1. 24auto
  2. News

Alle Fahrzeuge des gesunkenen VW-Frachters sollen ersetzt werden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Das VW-Frachtschiff „Felicity Ace“ ist im Atlantik gesunken. Die versunkenen Fahrzeuge sollen nun ersetzt werden.

Update vom 18. März 2022, 11:30 Uhr: Etwas mehr als zwei Wochen sind vergangen, seit das Auto-Transportschiff „Felicity Ace“ vor den Azoren im Atlantik gesunken ist. Viele US-Kunden werden sich seither gefragt haben, wie sich das Schiffsunglück auf ihre Bestellungen auswirkt. Genau diese Frage haben die betroffenen Marken nun beantwortet.

Demnach werden die versunkenen Fahrzeuge ersetzt, wie der Konzern nun bekannt gab. „Die Marken und Händler haben bereits damit begonnen, ihre Kunden zu informieren und individuelle Lösungen zu finden“, erklärte ein Konzern-Sprecher dem Portal „Car and Driver“

VW-Frachter nach Brand gesunken – Autos sollen ersetzt werden

Das gilt auch für die 15 Lamborghini Aventador Ultimae-Modelle, die sich an Bord der „Felicity Ace“ befanden. „Wir arbeiten daran, die Produktionskapazität zu priorisieren, um sicherzustellen, dass die Bestellungen so schnell wie möglich ersetzt werden“, sagte ein Lamborghini-Sprecher. „Wir werden versuchen, die Auswirkungen auf die Kunden so weit wie möglich zu minimieren. Mit großem Aufwand ist es uns gelungen, die Lieferkette für den Aventador Ultimae wiederherzustellen, um die fehlenden Fahrzeuge zu ersetzen.“

Bentley ist es bereits gelungen, mehr als die Hälfte der 189 Bentleys, die mit dem Schiff verloren gingen, zu ersetzen. „Wir unternehmen einige geschickte Dinge mit den Händlern, um [diese Kunden] mobil zu halten, über die ich aber nicht sprechen werde“, sagte CEO Adrian Hallmark „Automotive News“. Und auch Audi will alle 1800 versunkenen Autos ersetzen, betonte Markus Duesmann. Die genauen Pläne der VW-Tochter verriert der Audi-Chef indes nicht.

Update vom 2. März 2022, 08:30 Uhr: Das Auto-Transportschiff „Felicity Ace“ ist vor den Azoren im Atlantik gesunken, und liegt jetzt in etwa 3.500 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Bei dem Versuch, das 200-Meter-Schiff abzuschleppen, nachdem das dort ausgebrochene Feuer erloschen war, war wahrscheinlich Wasser eingedrungen. „Das Schiff verlor seine Stabilität und sank“, erklärte der Hafenkapitän der Azoreninsel Faial.

Damit ist klar, dass die 3.965 geladenen Neuwagen aus dem Volkswagen-Konzern unrettbar verloren sind – unter ihnen befinden sich auch sehr teure Modelle von Bentley und Porsche, sowie letzte Exemplare des mittlerweile nicht mehr angebotenen Lamborghini Aventador.

VW-Frachter nach Brand gesunken – fast 4.000 Neuwagen endgültig verloren

Zu dem wirtschaftlichen Schaden kommt der ökologische: In dieser Tiefe gibt es kaum eine Möglichkeit, die Autos zu bergen oder zu versiegeln. Es werden also schädliche Betriebsstoffe in das Wasser gelangen. Nach Aussage des Hafenkapitäns sei bislang allerdings kein Öl an der Wasseroberfläche gesichtet worden.

Update vom 25. Februar 2022, 11:15 Uhr: Das Feuer auf dem VW-Frachter „Felicity Ace“ ist wahrscheinlich gelöscht. Eine Woche, nachdem der Brand auf dem mit fast 4.000 Autos von VW, Audi, Porsche, Bentley und Lamborghini beladenen Schiff ausgebrochen war, konnten nun fünf Bergungsexperten an Bord gelangen. Das berichtet die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf Hafenkommandanten der Azoren-Insel Faial.

Die Männer hätten auf dem im Atlantik treibenden Schiff keine Flammen mehr festgestellt, und es gebe auch keine Anzeichen für ein drohendes Wiederauflodern. Völlig offen ist dagegen noch, in welchem Zustand sich die Autos befinden – teilweise handelt es sich um teure Einzel-Anfertigungen.

Feuer auf VW-Frachter gelöscht – werden diese Modelle jetzt nachproduziert?

Möglicherweise befinden sich etwa Exemplare des mittlerweile ausverkauften Lamborghini Aventador und dessen limitierten Sondermodells Ultimae an Bord. Sollten diese zerstört sein, erwägt die italienische Sportwagen-Marke womöglich eine Wiederaufnahme der Produktion. „Wenn gerade diese Modelle betroffen sind, müssen wir einen Weg finden, um die Produktion neu zu starten, damit wir die Kunden bedienen können“, zitiert „Auto Motor und Sport“ den USA-Chef von Lamborghini.

