Electric Brick

Ford Mustang Mach-E steht still: Software-Fehler macht E-Auto unbrauchbar

  • Christian Schulz
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Ein übler Software-Fehler verursacht, dass der Ford Mustang Mach-E sich nicht mehr rührt. Keinen Millimeter. Das E-Auto springt nicht mehr an, obwohl sein Akku voll ist.

Detroit (Michigan) – Bei manchen seiner stolzen Besitzer sorgt der neue Ford Mustang Mach-E für Sorgenfalten – oder auch Entsetzen. Denn das vollelektrische SUV, auf dessen Front der weltberühmte wilde Hengst prangt, hat eine fiese Macke. Schuld ist ein Software-Fehler. Der Programmier-Bug von Ford äußert sich durch eine gemeine Tücke: Der Mustang Mach-E lässt sich einfach nicht mehr starten – auch wenn sein Akku voll aufgeladen ist. Das Elektroauto wirkt wie versteinert. Doch woran liegt das?

Der vollelektrische Ford Mustang Mach-E ist optisch deutlich mehr SUV als Sportwagen.

Ford Mustang Mach-E wie versteinert: Darum macht ein Software-Fehler das E-Auto unbrauchbar

Wie Besitzer des Ford Mustang Mach-E berichten, bei denen dieses Problem bereits aufgetreten ist, zeigt ihnen ihre Ford-App an, dass ihr Elektrofahrzeug sich im sogennanten „Deep Sleep“-Modus befindet (dt.: „Tiefer Schlaf“). Aus diesem Tiefschlaf scheint es allerdings unmöglich zu sein, das E-Auto aufzuwecken und zurückzuholen. Wie das US-amerikanische Online-Magazin „The Verge“ schreibt, hat sich daher bereits ein eigener Spitzname für den Fehler etabliert: Wird das Elektro-SUV lahmgelegt und bewegt sich nicht mehr vom Fleck, sprechen stocksaure Besitzer vom „Electric Brick“ (dt.: „elektrischer Backstein“). (Ford Mustang Mach-E im Test: Ein markantes Detail im Innenraum erinnert an Tesla)

Im Bezug auf Unterhaltungselektronik bezeichnet „Brick“ ein elektronisches Gerät wie ein Smartphone, eine Spielkonsole oder einen Router, das eine schwerwiegende Fehlkonfiguration, eine beschädigte Firmware oder ein Hardware-Problem hat – und daher nicht mehr wie gewünscht funktioniert. Es ist also sprichwörtlich auf die Funktionalität eines Ziegelsteins reduziert. (Ford Mustang Eleanor: So viel kostet der echte Star aus „Nur noch 60 Sekunden“)

Tesla lässt grüßen: Bedient wird der Ford Mustang Mach-E über ein 15,5 Zoll großes Tablet.

Ford Mustang Mach-E wie versteinert: Ausgerechnet Ladevorgang legt das Elektro-SUV still

Der Hauptakku (mit 99 kWh oder 76 kWh) des Ford Mustang Mach-E ist also voll geladen – und doch ist das E-SUV ist lahmgelegt. Das liegt daran, dass auch moderne Elektroautos zur Versorgung von Steuergeräten, Elektromotoren und Lampen noch immer eine kleine Blei-Säure-Batterie mit 12 Volt besitzen. Wie andere Stromer lädt der auch der Mach-E diese mithilfe seiner Lithium-Ionen-Traktionsbatterie, die ihn antreibt. Der Software-Fehler sorgt nun dafür, dass dies nicht funktioniert: Ironischer Weise wird die Bleibatterie in manchen Fällen nicht mehr geladen, wenn der Mustang Mach-E am Ladegerät hängt. Diese wird allerdings für den Startvorgang benötigt – ist sie leer, geht gar nichts mehr. Der eigentlich gewollte Ladevorgang legt also das Fahrzeug still. (Einzigartiger Ford GT Mk II wird versteigert – und dürfte über eine Million bringen)

Die Ladebuchse sitzt beim Ford Mustang Mach-E über dem linken Vorderrad.

Laut „The Verge“ hat Ford gegenüber der US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit NHTSA („National Highway Traffic Safety Administration“) erklärt, dass das gravierende Problem mit der Software des Antriebs-Steuergeräts zu tun hat. Auch offiziell hat Ford das Problem bestätigt. Potenziell betrifft das Software-Problem mit der Steuereinheit des Antriebs alle (!) Ford Mustang Mach-E, die bis zum 3. Februar vom Band gerollt sind. Leider könne der schwerwiegende Fehler derzeit nicht mittels Over-the-Air-Update (OTA) behoben werden. Dies soll erst im Laufe des Jahres möglich sein – keine Aussicht, die Neuwagen-Besitzer begeistern wird. Betroffene Kunden müssen ihr Elektro-SUV daher zu einem Ford-Händler bringen.

Rubriklistenbild: © Ford

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