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Herbert Diess äußert sich zur Elektromobilität: „Wir sind in Europa die Nr. 1“

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Von: Simon Mones

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Auf einer Betriebsratsversammlung hat sich VW-Boss Herbert Diess zur Elektromobilität geäußert. Und klare Ziele formuliert.

Wolfsburg – Seit Herbert Diess (63) bei Volkswagen das Ruder übernommen hat, weht in Wolfsburg ein anderer Wind. Statt auf den Verbrenner konzentriert sich der Auto-Riese nun auf die Elektromobilität. Dieser Strategiewechsel scheint sich auszuzahlen, wie der VW-Chef auf einer Betriebsratsversammlung, auf der er die Mitarbeiter über den Stand des Geschäfts informierte, betonte.

„Unsere E-Mobilitätsstrategie trägt Früchte. Während einige unserer Wettbewerber jetzt erst auf E-Mobilität umschalten, liefern wir schon“, sagte der 63-Jährige laut der Automobilwoche. „Wir sind in Europa die Nr. 1. Ein Viertel der E-Autos kommt aus dem VW-Konzern. Damit ist unser Marktanteil bei E-Autos höher als bei den Verbrennern. Das ist unser Ziel, wir wollen bei den Elektro-Fahrzeugen ja Weltmeister werden.“ (VW-Machtkampf: Diess bleibt Boss, verliert aber Kompetenzen)

Herbert Diess äußert sich zur Elektromobilität: „Wir sind in Europa die Nr. 1“

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der VW-Konzern bei allen Marken auf Elektroautos. Als erstes Werke wurde Zwickau bereits zu 100 Prozent auf die Produktion der Stromer umgestellt. Dort laufen derzeit Modelle von Volkswagen, Audi und Seat vom Band. „Wir haben mittlerweile mehr als 20 E-Modelle im Markt und treffen damit den Geschmack unserer Kundinnen und Kunden. Und schon bald werden in Köln auch Ford-Fahrzeuge mit unserer Technik gebaut werden“, betonte Diess im Rahmen der Betriebsratsversammlung. (VW-Chef Diess rät vom Kauf von Verbrennern ab: „Es ist Zeit zu wechseln“)

VW-Chef Herbert Diess bei einer Rede
Auf einer Betriebsratsversammlung hat sich Herbert Diess zur Elektromobilität geäußert. (Symbolbild) © Sebastian Willnow/dpa

Doch nicht nur in Europa läuft es für Volkswagen nach Plan, sondern auch in den USA. Dort sind die Wolfsburger bei den Elektroautos hinter Tesla die Nummer zwei. Noch vor lokalen Herstellern wie General Motors oder Ford. In China sei VW ebenfalls „stark“ und konnte im November und Dezember 2021 jeweils 15.000 Stromer absetzen.

Herbert Diess äußert sich zur Elektromobilität: ID.Buzz Hezrensprojekt für VW-Boss

Diese Entwicklung soll sich auch in Zukunft so fortsetzen. Dabei soll auch der Elektro-Minibus ID. Buzz helfen, der im März präsentiert wird. Für dieses Projekt hatte der VW-Chef persönlich gekämpft, da er den original Bulli schon länger wiederbeleben wollte.

VW ID. Buzz, getarnt
Mit bunter Tarn-Folierung: Der VW ID. Buzz auf erster Testfahrt. © VWN

Diess betonte, dass das Auto alles verkörpern soll, wo für Volkswagen steht: „Leidenschaft, Emotionen, Verlässlichkeit, ein Lebensgefühl von Freiheit und Unabhängigkeit“. Dabei profitiert der ID. Buzz von der Elektromobilität, die ein völlig neues Raumgefühl ermögliche. Der Minibus sei von außen kleiner als ein T7, dafür aber innen „enorm groß“. Durch den Wegfall des Verbrenners entsteht mehr Raum für die Fahrgäste.

Herbert Diess äußert sich zur Elektromobilität: Chipkrise bleibt auch 2022 ein Thema

Doch ganz sorgenfrei ist auch Diess nicht. Die Halbleiter stellen die Autoindustrie und damit auch Volkswagen noch immer vor eine große Herausforderung. Allerdings habe man in diesem Punkt über die Jahreswende Fortschritte gemacht, erklärte der 63-Jährige. Dennoch bleibt die Chipkrise weiterhin ein Thema: „Die Versorgungssituation wird besser, aber auch in 2022 werden wir nicht alle Autos bauen können, die wir verkaufen könnten.“ Dennoch gebe es in der zweiten Jahreshälfte Chancen, die Produktion weiter zu steigern. Die langen Wartezeiten auf Neuwagen könnten sich dann wieder spürbar verkürzen. (Chipmangel dauert noch lange: Experten mit düsterer Prognose)

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Die Elektromobilität soll ungeachtet der Herausforderungen auch 2022 weiter ausgebaut werden. „Wir werden dieses Jahr mindestens doppelt so viele E-Autos verkaufen wie im letzten Jahr. In Emden und Hannover startet die E-Fahrzeugproduktion noch in diesem Jahr“, erklärte Diess. „Wenn wir uns jetzt reinhängen, können wir Wolfsburg bis 2030 wettbewerbsfähig in der neuen Autowelt und damit zukunftssicher machen: Ein international wettbewerbsfähiger Standort mit der Trinity-Fabrik, einer effizienten Elektro-Produktion im heutigen Werk und einer Linie für die dann auslaufenden Verbrenner. Dann das modernste Entwicklungszentrum in Deutschland, neue Zukunftsfelder und eine effiziente Zentrale, die den Konzern weltweit steuert – so kann die Zukunft aussehen. So muss die Zukunft für Wolfsburg aussehen.“ Die Entscheidung, früh auf das Elektroauto zusetzen, zahle sich nun aus. „Vor uns liegen die spannendsten Jahre, die es in unserer Industrie bislang gab! Wolfsburg hat dabei eine wichtige Aufgabe“, betonte der VW-Chef.

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