Testfahrt im Prototypen

Škoda Slavia: Der neue Spider macht Lärm – schuld ist nicht allein der Motor

Studioaufnahme des Skoda Slavia von schräg vorn
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Der Skoda Slavia steht auf mächtigen 20-Zoll-Rädern.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der Škoda Slavia ist das siebte Fahrzeug, das von den Azubis der bereits 1923 gegründeten Škoda Academy auf die Räder gestellt wurde. Heraus kam ein echtes Spaßmobil mit historischem Bezug und cleveren Details, das sicherlich nicht nur Škoda-Fans gerne im Modellprogramm sähen.

  • 31 Auszubildende aus der Škoda Academy haben den Slavia entworfen
  • Entstanden ist ein sehr ansehnlicher Spider auf Basis des Scala
  • Unter der Haube arbeitet ein 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS

Mladá Boleslav – Das siebte Azubi-Fahrzeug der renommierten Berufsschule von Škoda ist ein knackiger Spider ohne Dach – eine Fahrzeugkategorie, die immer mehr aus der aktuellen Autolandschaft verschwindet: der Škoda Slavia. Die Vorlage liefern 31 Auszubildende, die allesamt so bewandert sind in den Bereichen Elektronik, Karosseriebau, Lackierung sowie Mechanik, dass sie ohne großes Eingreifen der Lehrherren ein Auto auf die Räder gestellt haben, das nicht nur einfach Blicke auf sich zieht, sondern auch bei näherer Betrachtung ein absolut markenwürdiger Prototyp ist – er ist durchdacht und das Finish absolut solide. (Video: Führerloser Škoda Fabia rast auf Menschengruppe zu – dann passiert DAS)

Škoda Slavia: Der Name entstammt der ersten Fahrradfirma der Škoda-Gründer

Und Humor haben die Automotive-Schüler auch noch bewiesen: Setzt man sich in den Slavia, dessen Name übrigens an die Fahrradmarke der Škoda-Gründer Laurin und Klement erinnern soll, begrüßt einen ein schnarrendes Geräusch aus den unübersehbar angebrachten Lautsprechern. Man weiß es nicht genau zuzuordnen, vielleicht das Rascheln einer Spinne? Schließlich sitzt man ja in einem Spider. (Škoda Octavia Combi: Warum der Neue nun in Baustellen sicherer unterwegs ist)

Der Innenraum des Škoda Slavia wird von einer aufwendigen Musikanlage beschallt.

Škoda Slavia: Ein 2.250-Watt-Subwoofer sorgt für ordentlichen Bass-Druck

Der weitgehend der Großserie entliehene Innenraum wird von einer mächtigen Musikanlage beschallt, die einen 2.250 Watt starken Subwoofer bemüht, und es gibt zahlreiche 320-Watt-Lautsprecherboxen. Überhaupt ist Akustik ein Thema beim Slavia, der sich nach dem Motorstart so emotional zu Wort meldet, dass man auf Musik getrost verzichten könnte. Kein Wunder, schließlich haben sich die Nachwuchstalente vom raren Rennmodell Škoda 1100 OHC inspirieren lassen, das in puncto Motorsound allerdings noch zwei Schippen drauflegt. (Škoda Octavia RS jetzt auch als Plug-in-Hybrid – doch die Elektrifizierung hat ihren Preis)

Der Škoda-Schriftzug am Heck des Slavia ist beleuchtet.

Škoda Slavia: Unter der Haube arbeitet ein 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS

Wenn Škoda einmal jährlich turnusmäßig sein Azubi Car präsentiert, darf es tatsächlich auch gefahren werden. Also schnell den Renngurt angelegt und auf die Teststrecke. Unter der Haube steckt der 1,5 Liter große Vierzylinder-Direkteinspritzer mit 110 kW/150 PS, der sein Drehmoment an den siebenstufigen Doppelkuppler weitergibt – das ist konventionelle Großserientechnik. (Škoda Octavia: Ab Herbst mit neuer Antriebsvariante)

Das Cockpit des Slavia entspricht dem Škoda Scala, mit dem er sich die technische Basis teilt.

Gibt man ein wenig mehr Gas, entwickelt er jedoch Sportwagen-Klänge auf einem Level, das die europäische Kommission heute wohl nicht mehr mittragen würde. Dazu passt auch die Optik des Slavia mit prägnantem Diffusor sowie mächtigen Auspuff-Endrohren. (Škoda Scala mit Erdgasantrieb: Warum der Tscheche nicht für jeden die richtige Wahl ist)

Škoda Slavia: LED-Beleuchtung und schwarze Akzentteile lockern die Optik auf

Der Škoda-Schriftzug präsentiert sich hell illuminiert – keine Frage, der Slavia soll extrovertiert rüberkommen. Auch der schwarze Spoiler auf dem Heckdeckel sticht hervor wie übrigens sämtliche in tiefem Schwarz gehaltenen Akzentteile, die einen markanten Kontrast zum „White Cristal Blue“ bilden, so heißt der Farbton des Concepts offiziell. (Škoda Octavia Scout: Der robuste Tscheche kommt erstmals mit dieser Antriebsvariante)

Die Marke Škoda
SitzMladá Boleslav (Tschechien)
Gründung1895
ChefBernhard Maier
Bekannte ModelleFavia, Octavia, Superb, Kodiaq, Karoq
Verkaufte Fahrzeuge 20191,24 Millionen

Unterhalb der Schweller haben die jungen Techniker programmierbare LED installiert, damit der Slavia ein Umgebungslicht in den Farben der tschechischen Flagge generiert. Die Chancen auf eine Serienfertigung stehen indes schlecht, was schade ist, denn ein ausgefallenes, offenes Spaß-Fahrzeug würde sich vielleicht gar nicht schlecht machen in der ansonsten sachlichen Škoda-Palette. (Von Patrick Broich/SP-X)

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