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Gebrauchtwagen bleiben teuer – aber Preisanstieg ist gebremst

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Von: Marcus Efler

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Die langen Lieferzeiten für Neuwagen lassen die Preise für Gebrauchtwagen nach oben schnellen. Das Tempo des Anstiegs verlangsamt sich allerdings.

Update vom 3, Februar 2023, 14:00 Uhr: Gebrauchtwagen werden nach wie vor stetig teurer, doch bald könnte das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Wie der Online-Marktplatz „Mobile.de“ auf Basis von Kundendaten errechnet hat, steigen die Preise mittlerweile nur noch gebremst. Im Schnitt kosteten gebrauchte Pkw im letzten Monat demnach 33.318 Euro – das ist gegenüber dem Vormonat ein Anstiegt von 9,5 Prozent. Erstmals seit Juni 2021 fiel das Plus damit einstellig aus.

Gebrauchtwagen bleiben teuer – aber Preisanstieg ist gebremst

Einen weiteren heftigen Preissprung machten allerdings die besonders sparsamen Kleinstwagen mit 15,2 Prozent, gefolgt von den Vans mit 12,1 Prozent und den Kleinwagen mit 10,8 Prozent. Mittelklasse-Pkw hingegen wurden lediglich um moderate 1,7 Prozent teurer. (Mit Material von SP-X)

Erstmeldung vom 22. Dezember 2022, 11:25 Uhr: Die Suche nach einem Auto ist derzeit alles andere als einfach. Die Wartezeiten für Neuwagen liegen nicht selten bei einem halben Jahr oder mehr. Auf besonders begehrte Elektrofahrzeuge müssen die Kunden oft sogar mehr als ein Jahr warten, und einige Modelle sind derzeit gar nicht zu bestellen. Kein Wunder, dass viele auf dem Gebrauchtwagenmarkt ihre automobile Zuflucht suchen. Und das hat seine Wirkung: In diesem Jahr sind die Gebrauchtwagenpreise mehr denn je in die Höhe geschnellt.

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Gebrauchtwagen sind derzeit begehrt und teuer. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Ein wichtiger Index ist in diesem Zusammenhang der Gebrauchtwagenindex der Autobörse Autoscout24. Mit einem Durchschnittspreis von geforderten 27.497 Euro markiert er ein Allzeithoch – und ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Genau um diesen Wert legten auch Vans und Kleinbusse zu, sie kosten jetzt durchschnittlich 23.600 Euro. Kleinwagen wurden 18 Prozent teurer (13.800 Euro), Mittelklasse-Modelle 17 Prozent (27.200 Euro), Kompakte 16 Prozent (21.000 Euro).

Dagegen wirken die fünf Prozent der Sportwagen geradezu bescheiden. Doch weil solche teuren Fahrzeuge einen knackigen Durchschnittspreis von rund 64.000 Euro erzielen, hat es diese Erhöhung in sich. Die beliebten SUVs kosten im Schnitt 34.704 Euro, das sind über 13 Prozent mehr als im Vorjahr – während das Angebot zeitgleich um 14,67 Prozent zurückging. 

Wegen Neuwagen-Markt: Gebrauchte Elektroautos werden rasant teurer

Um stattliche 38 Prozent legten Fahrzeuge für LPG-Betrieb zu, was in einem Durchschnittspreis von 17.216 Euro resultiert: wohl eine Folge der hohen Spritpreise, während Autogas relativ günstig blieb. Fahrzeuge mit Erdgasantrieb (CNG) zählen mit dagegen mit einem Durchschnittspreis von 17.461 Euro zu den preiswerten Gebrauchtwagen. Auch die Teuerung von neun Prozent fällt hier vergleichsweise übersichtlich aus. Und welcher Motor ist generell der teuerste? Interessanterweise sind das die reinen Elektromobile, die um 30 Prozent zulegten und für durchschnittlich für 43.968 Euro inseriert werden. Plug-in-Hybride belegen mit einem Durchschnittspreis von 41.844 Euro und einem Plus von 17 Prozent den zweiten Rang in dieser Disziplin. Benziner legen um 20 Prozent zu und kosten im Schnitt 24.886 Euro. Und auch wer mit einem gebrauchten Diesel sparen möchte, muss um 17 Prozent mehr hinlegen als im Vorjahr und durchschnittlich 29.496 Euro berappen.

Wegen Neuwagen-Markt: Weniger Angebot lässt Gebraucht-Preise steigen

Insgesamt ist der Markt für gebrauchte Pkw geschrumpft: der Hauptgrund für den Anstieg der Preise. Das Angebot von Elektroautos mit Akku sank um 39 Prozent, das der Hybride immerhin noch um 23 Prozent. Auch die Anzahl der inserierten LPG-Fahrzeuge ging um 26 Prozent zurück. Bei den Benzinern fiel das Angebot um 27 Prozent, bei den Dieseln immerhin noch um 23 Prozent. Dagegen nehmen sich die vier Prozent Minus bei den Erdgasfahrzeugen fast schon normal aus. 

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Vor allem nicht mehr ganz junge Gebrauchte verteuerten sich deutlich: Mit einem Zuwachse von heftigen 31 Prozent legen sowohl die fünf- bis zehnjährigen Gebrauchtwagen (Durchschnittspreis: 20.091 Euro) kräftig zu als auch jene, die bereits zehn bis 20 Jahre auf dem Buckel haben (9.108 Euro). Bei den ein- bis dreijährigen und den drei bis fünf Jahre alten Gebrauchten stiegen die Preise moderater, nämlich um jeweils um 23 Prozent auf durchschnittlich 36.634 Euro beziehungsweise auf 28.582 Euro.

Gebrauchtwagen-Preise: Erste Anzeichen für Entspannung

Bei den Oldtimern gehen die Preise sogar um ein Prozent zurück und pendelten sich bei stabil bei 30.270 Euro ein. Rare Oldies spielen auf dem Autoscout-Gebrauchtwagenmarkt aber eher eine untergeordnete Rolle. Bleibt die Frage, wie lange die Preisspirale noch anhält, schließlich bremsen sich auch in anderen Branchen die Nachfrage und der Preisanstieg spürbar ab. Diese Abkühlung scheint auch bei den Gebrauchtwagen anzukommen. Im November verteuerten sich die Gebrauchtwagen im Vergleich zum Vormonat nur noch um ein Prozent. Im nächsten Jahr wissen wir mehr. (Wolfgang Gomoll/press-inform)

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