1. 24auto
  2. News

Feuer im Elektroauto: Wie groß ist die Brandgefahr für Stromer wirklich? (Mit Video)

Erstellt:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Sind Elektroautos anfälliger für Brände als konventionelle Fahrzeuge? Brandexperten geben eine klare Antwort. Darum ist das Löschen schwieriger.

München – Ob ein brennendes Elektroauto oder Flammen im Busdepot, die möglicherweise auf das Laden von Akkus zurückzuführen sind: Wenn Stromer Feuer fangen, schaffen sie es mit ziemlicher Sicherheit in die Schlagzeilen. Gefühlt unterliegen E-Fahrzeuge einer deutlich größeren Brandgefahr als Autos mit Verbrennungsmotor.

Das klingt erst mal paradox, ließe sich aber durch die Anwesenheit der Akkus durchaus erklären. Doch wie sieht die Realität aus? Fachleute mit Erfahrung aus der Praxis geben da grundsätzlich Entwarnung – nämlich Feuerwehrleute. „Elektrofahrzeuge brennen keineswegs öfter als Autos mit Verbrennungsmotor. Im Gegenteil – das belegen aktuelle Statistiken“, zitieren etwa die VDI Nachrichten (der News-Dienst des Vereins Deutscher Ingenieure) einen Brandoberrat der Münchner Feuerwehr. (Tesla Model S Plaid brennt gleich auf erster Fahrt aus – Besitzer entkommt nur knapp)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Feuer im Elektroauto: Wie groß ist die Brandgefahr für Stromer wirklich?

Auch die Vermutung, dass Akkus eine besondere Gefahrenquelle darstellen, kann der Feuerwehrmann aus der Praxis nicht bestätigen: „In den seltenen Fällen, in denen ein E-Mobil doch mal Opfer der Flammen wird, bleibt der Akku meist unversehrt“. In ganz München seien in den vergangenen sechs Jahren nur wenige Akkus in Brand geraten. (Brandgefahr bei Polizei: Rückruf für Hamburger Elektro-Streifenwagen)

Tesla Model S Plaid in Flammen (Symbolbild)
Flammendes Inferno: Ein brennendes Tesla Model S Plaid. (Symbolbild) © Twitter (Ben Meiselas)

Feuer im Elektroauto: Bis zu 8.000 Liter Löschwasser nötig

Das ist freilich nur die eine Seite der Medaille. Ihre Kehrseite: Wenn ein Elektroauto brennt, ist der Löschaufwand deutlich größer als bei einem mit Sprit betriebenen Fahrzeug. In der Regel wird dafür allerdings keine umweltgefährdende Chemikalie genutzt, sondern Wasser – viel Wasser. Anstelle der üblichen 3.000 Liter werden bis zu 8.000 Liter Lösch-Flüssigkeit benötigt, außerdem benötigt der Stromer länger zum Abkühlen. Die manchmal angewandte Praxis, ausgebrannte Elektroautos komplett in ein Wasserbecken zu tauchen, setzt sich aber nicht generell durch – auch, wenn es in diesem Video praktiziert wird:

Und wie sieht es bei brennenden E-Fahrzeugen in Tiefgaragen oder Tunneln aus? Auch nicht schlimmer als bei konventionell angetriebenen Autos.  „Eine Tunnellüftung, die auf aktuellem Stand der Technik ist, kommt nicht nur mit brennenden Benzinautos, sondern auch mit Elektroautos zurecht“, urteilt die hier besonders sachkundige schweizerische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa).

Auch interessant

Kommentare