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Unfälle häuften sich: Großbritannien stoppt diese Technik für Autobahnen

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Von: Marcus Efler

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Das Prinzip klingt einleuchtend: Autobahnspuren dienen je nach Verkehrsaufkommen als Pannen- oder zusätzlicher Fahrstreifen. Darum stoppt die britische Regierung jetzt die Umrüstung.

London – Ganz schön clever oder doch riskant? Auch deutsche Autofahrer kennen die rechten Fahrspuren auf Autobahnen, die eigentlich als Pannenstreifen dienen. Stellen Kameras und Sensoren auf Autobahnbrücken zu Stoßzeiten allerdings ein hohes Verkehrsaufkommen fest, wird die äußere Fahrbahn über flexible Verkehrsschilder für die normale Fahrt freigegeben. So werden etwa aus drei Fahrspuren dann vier – vor allem Lkw nutzen die zusätzliche Fahrbahn gerne, um schnelleren Kollegen das Überholen zu erleichtern. (Oranger Pfeil auf Autobahn: Welche Bedeutung hat das merkwürdige Verkehrsschild?)

Unfälle häuften sich: Großbritannien stoppt diese Technik für Autobahnen

Die Folgen: Aufgelockerter Verkehr, weniger Stau, mehr Sicherheit. Soweit die Theorie. Doch in Großbritannien sieht man die Sache mittlerweile skeptisch. Dort hat das Verkehrsministerium entschieden, die Aufrüstung von Autobahnspuren mit der intelligenten Technik für vorerst fünf Jahre zu stoppen.

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Wie britische Medien berichten, verfügen 600 Kilometer des Autobahnnetzes über flexible Fahrspuren und 375 davon nicht über einen separaten Standstreifen. Eigentlich war geplant, in den nächsten vier Jahren weitere 480 Kilometer mit intelligenter Technik zur Verkehrsmessung und flexibler Freigabe aufzurüsten. (Impfgegner betrunken auf der Autobahn – und dann auch noch das . . .)

Britische Autobahn (Symbolbild)
Britische Autobahn: Flexible Fahrspuren sollen den Verkehr entlasten. (Symbolbild) © Stock&People/Imago

Unfälle häuften sich: Mangelhafte Technik an intelligenten Autobahnen?

Daraus wird vorerst nichts. Grund dafür sind Berichte, nach denen sich angeblich auf besagten Streifen die schweren Unfälle gehäuft hatten. Bei denen sollen zwischen 2014 und 2019 insgesamt 38 Menschen getötet worden sein – etwa, weil ein Auto auf der Wechselspur auf ein dort stehendes Pannenfahrzeug aufgefahren sei. Darüber hinaus berichtet die Zeitung „Daily Mail“ von mangelhafter Technik: Zehn Prozent der Überwachungskameras seien defekt oder falsch herum installiert. (Verkehrsschild-Fail: Facebook-User lachen sich schlapp – Behörde reagiert cool)

Unfälle häuften sich: Mehr Pannenbuchten sollen helfen

Die britischen Behörden wollen nun weitere Tests durchführen, um festzustellen, wie sicher das Prinzip ist. Außerdem will die Regierung zusätzlich in die Infrastruktur investieren, etwa in zusätzliche Nothalt-Buchten für Pannenfahrzeuge. Grundsätzlich hält sie die intelligenten Autobahnen für zukunftsfähig: Sie seien „in Bezug auf die Zahl der Verkehrstoten sie sichersten Straßen des Landes“.

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