Werkskultur in Wolfsburg

Volkswagen: Das meistverkaufte Modell ist kein Golf und kein Polo, sondern die ...

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Dass in Wolfsburg Autos vom Band laufen, weiß jedes Kind. Was kaum einer weiß: Im Wolfsburger Werk werden mehr Currywürste produziert als VW-Modelle auf der ganzen Welt. Die Wurst gibt’s seit fast 50 Jahren.

  • Volkswagen ist einer der größten Autohersteller der Welt
  • Das meistverkaufte Modell ist kein Golf, kein Polo und kein Tiguan
  • Das Produkt geht zurück auf die Mitarbeiterverpflegung

Wolfsburg – Es mag viele verwundern, aber der meistverkaufte Volkswagen ist nicht etwa der Golf oder der Polo ... nein, auch nicht der Tiguan: Es ist die „Currybockwurst“. Die Volkswagen-Currywurst ist heute ein Stück Werkskultur, das seinen Ursprung in der Mitarbeiterverpflegung bei VW hat. (Fahrbericht VW Golf 8 GTI: Dieses Ausstattungsmerkmal darf natürlich nicht fehlen)

Schon früh begann im Wolfsburger Werk die eigene Lebensmittelherstellung. In den 1950er-Jahren stellten bei Volkswagen beschäftigte Fleischer verschiedene Wurstsorten für die Beschäftigten her. Damals unterhielt das Werk sogar betriebseigene Bauernhöfe für die Versorgung der Belegschaft und erzeugte das nötige Fleisch in der Schweinemast selbst. Die Currybockwurst in ihrer heutigen Form gab es erstmals 1973 in der Werkskantine. Sie wurde aus dem Stand zum Renner. Seitdem ist sie ein wichtiger Bestandteil der Mitarbeiterverpflegung und in den Betriebsrestaurants und SB-Shops zu haben. (Neuer VW Caddy: Ist er der bessere Touran? Und billiger noch dazu)

Volkswagen: Das meistverkaufte Modell ist die „Currybockwurst“

Ob man die VW-Currywurst im Werk quasi rund um die Uhr in einem der Betriebsrestaurants essen kann, beantwortet Pressesprecher Nikolas Thorke: „Die Restaurants, die sehr produktionsnah liegen, arbeiten im Dreischichtbetrieb. Somit haben die Kollegen auch in der Nachtschicht die Möglichkeit, essen zu gehen und dort eine Currywurst zu bestellen.“ Zum typischen Currywurst-Tag ist aber der Dienstag geworden – dann gibt es die Currywurst zur Mittagszeit in allen VW-Restaurants. Auch wer ein neues Fahrzeug in der Autostadt Wolfsburg abholt oder die Museen auf dem Gelände besucht, kann sich gleich eine Currywurst aus Werksproduktion genehmigen. Im Norden Deutschlands haben zudem die Supermarktketten Edeka und famila die Volkswagen-Currywurst im Sortiment. (Test VW T-Roc Cabrio: Dieses 1000-Euro-Extra ist unnötig)

Die Marke Volkswagen
SitzWolfsburg
Gründung1937
ChefHerbert Diess
Bekannte ModellePolo, Golf, Passat, Tiguan
Verkaufte Fahrzeuge 2019 6,28 Millionen

In der werkseigenen Fleischerei im Nordosten des Wolfsburger Werks sind 30 Mitarbeiter täglich damit beschäftigt, frisches Schweinefleisch aus der Region zu verarbeiten. Ganze 17 Betriebsrestaurants sorgen in Wolfsburg für das leibliche Wohl der Mitarbeiter. Deren Lieblingsgericht: natürlich die Currywurst. Die „Currybockwurst“ von VW ist 170 Gramm schwer und 25 Zentimeter lang. Wer weniger Fleisch essen möchte, dem wird auch eine „Light-Version“ angeboten, die nur 85 Gramm wiegt und 12,5 Zentimeter misst. Von der großen wurden letztes Jahr etwa 4.100.000, von der kleineren etwa 2.880.000 verkauft. Letztere wird den Fans auch bei Heimspielen im Wolfsburger Fußballstadion („Volkswagen Arena“) angeboten. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch eine vegetarische Version. (VW Tiguan Facelift: Diese Extras sind ab jetzt immer serienmäßig)

Die Vermarktung der „Currybockwurst“ a là Volkswagen reicht sogar bis ins Ausland. So gibt es in China und den USA lizenzierte deutsche Fleischereien, die die Wurst produzieren. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt also rund sieben Millionen VW-Currywürste verkauft – mehr als Autos mit dem Volkswagen-Logo. Die Rezeptur der Currywurst ist natürlich streng geheim, genau wie die des dazugehörigen Ketchups: Produziert wird er von Develey, aber nach originalem VW-Rezept. (Volkswagen Arteon-Facelift: Neue Karosserievariante und Plug-in-Hybrid)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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