1. 24auto
  2. News
  3. Faszination

BMW M3 der 80er neu aufgelegt – ist dieser Restomod besser als ein Neuwagen?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Kommentare

Ausflug in die Vergangenheit: Ein britischer Tüftler lässt den BMW M3 der Baureihe E30 wieder auferstehen. Sein Preis dürfte Neuwagen-Käufer erstaunen.

London (Großbritannien) – In den 1980er Jahren gab es neben einem Porsche 911 oder der über allem schwebenden Mercedes S-Klasse der Generation W 126 nur einen automobilen Superstar: den BMW M3 der Baureihe E30. Auch mit vergleichsweise bescheidenem Vierzylindermotor war er eine wahre Glanzbesetzung in einem Mittelklassefahrzeug, das damals kaum der Kompaktklasse entwachsen war. Wer sportlich unterwegs sein wollte, konnte zwar zu einem BMW 320i oder gar dem 325i greifen, beide mit dem herausragendem Reihensechser, und auch ein Ford Sierra XR4i oder ein Mercedes 190 E 2.3 16 V lockten – so begeisternd wie der BMW M3 der Generation E30 (im Video oben zu sehen) war seinerzeit aber kein anderer. (Endlich Oldtimer: Diese Modelle bekommen 2022 das H-Kennzeichen)

BMW M3 der 80er neu aufgelegt – ist dieser Restomod besser als ein Neuwagen?

Dieser Ur-BMW-M3 wird von Veredler Simon Lord und seinem britischen Unternehmen Leichtbau Performance Ltd. aus London, kurz Redux, nun in einer exklusiven Auflage von 30 Fahrzeugen neu angeboten. Der Bastler begann vor der Kreation seines ganz eigenen BMW M3 mit einer einfachen Frage: Wenn BMW nach dem Sport Evo ein weiteres E30 M3 Modell gebaut hätte, welches wäre es gewesen? Seine Antwort: ein imaginärer BMW E30 M3 CSL. Und so begann Lord, die Komponenten für seine Traumspezifikation, einen leichten E30 M3, zusammenzusuchen. (Legende Automobiles Turbo 3: Renault 5 Turbo als schicke Restomod-Version)

Restomod BMW M3 E30 Redux, fahrend
Erneuerter Klassiker: Der BMW M3 E30 Redux. © Redux

BMW M3 der 80er neu aufgelegt – Qualität und Detail-Liebe auf höchstem Niveau

Was in der jahrelangen Arbeit herausgekommen ist, lässt sich nunmehr mit dem Redux BMW M3 bestaunen. Es entstand ein vollständig restaurierter und überaus geschmackvoll modifizierter E30-Sportler, der Qualitätskomponenten, außergewöhnliche Handwerkskunst und eine obsessive Liebe zum Detail vereint. Bei dem britischen Veredler wurde dieser Prozess auf ein Niveau gebracht, das von kaum einem anderen BMW-Spezialisten erreicht wird.

Rund 4.000 Arbeitsstunden sind nötig, um eine Rohbau-Restaurierung und umfangreiche Umbauarbeiten nach Simon Lords anspruchsvollen Standards durchzuführen. Die Bauzeit für jeden einzelnen Redux-M3 liegt bei 18 Monaten, allein die Lackierung mit Vorarbeiten im Großraum London nimmt mehr als 550 Stunden in Anspruch. (Grandioser Restomod-Porsche: 993 Speedster von Gunther Werks bietet eine ungewöhnliche Option)

BMW M3 der 80er neu aufgelegt – aus 2,3 werden 2,5 Liter Hubraum

Aus dem komplett überarbeiteten 2,3-Liter-Vierzylinder-Saugmotor wird ein 2,5-Liter-Triebwerk mit neuen Kolben, Kurbelwelle, Aluminium-Ventildeckel und dem Motorsteuergerät eines BMW 130i. Durch verschiedene Kohlefaserkomponenten und eine eigene Auspuffanlage erhöht sich die gewichtsspezifische Leistung von 198 PS pro 1.000 Kilogramm (wie sie der BMW E30 M3 Sport Evo bot) auf 260 PS/1.000 Kilogramm. Die neuen Karosserieteile aus Kohlefaser und Verkleidungen wie Türen oder Dach wiegen insgesamt nur 42 Kilogramm.

Restomod BMW M3 E30 Redux, fahrend, von seitlich hinten
Nur echt mit dem Heckspoiler: Der BMW M3 E30 Redux. © Redux

Neben dem deutlich optimierten Leistungsgewicht gibt es ein einstellbares Hightech-Fahrwerk mit Sperrdifferenzial, das in Verbindung mit der Gewichtsreduktion ein dynamisches Fahrverhalten garantieren soll. Damit die Leistung artgerecht auf den Boden kommt und auch wieder abgebremst werden kann, rollt der aufgefrischte Restomod auf Michelin Pilot Sport 4 Reifen im Format 225/40 ZR 19 vorn und 255/35 ZR 18 hinten.

Vorne sind Bremsscheiben im Format 362 mal 32 Millimeter verbaut, hinten 31 mal 28 Millimeter. Auf besonderen Wunsch ersetzt Redux die Stahlscheiben durch Karbon-Keramik-Bremsen, die das Gewicht ungefederter Massen nochmals um 2,5 Kilogramm je Rad reduzieren. (Polizei lässt BMW M3 Touring verschrotten – das steckt dahinter)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

BMW M3 der 80er neu aufgelegt – der Innenraum behält sein zeitgenössisches Flair

Im Innenraum kann der Kunde seinen Wünschen freien Lauf lassen. Der 80er-Jahre-Charakter wird dabei jedoch nicht angetastet. Der Redux-M3 bietet Ledersportsitze, eine Mittelkonsole nebst Sportlenkrad und Lenksäule mit edlem Alcantara-Bezug. Wer lieber Stoff oder Leder will, bekommt auch das. Für Komfort sorgen dazu unter anderem elektrische Fensterheber, Klimaanlage und ein neues Blaupunkt-Radio im Retrochic.

Interieur des BMW M3 E30 Redux
Mit dem Charme der 80er: Das Interieur des BMW M3 E30 Redux. © Redux

Über den Preis schweigt sich Firmeninhaber Simon Lord aus, und verrät diesen nur ernsthaft interessierten Kunden. Unter 300.000 Euro dürfte jedoch kaum etwas gehen für einen nahezu perfekten BMW M3 E30. Dafür bekommt man auch gut vier neue BMW M3 mit Sechszylinder-Reihenmotor – aber eben keine Zeitmaschine in die 80er-Jahre. (Stefan Grundhoff/press-inform)

Auch interessant

Kommentare