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Formel 1: Verwirrung um Russland GP – Statement schafft Klarheit

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Von: Marcus Efler

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Nach einer Aussage des Organisators des Russland Grand Prix gab es Verwirrung um dessen Absage. Die Formel 1 hat nun mit einem klaren Statement reagiert.

Update, 4. März,13.30 Uhr: Der Krieg in der Ukraine hat weltweit für eine Welle der Empörung gesorgt. Neben den Sanktionen der Politik hat der Überfall für Russland immer weitreichendere Folgen. Zahlreiche Unternehmen wie BMW haben sich unlängst zurückgezogen und auch viele Sportverbände haben drastisch reagiert.

So haben beispielsweise UEFA und FIFA russische Teams von ihren Wettbewerben ausgeschlossen. Auch der Motorsportweltverband FIA hat reagiert und Teams aus Russland und Belarus ausgeschlossen. Jedoch dürfen die Fahrer aus beiden Staaten weiter unter neutraler Flagge starten. Zudem wurden vorerst alle Veranstaltungen in Russland und Belarus abgesagt.

Formel 1: Verwirrung um Russland GP – Statement schafft Klarheit

Diesen Schritt war die Formel 1 schon wenige Tage nach Kriegsbeginn gegangen. Unter den gegebenen Bedingungen sei es „unmöglich, den russischen Grand Prix unter den aktuellen Umständen durchzuführen“, hieß es in einem Statement. Der Organisator des Rennens in Sotschi betonte indes, dass es noch eine Chance gäbe, dass der Grand Prix stattfindet.

Formel 1 sagt Russland-Rennen wegen Ukraine-Krise ab. (Symbolbild)
Die Formel 1 wird 2022 nicht in Sotschi fahren. (Symbolbild) © Luca Bruno/dpa

Findet das Rennen nun also statt oder nicht. Es herrschte Verwirrung. Doch die hat die Formel 1 am Donnerstag final beseitigt. Mit einem kurzen, aber deutlichen Statement: „Die Formel 1 bestätigt, dass sie den Vertrag mit dem Veranstalter des Großen Preises von Russland gekündigt hat.“

Formel 1: Kein Russland GP mehr – Mazepin verliert Cockpit

Damit ist klar, die Formel 1 wird nicht nur in diesem Jahr nicht in Russland starten, sondern auch in der Zukunft nicht mehr. Ursprünglich hätte der Grand Prix ab dem kommenden Jahr auf dem Igor Drive in der Nähe von St. Petersburg stattfinden sollen.

Doch nicht nur das Rennen in Russland wird in Folge des Kriegs in der Ukraine gestrichen. Auch der Haas-Pilot Nikita Mazepin verliert sein wohl sein Cockpit, wie Sky Sport berichtet. Schon während der Testfahrten in Barcelona hatte das US-Team den russischen Sponsor Ural Kali von seinen Boliden entfernt. Mazepin hätte zwar unter neutraler Flagge starten dürfen, hätte aber das Rennen in Großbritannien auslassen müssen. Dort sind anders als von der FIA beschlossen auch Fahrer aus Russland und Belarus nicht startberechtigt.

Erstmeldung, 28. Februar, 11:32 Uhr: Sotschi (Russland) – Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat weltweit eine Welle der Solidarität mit dem osteuropäischen Land ausgelöst. Auf der anderen Seite bekommt der Aggressor zunehmend Boykott-Maßnahmen vom Rest der Welt zu spüren. Auch in sportlichem Bereich: So wurde Kriegstreiber Wladimir Putin als Ehren-Präsident des Judo-Weltverbandes suspendiert.

Derartige symbolische Gesten werden seinen Feldzug kaum stoppen, aber sind als politische Statements wichtig. Wie auch die frühe Ansage von Formel-1-Pilot Sebastian Vettel, den Lauf im russischen Sotschi zu boykottieren: „Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich nicht gehen sollte und auch nicht gehen werde“, hatte der Aston-Martin-Pilot erklärt. Ähnlich sah das auch Red-Bull-Fahrer Max Verstappen. (Sebastian Vettel „enttäuscht“: Formel-1-Weltmeister hätte sich Tempolimit gewünscht)

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Andere Kollegen äußerten sich allerdings weniger eindeutig als der vierfache und der amtierende Weltmeister. „Natürlich ist es traurig, so etwas im Jahr 2022 zu sehen“, eierte beispielsweise Ferrari-Fahrer Charles Leclerc herum: „Jetzt muss die Formel 1 eine Entscheidung treffen“.

Sebastian Vettel im Aston Martin beim Großen Preis von Saudi-Arabien 2021
Nie wieder Sotschi: Die Formel 1 (hier Sebastian Vettel im Aston Martin) bleibt weg. (Symbolbild) © Hasan Bratic/dpa

Genau das hat sie nun getan: Es sei „unmöglich, den russischen Grand Prix unter den aktuellen Umständen durchzuführen“, erklärte der Motorsport-Weltverband FIA in Absprache mit Teams, Sponsoren und Formel-1-Besitzer Liberty Media: „Wir beobachten die Entwicklungen in der Ukraine mit Trauer und Bestürzung und hoffen auf eine rasche und friedliche Lösung der derzeitigen Situation“. (Michael Schumacher: Ex-Dienstwagen geht zum Schnäppchenpreis weg)

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Ukraine-Einmarsch: Das Aus für Sotschi stand schon vorher fest

Nicht jeder mag diese Entscheidung freilich akzeptieren. So hält der örtliche Veranstalter Rosgonki es immer noch für möglich, dass der Lauf am 22. September am Schwarzen Meer „stattfindet und wie geplant abgehalten wird“. Die gekauften Tickets „werden nicht storniert - es besteht keine Notwendigkeit, eine Rückerstattung zu beantragen.“

Der Grand Prix wäre indes ohnehin der letzte auf dem unter Fahrern ungeliebten Kurs im Olympiapark gewesen. 2023 zieht das Russland-Rennen (wenn es denn stattfindet) auf dem Igora Drive 50 Kilometer nördlich von Sankt Petersburg um. Umstritten waren die Motorsport-Rennen in Russland übrigens auch schon vor der Ukraine-Invasion: Wegen früherer Doping-Vergehen von Athleten des Landes hätten dort eigentlich keine internationalen Sport-Veranstaltungen stattfinden sollen. Die Sotschi-Rennen wurden nur aufgrund alter Verträge noch durchgeführt.

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