachdem Mitsubishi seinen i-MiEV bereits vor zwei Jahren ausgemustert hat, ziehen Citroën und Peugeot nach und schicken C-Zero und Ion in Rente. Ihr Debüt hatten die baugleichen Drillinge bereits vor zehn Jahren: Die nun doch in die Jahre gekommene Fahrzeuge konnten weder aufgrund ihrer Leistung (49 kW/67 PS) noch ihrer Reichweite (150 Kilometer) mit den aktuellen Offerten mithalten. Außerdem muss man bei der Groupe PSA offenbar Platz für neue Modelle wie den Peugeot 208e oder den Citroën Ami schaffen. (Citroën Ami: In diesen Bundesländern darf man ihn schon mit 15 Jahren fahren)

Fahraufnahme eines blauen Peugeot Ion
Der Peugeot Ion war baugleich mit dem Mitsubishi i-MiEV – 2020 wurde der Franzose in Rente geschickt. © Peugeot

Und tschüss: Diese Automodelle schickten die Hersteller im Jahr 2020 in Rente

Doch nicht nur kleine E-Mobile verschwinden, auch ein Luxusgefährt hat ausgedient: Der Hybridsportler BMW i8 ist seit April 2020 Geschichte. Mit seinem ungewöhnlichen Design sowie einem 262 kW (356 PS) starkem Plug-in-Hybridantrieb sorgte der seit 2014 angebotene 2+2-Sitzer für Aufsehen. Der BMW sollte das Flaggschiff der 2010 gegründeten Submarke BMW i werden. Trotz seines hohen Preises (Coupé ab 138.000 Euro, Roadster ab 155.000 Euro) sind rund 20.000 BMW i8 in den vergangenen sechs Jahren in Leipzig vom Band gerollt. Ob der Plug-in-Flitzer irgendwann zum Kultmobil aufsteigt und sich neben BMW 507, BMW M1 und BMW Z8 einreiht, wird sich noch zeigen. (BMW i8: Das Ende einer kurzen Ära – warum die letzten 18 Exemplare echte Unikate sind)

Ein BMW i8 mit geöffneten Schmetterlingstüren
Mit dem Hybridsportler i8 zog BMW viel Aufmerksamkeit auf sich – 2020 endete dennoch die Produktion. © BMW

Und tschüss: Dem Toyota Prius wurde auch die eigene Konkurrenz zum Verhängnis

Eine Ikone der Hybridtechnologie hat es ebenfalls erwischt: Nach rund zwei Jahrzehnten hat Toyota den Hybrid-Pionier Prius in Deutschland im Sommer vom Markt genommen. Lediglich die optisch eigenständige PHEV-Variante mit extern aufladbarer Batterie bleibt im Programm. In puncto Sparsamkeit konnte dem Prius so schnell kein Fahrzeug das Wasser reichen, allerdings war sein Design eher gewöhnungsbedürftig. Mit zunehmend ansehnlicher Hybrid-Konkurrenz auch im eigenen Haus, wie etwa dem RAV4, Corolla oder Yaris, sank die Popularität des Toyota Prius.  

Ein blauer Toyota Prius
Dem Toyota Prius wurde auch die Konkurrenz aus dem eigenen Haus zum Verhängnis. © Toyota

Ebenfalls nach 20 Jahren muss der Lexus IS seinen Hut nehmen. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wird die neue, vierte Generation des Mittelklasse-Modells nicht mehr auf den Markt kommen. Vom bärenstarken Konkurrenten zu BMW 3er und Audi A4 mutierte der Japaner über die Jahre zur braven Limousine, die nur mit Hybridantrieb zu haben war. Immerhin: Bislang hält Toyota an seiner Edelmarke Lexus in Europa fest.  

Und tschüss: Infiniti zog sich 2020 aus Europa zurück, setzt jetzt auf die USA und China

Anders ist es in diesem Jahr Infiniti ergangenen. „Infiniti – wie sahen die noch mal aus?“, werden wohl einige fragen: Die Fragestellung ist Teil des Problems des Luxusablegers von Nissan. Zwar konnte die Marke, die 2008 in Europa gegen die Premiumkonkurrenz um Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche startete, zu Beginn mit schwungvollem Design, VIP-Service und Formel-1-Engagement bei Sebastian Vettels (33) Rennstall einen gewissen Bekanntheitsgrad erringen, aber viel mehr auch nicht. Selbst die Nutzung von herausgeputzten Ablegern von Mercedes A-Klasse und GLA gab wohl nicht den erhofften Verkaufs- und Prestigeschub. Somit haben sich die Japaner nun aus Europa zurückgezogen und konzentrieren sich auf die USA und China.  

