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Billigheimer aus Tunesien: Dieses Fiberglas-SUV gibt’s zum Schleuderpreis

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Fahraufnahme eines Wallys Iris
Der Wallys Iris wird von einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner aus dem Hause Stellantis angetrieben. © Wallys Car

Tunesien ist ja nicht gerade für seine Autoindustrie bekannt – doch dort leben zwei Brüder, die ein ziemlich ungewöhnliches Kompakt-SUV fertigen.

Tunis – Nicht jeder kann sich Autos aus der Premium-Liga leisten – und manch einer legt darauf auch gar keinen Wert. Für viele ist ein Auto einfach ein Gebrauchsgegenstand, der vor allem eines tun soll: funktionieren. Diese Art von Autokäufer schaut sich häufig nach einem robusten Gebrauchtwagen um oder greift zu einem Gefährt aus dem Niedrigpreis-Segment, wie sie etwa die Renault-Tochter Dacia anbietet. Während die rumänische Marke aber inzwischen durchaus populär ist, dürften die meisten von der Firma Wallys Car noch nie etwas gehört haben. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der tunesischen Hauptstadt Tunis – rund 120 Mitarbeiter fertigen dort in Handarbeit ein ganz besonderes Billig-Auto. (Mercedes-Benz G-Klasse: Klon-Alternative viel billiger – Force Motors Gurkha kostet nur Bruchteil)

Billigheimer aus Tunesien: Dieses Fiberglas-SUV gibt es zum Schnäppchenpreis

Wallys Car produziert aktuell ein dreitüriges Kompakt-SUV namens Iris. Das Besondere: Um die Produktionskosten niedrig zu halten, besteht die Karosserie des Fahrzeugs aus Fiberglas. Die Optik des Gefährts erinnert mit ein wenig Fantasie etwas an den Jeep Willys, zumindest bei Betrachtung der Front. Angetrieben wird der Iris von einem 82 PS starken 1,2-LIter-Dreizylindermotor aus dem Hause PSA, das mittlerweile im Stellantis-Konzern aufgegangen ist. Die Höchstgeschwindigkeit des Iris gibt der Hersteller mit 158 km/h an, von 0 auf 100 km/h beschleunigt das Fahrzeug in 13,2 Sekunden. Den Normverbrauch gibt Wallys mit 6,5 Litern auf 100 Kilometer an. (Dacia Sandero TCe 90 im Test: So viel Auto gibt’s für so wenig Geld)

Blick in den Innenraum eines Wallys Iris
Im Innenraum des Wallys Iris geht es eher spartanisch zu. © Wallys Car

Standardmäßig rollt das Tunesien-SUV auf 14-Zöllern zu den Kunden, bestellbar sind jedoch auch 15- und 16-Zöller. Das Fahrzeug ist 3,9 Meter lang, 1,7 Meter breit und hat eine Höhe von 1,65 Metern. Das Kofferraumvolumen beträgt 300 Liter – entfernt man die hintere Sitzbank sind bis zu 750 Liter drin. Das Leergewicht des Iris liegt bei gerade einmal 940 Kilogramm.

Billigheimer aus Tunesien: Das kostet der Wallys Iris in der Basis

Im Innenraum darf der Fahrer bedingt durch den Preis nicht allzu viel erwarten. Wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt, stehe „die Erfahrung der Einfachheit“ an erster Stelle. Und weiter: „Unsere Kunden werden niemals in komplexen On-Board-Technologien gefangen sein. Unser Innovationsansatz ist sparsam und konzentriert sich auf Sicherheit und Zuverlässigkeit.“ Mehr als das Nötigste ist tatsächlich nicht an Bord: Es gibt ein Lenkrad, ein paar Drehschalter, einen Schaltknüppel – und soweit man das von den Bildern her beurteilen kann, jede Menge Hartplastik. Zwar mag es dem Auto an jeglichem Luxus mangeln, dafür haben die Tunesier eine kräftige Farbpalette im Angebot – unter anderem leuchtendes Gelb, Grün und Pink. (China-Hammer: Billig-E-Auto schlägt Tesla Model 3 bei Verkaufszahlen – dank krassem Winzig-Preis)

Das Basismodell mit 5-Gang-Handschaltung gibt es laut Wallys-Website ab 48.200 Tunesischen Dinar (umgerechnet rund 14.500 Euro) – das sind rund 2.500 Euro mehr als hierzulande der billigste Dacia Duster kostet. Stattet man den Wallys Iris mit allen Extras aus, lässt sich der Preis auf umgerechnet rund 23.000 Euro hochtreiben. Dafür gibt es dann auch die Gewissheit ein wirklich seltenes Auto zu fahren: Bislang hat das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2006 rund 2.200 Fahrzeuge produziert.

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