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Neuwagen-Lieferzeiten sorgen für Comeback: Dieses Gerät ist plötzlich wieder begehrt

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Von: Marcus Efler

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Wer lange auf seinen Neuwagen warten muss, modernisiert sein altes Auto eben noch mal – was ein totgeglaubtes Zubehör neu belebt.

Stamford (USA) – Es ist ein globales Problem: Überall auf der Welt beeinträchtigen Chipmangel und Corona die Autoproduktion, die Lieferzeiten für Neuwagen steigen kräftig. Auch junge Gebrauchte sind kaum noch, oder nur zu hohen Preisen, zu bekommen.

Viele Autofahrer, die eigentlich schon in ihrem neuen Pkw sitzen wollten, nutzen also notgedrungen ihren bisherigen weiter. Sei es, um eine Entspannung der Situation abzuwarten, oder weil sich die Auslieferung ihres schon bestellten Neuwagens um Monate verzögert. Aber zumindest wollen sie es sich ein bisschen komfortabler machen. (Volvo mit Android im Test: Das kann das Smartphone auf Rädern)

Neuwagen-Lieferzeiten sorgen für Comeback: Dieses Gerät ist plötzlich wieder begehrt

Vor allem über ein Bauteil im Altwagen ist der Zug der Zeit nämlich unbarmherzig hinweggerollt: Das Autoradio, oder, falls doch etwas neuer: Das Infotainment-System. In Neuwagen ist heutzutage zumindest Standardtechnik für digitalen Radioempfang und Handy-Anbindung serienmäßig verbaut, doch eine höhere Ausstattungsstufe ist bei Neuwagen in allen Klassen das am häufigsten georderte Extra. Das zeigt, wie wichtig Autofahrern ein gutes System für Sound, Navi und Kommunikation ist. Und wer es vorerst nicht in einem neuen Auto bekommt, greift eben zur Selbsthilfe – und rüstet es in seinem bisherigen Auto nach. (Spotify Car Thing: Ein kleines Kästchen soll Musikhören im Auto bequemer machen)

Neuwagen-Lieferzeiten sorgen für Comeback: Absatz von Autoradios steigt kräftig

Die kuriose Folge: Nachrüstbare Autoradios und Sound-Anlagen aus dem Elektromarkt (oder dem Online-Warenhaus) haben wieder Konjunktur. Da sie ab Werk in jeder gewünschten Qualitätsstufe eigentlich immer schon an Bord sind, schien ihr Schicksal besiegelt wie das von Videorekordern. Blaupunkt Bremen mit CD-Schacht: Eine vage Erinnerung an vergangene Zeiten.

PKW-Audiosystem Nahaufnahme (Symbolbild)
Ein gutes Radio ist wichtig für die meisten Autofahrer. (Symbolbild) © IlluPics/Imago

Doch nun die Wende. So wuchs beim Audio-Hersteller Harman, einer US-Tochter des koreanischen Samsung-Konzerns, der Absatz von Nachrüst-Soundanlagen um satte 30 Prozent – nachdem es für diese Sparte bis vor Kurzem immer nur abwärts ging.  „Es ist zwar immer noch ein kleinerer Teil unseres Geschäfts, aber es war eine nette Überraschung“, erklärt der für Audioprodukte zuständige Manager Dave Rogers. (Amazon bald in Opel und Peugeot: „Alexa, zahl die Tank-Rechnung“)

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Neuwagen-Lieferzeiten sorgen für Comeback: Dieses Gerät ist plötzlich wieder begehrt

Harman-Produkte dominieren mittlerweile den Automotive-Markt. Außer eigenen Marken wie Harman Kardon, JBL oder Bang & Olufsen produzieren und vermarkten die Amerikaner in Lizenz auch prestigeträchtige, teure Autosound-Anlagen etwa mit dem Label von Bowers & Wilkins.

Mit besagtem Blaupunkt Bremen haben die heutigen, auch nachrüstbaren, Audio-Anlagen freilich wenig zu tun: Es sind High-Tech-Zentralen für Sound und Kommunikation, inklusive Smartphone-Anbindung teils über Apple CarPlay und Android Auto und mit Sprachbedienung. Ersetzt so ein Gerät im Normschacht das bisherige, erleichtert das auch den Wiederverkauf des bisherigen Autos – falls es mit dem Neuwagen dann doch noch klappt.

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