Update vom 24. Februar 2022, 11:00 Uhr: Der Frachter mit 3.965 Autos von VW und seinen Edelmarken Audi, Porsche, Bentley und Lamborghini brennt weiter – wenn auch die Flammen offenbar nicht mehr kräftig züngeln, sondern eher im Innern vor sich hinlodern. Spezialisten des niederländischen Rettungs- und Bergungsunternehmen Smit Salvage versuchen zu retten, was zu retten ist. Doch es könnte tatsächlich sein, dass von den Autos, deren Gesamtwert auf über 400 Millionen Dollar (ca. 356 Millionen Euro) geschätzt wird, nicht mehr viel übrig bleibt.

Feuer auf VW-Frachter: Sind die Elektroautos an allem Schuld?

Zum Problem scheinen sich vor allem die verladenen Elektroautos zu entwickeln, besser gesagt: deren Akkus. So ist bereits der Verdacht entstanden, dass eines der Lithium-Ionen-Packs sich entzündet haben und das ganze Desaster überhaupt erst ausgelöst hat. Auch die Löscharbeiten werden wohl erheblich durch die in Flammen geratenen Energiespeicher erschwert. Löschen lassen sich brennende Lithium-Batterien nur mit riesigen Mengen an Wasser: Aus ihren bisherigen Erfahrungen wissen Brand-Experten, dass etwa 8.000 Liter statt der üblichen 3.000 Liter Wasser benötigt werden, um Flammen an einem Elektroauto zu löschen.

Erstmeldung vom 19. Februar 2022, 9:37 Uhr: Horta (Azoren, Portugal) – Sie schiffte in Emden in Niedersachsen aus, mit Kurs auf Houston in Texas, USA: Die „Felicity Ace“, ein riesiger 200-Meter-Frachter. Doch nun treibt das Schiff brennend vor den Azoren – mit wertvoller Fracht an Bord, die auf der anderen Seite des Atlantiks eigentlich sehnlichst erwartet wird.

Auf dem schwimmenden Parkhaus befinden sich 3.965 Neuwagen aus dem Volkswagen-Konzern, darunter begehrte Luxusmodelle. So sind 189 Fahrzeuge der britischen Edelmarke Bentley an Bord, deren Neupreise bei knapp 200.000 Euro beginnen – tatsächlich aber viel teurer sind. Auch 1.100 Porsche-Modelle sind offenbar von den Flammen bedroht. In den sozialen Medien haben sich bereits einige der schockierten Käufer zu erkennen gegeben, so befürchtet ein Twitter-User für seinen Porsche 718 Boxster Spyder (ab 93.350 Euro) das Schlimmste. (Teurer Totalschaden: Extrem seltener Lamborghini brennt aus)

Feuer an Bord! Verbrennen fast 4.000 Autos von VW, Porsche und Bentley?

Auch einige Fahrzeuge der italienischen Sportwagenschmiede Lamborghini sollen sich an Bord befinden, hier beginnen die deutschen Listenpreise bei 221.499 Euro. Aber auch bei den Autos der Marken VW und Audi handelt es sich, wie bei Exportmodellen in die USA üblich, um teure Modelle wie den Golf R (ab 51.835 Euro).

Brennender Frachter mit deutschen Autos im Atlantik
Die brennende „Felicity Ace“ vor den Azoren. © Marinha Portugal/dpa

„Das Schiff brennt von einem Ende zum anderen“, erklärte ein Hafenmeister auf den Azoren, die Flammen wüten oberhalb von fünf Metern über der Wasserlinie. Löschschiffe aus Gibraltar und einer niederländischen Spezialfirma sind vor Ort und noch unterwegs. Erschwert werden die Rettungsversuche durch die Tatsache, dass sich auch viele Elektroautos wie der VW ID.4 an Bord befinden, deren Lithium-Ionen-Akkus nur schwer zu löschen sind. (Feuer im Elektroauto: Wie groß ist die Brandgefahr für Stromer wirklich?)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können

Feuer an Bord! Alle Besatzungsmitglieder in Sicherheit

Falls möglich, soll der unter Panama-Flagge fahrende Frachter nun in einen Hafen auf den Bahamas oder dem Festland Europas geschleppt werden, da er für die Anlagen auf den Azoren zu groß ist. Die gute Nachricht: Alle 22 Besatzungsmitglieder sind in Sicherheit, wie Audi mitteilte – was bei einem hochgefährlichen Seenotfall wie Feuer an Bord keine Selbstverständlichkeit ist.

Für Volkswagen ist es nicht die erste See-Katastrophe dieser Art: 2019 fing die „Grande America“ auf dem Weg von Hamburg nach Casablanca (Marokko) Feuer und sank – mit mehr als 2.000 Luxusautos, unter anderem von Audis und Porsche, an Bord.

Auch interessant

Kommentare