Auch den nächsten Abschied werden nur die wenigsten bemerken. Nach zehn Jahren Bauzeit hat der Bentley Mulsanne ausgedient. Das Flaggschiff der zum VW-Konzern gehörenden Luxusmarke erhält keinen Nachfolger – diese Position soll der Bentley Flying Spur übernehmen. (Bentley Flying Spur V8 im Test: Genügt auch der schwächere Motor oder braucht’s den W12?)

Fahraufnahme eines blauen Bentley Mulsanne
Auch der Bentley Mulsanne erhält keinen Nachfolger – die Rolle des Marken-Flaggschiffs soll der Flying Spur übernehmen. © Bentley

Und tschüss: 2020 ließ Mercedes seine X-Klasse nach nur drei Jahren wieder auslaufen

Ganz ohne Nachfolger bleibt auch die Mercedes X-Klasse. Das Aus für den Pick-up kam nach nur drei Jahren. Die Verkaufszahlen stimmten nicht. Das Konzept, ein Arbeitstier – die Plattform stammt vom Kooperationspartner Nissan – optisch und technisch aufzuhübschen, ist nicht aufgegangen. Im Vergleich zum Nissan Navara oder dem baugleichen Renault Alaskan tritt die X-Klasse außen und innen deutlich edler auf. Als einziges Modell in dem Trio verfügt der Mercedes zudem über einen optionalen Sechszylindermotor sowie einen permanenten, nicht nur zuschaltbaren Allradantrieb. Handwerker und Gewerbetreibende überzeugte das aber nicht, dafür war der Pick-up mit Stern einfach zu teuer.  

Fahraufnahme einer roten Mercedes X-Klasse
Die Karriere der Mercedes X-Klasse war kurz: Nach nur drei Jahren war 2020 schon wieder Schluss. © Mercedes-Benz

Gar nicht teuer war hingegen der Fiat Fullback, ein fast waschechter Klon des Mitsubishi L200. Der italienische Ableger des japanischen Urgesteins hielt immerhin vier Jahre durch, bis er ausgemustert wurde. Er wurde als Double-Cab (Fünfsitzer), Extended Cab (2+2-Sitzer) und Fahrgestell angeboten. Zur Wahl standen Heck- sowie Allradantrieb.  

Fahraufnahme eines silberfarbenen VW Amarok
Dem VW Amarok drohte Ungemach durch die strengeren Abgasvorschriften – 2020 bedeutete für ihn das Aus. © VW

Und tschüss: Strengere Abgasvorschriften bedrohten die Zukunft des VW Amarok

Kein Ableger oder Klon war der VW Amarok, stattdessen eine VW-Eigenentwicklung. Der seit 2010 erhältliche Pick-up war eigentlich relativ erfolgreich unterwegs – trotzdem wurde seine Produktion im Frühjahr eingestellt. Ihm drohte Ungemach: Die strengeren Abgasvorschriften ab September hätten eine Umrüstung der Motoren erforderlich gemacht, die wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen wäre. Zudem steht auch bei einem Pick-up nach rund zehn Jahren Bauzeit ein Modellwechsel an. Statt aber einen Nachfolger auf die vier Räder zu stellen, hat sich VW entschieden, im Rahmen der mit Ford geschlossenen Kooperation bei Nutzfahrzeugen einen Nachfolger anzubieten. Der dürfte dann aber mehr Ford Ranger als VW Amarok sein. Das Produktionsende am Standort in Hannover hat auch strategische Gründe. Hier sollen unter anderem batterieelektrische Nützlinge wie der ID.Buzz vom Band laufen.  

Fahraufnahme eines roten Toyota GT-86 im winterlichen Wald.
Toyota schickte im Jahr 2020 den GT-86 in den Ruhestand, Subaru den baugleichen BRZ. © Toyota

Und tschüss: Toyota schickte 2020 den GT-86 in Rente, Subaru das Schwestermodell BRZ

Nicht besonders nützlich, dafür spaßig gestaltete sich das Fahren mit den Schwestermodellen Toyota GT-86 und Subaru BRZ. Der 147 kW (200 PS) starke Zweiliter-Vierzylinder-Boxermotor reicht für sportives Fahrvergnügen. Der 2+2-Sitzer überzeugt mit klassischen Proportionen, wie etwa lange Motorhaube, knackiges Heck und tiefer Schwerpunkt. Nach neun Jahren ist jetzt aber Schluss. Wer einen sportlichen Toyota will, muss entweder zum GR Supra (250 kW/340 PS) oder zum kleinen Yaris GR (192 kW/261 PS) greifen. Der Wegfall des BRZ hinterlässt dagegen bei Subaru eine Lücke im Angebot. Aber wer weiß, vielleicht kommt er ja eines Tages zurück. Die zweite Generation ist jedenfalls Ende 2020 in den USA gestartet. (Von Elfriede Munsch/SP-X)

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