Edel-Hersteller weniger gefragt

Marke Ferrari verliert stark an Popularität – liegt’s am fehlenden SUV?

  • Sebastian Oppenheimer
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Laut einer Studie war die Marke Ferrari im Jahr 2010 noch deutlich gefragter als 2020. Liegt es vielleicht daran, dass sich kein SUV im Portfolio befindet?

Maranello – Wenn der Begriff Supersportwagen fällt, dann wird zumeist im selben Atemzug auch Ferrari genannt. Die Sportwagenschmiede mit Sitz im italienischen Maranello entwickelte und produzierte unter anderem automobile Legenden wie den Testarossa, den F40, den F50, den Enzo und den LaFerrari. Teils waren die streng limitierten Boliden gar nicht erst öffentlich erhältlich, sondern wurden nur ausgewählten Kunden zum Kauf angeboten – schließlich sind Ferrari zumeist auch eine Geldanlage. Doch ist die italienische Marke noch so begehrt wie vor zehn Jahren? Die Studie des britischen Vergleichsportals „Compare the market“ lässt daran zweifeln. (Sebastian Vettel verkauft Ferrari-Sammlung – persönliche Abrechnung des Formel-1-Piloten mit Maranello?)

Marke Ferrari verliert stark an Popularität – liegt’s am fehlenden SUV?

Bei einer Auswertung, die hier zu finden ist, hat das Portal sich mithilfe von „Google Trends“ die Daten zum Suchvolumen der Jahre 2010 und 2020 herausgesucht, miteinander verglichen und daraus die Veränderung der Popularität von Automarken berechnet. Zu den großen Verlierern in dem Jahrzehnt zählt demnach Ferrari: Die italienische Marke büßte der Studie zufolge mehr als 35 Prozent an Suchvolumen ein. Interessanterweise konnte der nicht mal Autostunde entfernte Konkurrent Lamborghini mit Sitz in Sant‘Agata Bolognese im selben Zeitraum ordentlich dazu gewinnen – nämlich knapp 25 Prozent. (Ferrari Marke Eigenbau: Pärchen modelliert LaFerrari im Maßstab 1:1 aus Schnee)

Laut einer Studie ist das Google-Suchvolumen nach der Marke Ferrari deutlich gesunken.

Studie: Ferrari hat extrem an Popularität verloren – drei Automarken aber noch mehr

Über die Gründe für den Ferrari-Absturz verrät die Studie nichts. Allerdings ist laut der Erhebung des Vergleichsportals auch das Suchvolumen für den Begriff „Sportwagen“ um knapp 23 Prozent deutlich gesunken. Wenig überraschend stieg dagegen der Suchbegriff „SUV“ im 10-Jahres-Vergleich um 144 Prozent an. Möglicherweise hat es ja damit zu tun. Bekanntermaßen hat Ferrari aktuell noch kein SUV im Angebot – weil man sich lange nicht dazu durchringen konnte. Doch spätestens 2022 soll sich das ändern: Dann soll das Ferrari-SUV Purosangue (dt.: „Vollblut“) auf den Markt kommen. (Gordon Murray: Extremer Supersportwagen wird nach Formel-1-Legende Niki Lauda (†) benannt)

Der Studie zufolge haben nur drei Automarken von 2010 bis 2020 mehr Suchvolumen verloren als Ferrari – wobei es bei diesen deutlich weniger verwundert als bei der Supersportwagenschmiede aus Maranello: Vauxhall (Opel), Citroën und Fiat. Der große Gewinner ist der kalifornische Elektroautobauer Tesla, dessen Suchvolumen gleich um satte 1.262 Prozent in die Höhe schoss. Auf dem zweiten Platz landete Kia (plus 71 Prozent), den dritten Rang belegte Rolls-Royce mit einer Steigerung von 62 Prozent. Auch die deutschen Premium-Hersteller Mercedes-Benz (plus 21 Prozent) und Porsche (plus 15 Prozent) konnten zulegen, während Audi (minus 11 Prozent) und BMW (minus 15 Prozent) zurückfielen. Die Marke Volkswagen verzeichnete ebenfalls einen Verlust in Höhe von 18 Prozent.

Rubriklistenbild: © Imago/U. J. Alexander

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