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Gebrauchtwagen knapp und teuer – schlägt der Chipmangel schon durch?

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Von: Marcus Efler

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Ein guter Gebrauchter statt eines Neuwagens mit langer Lieferzeit? Auch das wird immer schwieriger: Darum leeren sich die Höfe der Händler.

Ostfildern – Der Chipmangel in der Autoindustrie nervt derzeit nicht nur deren Manager, sondern vor allem auch die Kunden: Die Lieferzeiten für Neuwagen sind extrem lang. Und wenn das Auto dann irgendwann doch vor der Tür steht, fehlt möglicherweise ein eigentlich selbstverständliches Teil der Ausstattung – wie die Touchscreen-Funktion bei einigen BMW-Modellen. Da liegt der Gedanke nah: Warum nicht einen neuwertigen Gebrauchtwagen kaufen, einen Jahreswagen vielleicht? Da hätte man Geld gespart, und eine schöne Auswahl an schicken Autos mit unterschiedlichsten Ausstattungen, die man quasi gleich mitnehmen kann. (Leasing-Schnäppchen: Darum kann’s am Ende doch teuer werden)

Gebrauchtwagen knapp und teuer – schlägt der Chipmangel schon durch?

Doch wer sich wohlgemut an einem schönen Samstagmorgen auf den Weg macht, um das Angebot vor Ort zu begutachten, steht möglicherweise verdutzt feststellen: Diese Idee hatten noch andere. Und die waren schneller. Denn die Hallen und Höfe der großen Händler, bei denen sonst die Gebrauchtwagen aller Alters- und Preisklassen dicht an dicht stehen, leeren sich zusehends. Und auch auf einschlägigen Internet-Portalen schmilzt das Angebot. (Volkswagen zieht Stecker: Dienstwagen nur noch als Verbrenner)

Gebrauchtwagen knapp und teuer – Flottenbetreiber schwächeln

Die Angebotsflaute liegt nicht zuletzt auch daran, dass wegen der Pandemie im vergangenen Jahr weniger Neuwagen zugelassen wurden – und sich vor allem jene Großkunden zurückhielten, die ihre Fahrzeuge bislang zuverlässig nach etwa einem Jahr wieder in den Verkauf schoben. Minus 12,4 Prozent meldet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für Flotten-Fuhrparks im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr.

Gebrauchtwagen beim Autohändler (Symbolbild)
Wer derzeit so ein pralles Gebrauchtwagen-Angebot vorfindet, muss schon Glück haben. (Symbolbild) © Manuel Geisser/Imago

Die Eigenzulassungen der Händler, die als fast neuwertige Autos im Showroom glänzten, sackten um 28,5 Prozent ab, die der Mietwagen-Firmen, die sonst zuverlässig den Pool junger Gebrauchter füllen, gar um 30,3 Prozent. (Tesla Model 3 gratis: Dieser Trick macht’s möglich – ein Risiko bleibt)

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Gebrauchtwagen knapp und teuer – herbstlicher Preisrückgang fällt aus

So bekommen Second-Hand-Autokäufer derzeit eine unschöne Praxis-Schulung beim Thema Angebot und Nachfrage. Denn Gebrauchtwagen kosten so viel wie noch nie: Seit Mitte des Jahres ziehen Preise kontinuierlich an. Auch der sonst übliche Preisrückgang in der zweiten Jahreshälfte ist, wie schon im vergangenen Jahr, ausgefallen.

Wie aus Daten der DAT (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) hervorgeht, kosten drei Jahre alte Benziner zurzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt 59,3 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises, Diesel 56,2 Prozent. Vor einem Jahr lagen diese Werte noch bei 56,1 und 52,1 Prozent. Die positive Seite: Wer jetzt sein Auto verkauft, bekommt dafür mehr Geld. Aber dann leider kein neues Auto mehr – es sei denn, er hat es schon vor langer Zeit bestellt. (Mit Material von SP-X)

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