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Greenpeace verklagt Volkswagen – das steckt dahinter

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Von: Simon Mones

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Volkswagen verklagt. Eine ähnliche Klage hatte in den Niederlanden bereits Erfolg.

Wolfsburg – Längst lautet die Frage nicht mehr, ob der Verbrenner eingestellt wird, sondern wann. Während einige Autohersteller bereits konkrete Daten genannt haben, wollen sich andere noch nicht festlegen oder nur in einigen Regionen konsequent auf Elektroautos setzen.

Das gilt unter anderem auch für den Volkswagen-Konzern. Zwar setzen die Wolfsburger massiv auf das Elektroauto, auf einigen Märkten soll der Verbrenner aber auch noch nach 2035 eine Rolle spielen. Erst spätestens 2050 will Volkswagen bilanziell klimaneutral sein – viel zu spät, findet Greenpeace.

Greenpeace verklagt Volkswagen – das steckt dahinter

Geht es nach der Umweltschutzorganisation, sollte auch Volkswagen dem Verbrenner bis spätestens 2030 abschwören. Daher haben die Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser und Roland Hipp, gemeinsam mit der Klima-Aktivistin Clara Mayer Klage gegen die Volkswagen AG wegen mangelnden Klimaschutzes beim Landgericht Braunschweig eingereicht. Zudem unterstützt die Umweltschutzorganisation eine identische Klage eines Bio-Landwirts vor einem weiteren Landgericht. (Volkswagen plant neues Trinity-Werk – wichtige Frage geklärt)

Hände umrahmen ein VW-Emblem eines VW ID.4. (Symbolbild)
Geht es nach Greenpace, baut Volkswagen ab 2030 nur noch Elektroautos. (Symbolbild) © Hendrik Schmidt/dpa

Die Kläger argumentieren, „dass die gigantischen CO2-Emissionen des Konzerns erheblich zur Klimakrise und deren Folgen beitragen“. Daher sei das Geschäftsmodell von Volkswagen nicht mit dem Ziel vereinbar, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. (Volkswagen zieht Stecker: Dienstwagen nur noch als Verbrenner)

Greenpeace verklagt Volkswagen – bis 2040 könnten zwei Gigatonnen CO2 eingespart werden

Sollte die Klage Erfolg haben, würden bis 2040 rund zwei Gigatonnen weniger CO2 ausgestoßen, betont Greenpeace. Die Klimaschützer stützen sich dabei auf das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts und das niederländische Urteil gegen den Ölkonzern Shell. Dort entschied ein Gericht, dass nicht nur Staaten, sondern auch Konzerne ihre Treibhausgas-Emissionen entlang der globalen Klimaziele verringern müssen und verurteilte den Ölkonzern Royal Dutch Shell mit allen Tochterfirmen zu mehr Klimaschutz. (VW arbeitet an Sensation: Laden Elektroautos bald wie Smartphones?)

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„Ein riesiger CO2-Emittent wie Volkswagen muss sich internationalen Klimazielen und dem Richterspruch aus Karlsruhe beugen”, sagte Martin Kaiser auf der Klimakonferenz in Glasgow. „Nur mit einem schnellen Abschied vom Verbrenner kann VW seinen Beitrag zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad leisten.” (VW Golf rutscht ab: Dieses Auto ist jetzt die Nummer eins in Deutschland)

Greenpeace verklagt Volkswagen – Konzernzentrale verweist auf Pariser Klimaabkommen

Bereits Anfang September hatte Greenpeace zudem zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe juristische Schritte gegen vier deutsche Konzerne eingeleitet, um sie zu mehr Klimaschutz zu verpflichten – darunter auch Volkswagen. Ende Oktober lehnte Volkswagen die juristische Aufforderung, seine CO2-Emissionen schneller zu reduzieren, jedoch ab. (Elektroauto oder Verbrenner: Verkehrswende hat in den Köpfen bereits begonnen)

Der Automobilkonzern argumentiert, dass Auseinandersetzungen vor Zivilgerichten durch Klagen gegen einzelne Unternehmen nicht der richtige Weg seien, um das Problem anzugehen. Volkswagen habe sich klar zum Pariser Klimaabkommen bekannt. Zudem sei es die Aufgabe des Gesetzgebers, den Klimaschutz zu gestalten. (Mit Material der dpa)

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