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Gericht nimmt Verkehrsrowdy Ferrari weg – auch zweites Auto ist erst mal futsch

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Von: Jasmin Pospiech

Rasen ohne Führerschein: Ein Verkehrsrowdy wurde dafür vom Amtsgericht Hannover zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Doch das war noch lange nicht alles.

Update vom 17.03.2021, 9:11 Uhr: Eine Woche nach dem Gerichtstermin werden weitere Details des Verfahrens bekannt. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll Stefan K., ein Geschäftsmann aus Celle, nun auch seinen zweiten Luxuswagen, einen Audi SQ5, abgegeben haben müssen. Der Grund: Dem Richter ist während der Verhandlung ein Bild vom persönlichen Facebook-Account des Bauunternehmers vorgelegt worden, das nur wenige Tage zuvor gemacht worden war. Das zeigt den Angeklagten, wie er bei voller Fahrt und am Steuer ein Selfie von sich macht. Trotz dürftiger Erklärungsversuche des Beklagten wurde auch dieser Wagen beschlagnahmt sowie das Handy des Angeklagten, um zu untersuchen, wo und wann genau das Foto entstanden ist.

Erstmeldung vom 12.03.2021, 12:31 Uhr: Hannover – Immer wieder hat ein 45-jähriger Mann in der Vergangenheit zu stark aufs Gaspedal getreten: Nun wurde dem notorischen Raser der Prozess am Amtsgericht Hannover gemacht. Er war zum wiederholten Mal zu schnell mit seinem Ferrari 430 Scuderia (510 PS, 0–100 km/h in 3,6 Sekunden, 320 km/h Spitze) unterwegs.

Gericht nimmt Rüpel-Raser Ferrari weg – weil er ihn sowieso nicht braucht

Und das ohne Führerschein, weshalb der Familienvater nun zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt worden ist – allerdings auf Bewährung. „Mit Geldstrafen kann man nicht auf Sie einwirken. Deshalb gibt es die Freiheitsstrafe“, erklärte der zuständige Richter laut „Neue Presse“ sein Urteil. Doch noch viel schmerzlicher dürfte für den Schnellfahrer sein, dass auch sein Luxuswagen im Wert von 150.000 Euro (Neupreis: mindestens 207.000 Euro) eingezogen wird. Auch dieser Ferrari-Fahrer hat Angst, eine Strafe zu kassieren, als er im Parkverbot von einer Frau dabei fotografiert wird – und rastet aus.*

Ein Ferrari 430 Scuderia. (Symbolbild)
Das war’s erst mal mit Rasen für den 45-Jährigen. Sein Ferrari 430 Scuderia wird einkassiert. (Symbolbild) © IMAGO / imagebroker

Das Auto ist erst mal futsch, die Fahrerlaubnis war es schon länger. „Das ist verhältnismäßig. Denn das Auto ist ein reiner Luxusgegenstand“, so der Richter. Bedeutet konkret: Die Existenz des Geschäftsmannes ist nicht bedroht, wenn er den Ferrari nicht mehr benutzen kann. (Ferrari verliert deutlich an Popularität – liegt’s am fehlenden SUV?)

Mit der Folge, dass der Sportwagen nun entweder von einem Gerichtsvollzieher verkauft, von Zoll oder Justiz meistbietend versteigert oder sogar von der Polizei genutzt werden kann, berichtet die Bild. Da würden sich die Beamten sicherlich freuen! Ansonsten kann sich der Geschäftsmann so wie dieses Pärchen einfach seinen eigenen Ferrari bauen – zum Beispiel aus Schnee.

Gericht nimmt Rüpel-Raser Ferrari weg – er wurde sogar schon mal verurteilt

Doch auch sonst ist der Angeklagte kein Unbekannter: Unter anderem ist der 45-Jährige bereits wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Bei den vorherigen Verkehrsdelikten wurde er nicht nur dreimal beim Fahren ohne Führerschein erwischt, sondern im April 2020 schon einmal verurteilt. Damals war er mit 2,3 Promille auf einem Fahrrad unterwegs und wäre beinahe mit einem Taxi zusammengeprallt. Noch genervter ist allerdings dieser Millionär, der seinen Ferrari F40 gecrasht hat und nun möchte, dass die Stadt dafür aufkommt. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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