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Grand Theft Auto V: So beurteilt McLaren- und Maserati-Designer Frank Stephenson die Modelle (mit Video)

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Von: Christian Schulz

Der renommierte Supercar-Designer Frank Stephenson vor einer Hintergrundkulisse aus dem Computerspiel „Grand Theft Auto V“
Reallife-Supercar-Designer Frank Stephenson bewertet die Gaming Cars aus Grand Theft Auto V. © Screenshot YouTube (Frank Stephenson)

In einem YouTube-Video beurteilt Autodesigner Frank Stephenson die Boliden aus dem Videospiel „Grand Theft Auto V“. Er bespricht die Wagen so ernsthaft wie echte Automodelle.

London – Dass der renommierte US-Autodesigner Frank Stephenson (60) Kritik an realen Fahrzeugen übt, haben wir schon erlebt. So hat er beispielsweise leidenschaftlich die umstrittene neue BMW-Niere kritisiert. In einer Folge seiner eigenen YouTube-Show beschreitet er jetzt neue Wege – und geht auf einige der glamourösen Autos ein, die im Videospiel „Grand Theft Auto V“ (kurz GTA 5) zu finden sind.

Grand Theft Auto V: So bewertet Maserati- und McLaren-Designer Frank Stephenson die Modelle

Frank Stephenson ist eine echte Design-Legende – und hat berühmte Automodelle entworfen. So schuf er Fahrzeugformen für Automobilhersteller wie Ferrari, McLaren, Fiat, BMW und Alfa Romeo. Zu seinen Kreationen zählen Sportwagen wie der Ferrari F430 oder der Maserati MC12, aber auch Kleinwagen wie der R50 Mini Cooper oder Volumenmodelle wie der Fiat Punto oder Fiat Bravo. Als Leiter der Abteilung Design bei Fiat war er hauptverantwortlich für die Wiedergeburt des Fiat 500. Im Jahr 2008 wechselte Frank Stephenson als Design-Chef zu McLaren und verantwortete unter anderem die Gestaltung des Hybrid-Supersportwagens McLaren P1. Nun wirft er sein kritisches Auge erstmals auf die Welt der Videospiel-Autos – und mustert in einem YouTube-Video elf Modelle aus „Grand Theft Auto V“. (Neuer BMW M3: Design löst Shitstorm aus – „Was habt ihr getan?“)

Falls Sie GTA 5 noch nie gespielt haben: Die offene Welt von „Grand Theft Auto“ ist nicht mit lizenzierten virtuellen Fahrzeugen ausgestattet, wie man sie in Rennspielen findet. Stattdessen fahren dort Boliden mit originellen Designs umher, die meist darauf abzielen, das reale Leben nachzuahmen oder zu parodieren. Das gilt für Kompaktwagen, SUV, Pick-ups, Sportwagen, Luxusautos oder Millionen-Dollar-Exoten. (Porsche-Praktikant entwirft 916er – Netz ist begeistert: „Bitte baut dieses Auto“)

Der Lampadati Tigon im bekannten Open-World-Videospiel Grand Theft Auto V
Der Lampadati Tigon in GTA 5 weist für Frank Stephenson deutliche Ähnlichkeiten mit dem realen De Tomaso P72 auf. © Screenshot YouTube (Frank Stephenson)

Mittlerweile gibt es mehr als 650 GTA-Fahrzeuge – und sie sind so detailreich gestaltet, dass es auch erhebliche Unterschiede gibt. Diesen widmet sich Frank Stephenson ausgiebig und beurteilt die von ihm ausgewählten Autos nach ihren Merkmalen und Vorzügen. Besonders interessant: Er lenkt mit dem Wissensschatz des Fachmanns den Blick auf Dinge, die sie von echten Automodellen abheben – findet aber auch Gemeinsamkeiten. Es ist eine bemerkenswert ehrliche Analyse eines Top-Designers mit unschätzbarer Erfahrung in der Branche. (Tuning-Ikone JP Kraemer will diesen „Gran Turismo“-Boliden in echt bauen)

Grand Theft Auto V: Design-Legende erkennt Merkmale der von ihm entworfenen Autos

Frank Stephenson stellt einige der teuersten und schnellsten Supercars und Hypercars von „Grand Theft Auto V“ vor. Dazu gehören beispielsweise der Pegassi Tezeract – ein Auto, dass seiner Meinung nach ein Dreisitzer mit dem Fahrer auf dem Mittelsitz wie der McLaren F1 oder McLaren Speedtail sein soll. Oder der sehr italienische Lampadati Tigon und die Overflod Entity XXR, die für ihn ganz eindeutig Koenigsegg-Klone sind. Die Autodesign-Ikone ist sogar der Überzeugung, dass manche der Wagen in GTA 5 von seinen eigenen Kreationen inspiriert sind: Den Grotti Turismo R bezeichnet er als Mash-up des Ferrari LaFerrari und des McLaren P1 – den Pegassi Vacca als Kopie seines McLaren MP4-12C. (Riesige „Fast & Furious“-Autosammlung versteckt sich ausgerechnet in ...)

Doch Frank Stephenson hat auch weniger schmeichelhafte Dinge über einige in dem Open-World-Game enthaltene Autos zu sagen: Da wäre zum Beispiel der vom McLaren F1 GTR Longtail beeinflusste Progen Tyrus. „Es sieht aus wie ein Rennwagen – aber es ist einer von denen, die irgendwo in einer Scheune zusammengeschraubt wurden“, beklagt er die falsch positionierten Seiteneinlässe, das sperrige Heckdesign und den Mangel an wirklichen Blickfängen auf der Oberfläche. (Freche Kopie des VW ID.3 aus China: Der Didi D1 sieht aus wie das Original)

Alles in allem handelt es sich um ein äußerst sehenswertes Video. Vor allem Fans von Grand Theft Auto V sollten nicht versäumen, wenn ein Meister seines Fachs sie an seinen Gedanken teilhaben lässt. Außerdem dürfen GTA-Zocker sich natürlich auch über ein Mega-Update von Rockstar Games freuen – bei ingame.de gibt‘s alle Details* dazu. *ingame.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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