Auch Bußgeld ist fällig

Frau mit Handicap von Behindertenparkplatz abgeschleppt – doch es endet überraschend

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Eine Frau mit Behinderung muss dringend ins Krankenhaus und stellt ihren Wagen vor dem Eingang auf dem Behindertenparkplatz ab. Am Ende ist das Auto weg. Doch die Aktion endet überraschend.

Wien – In einer Großstadt einen Parkplatz zu ergattern ist für viele Einwohner wie ein Gewinn im Lotto. Wer keine Tiefgarage oder sonstigen Abstellplatz sein Eigen nennen kann, muss immer hoffen, an der Straße noch Glück zu haben.

Frau mit Handicap wird von Behindertenparkplatz abgeschleppt – doch es endet überraschend

So wie jetzt eine Leserreporterin des österreichischen News-Portals Heute. Ihr Auto wurde kürzlich vom Behindertenparkplatz vor dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien abgeschleppt – und das obwohl die 48-Jährige zu 80 Prozent behindert ist. Gegenüber dem Online-Portal berichtet sie, dass sie sogar einen Behindertenausweis ins Auto gelegt habe, aber vergeblich. In Australien dagegen sind die Leute etwas rabiater, wer hier zu Unrecht auf einem Behindertenparkplatz parkt, erhält schon mal eine deftige Ansage per Notiz.

Das Auto einer Frau mit Handicap wird vom Behindertenparkplatz abgeschleppt. Doch es endet überraschend. (Symbolbild)

Aber von Anfang: Die Österreicherin will eigentlich jemanden ins AKH bringen. Weil die Person aber schwere Herzprobleme hat und kaum gehen kann, entscheidet sich die Frau für einen Behindertenparkplatz in der Nähe des Eingangs. Schließlich ist die eigentliche Auffahrt zum Eingang aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. „Und weil ich selbst behindert bin, kann ich sie auch nicht so weit mit dem Rollstuhl schieben“, erklärt Katrin P. gegenüber Heute. (Corona-Lockdown: BMW 3er abgeschleppt, weil er im „Parkverbot“ steht – Besitzer fassungslos)

Doch dann der Schock, als die Frau wieder zu ihrem Fahrzeug zurückkommt: „Mein Auto wurde abgeschleppt und noch dazu musste ich 180 Euro für die Abschleppgebühren zahlen“, erinnert sie sich. Verstehen kann sie diese Aktion aber nicht. Schließlich sollen weder Schilder noch andere Verkehrszeichen angezeigt haben, dass hier Parken verboten sei. „Ich hab sogar alles mit Fotos dokumentiert“, erzählt Katrin P., welche auf dem Nachrichtenportal zu sehen sind.

Frau mit Handicap wird von Behindertenparkplatz abgeschleppt – barrierefreier Zugang in Tiefgarage

Doch glücklicherweise kann die 48-Jährige ihren Wagen noch rechtzeitig vom Abschleppdienst auslösen und zahlt statt regulären 400 Euro „nur“ 180 Euro Gebühren. „Der Security-Mitarbeiter dort hat mich sogar noch ausgelacht“, erzählt die Wienerin empört. „Er meinte, ich soll mich ruhig beschweren, und machte sich über mich lustig. So geht man doch nicht mit zwei Frauen mit einer Behinderung um!“ Auch diese Mutter mit Handicap wird dafür angefeindet, einen Behindertenparkplatz zu „blockieren“.*

Die Wendung: Auf Anfrage erklärt der Sprecher des Wiener AKH allerdings, dass die Dame bereits eine Woche zuvor ausführlich darüber unterrichtet worden sei, dass der Platz vor dem Eingang für Krankenhaustransporte freigehalten müsse: „Das AKH Wien stellt für mobilitätseingeschränkte Personen mit einem Parkausweis kostenlos Parkplätze in der Tiefparkgarage zur Verfügung. Von diesen Parkplätzen ist ein barrierefreier Zugang in das Haus möglich“, stellt er gegenüber Heute klar. Deshalb sei Katrin P. auch über die kostenlose Nutzung der Tiefgarage unterrichtet worden. Dennoch bedauere das AKH, dass sie sich schlecht behandelt gefühlt habe. Auch diese SUV-Fahrerin mit Handicap regt sich im Netz über einen Behindertenparkplatz auf. Doch der Shitstorm geht nach hinten los. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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