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Porsche 356: Umgebauter Klassiker stellt sich besonderer Herausforderung

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Von: Simon Mones

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Ein umgebauter Porsche 356 hat noch viel vor: Was nach einem verrückten Plan klingt, wird bald Realität.

Stuttgart – Über die Jahre hat Porsche zahlreiche Autos gebaut, die heute als Klassiker gelten. Eines dieser Modelle ist der Porsche 356, der von 1948 bis 1965 produziert wurde. Gut erhaltene Modelle haben inzwischen einen hohen Sammelwert und können um die 100.000 Euro kosten.

Doch der Porsche 356 eignet sich nicht nur als Wertanlage, die in der Garage Staub ansetzt, sondern auch als waschechter Rennwagen. Die Amateur-Rallyefahrerin Renée Brinkerhoff (65) hat mit dem Oldtimer schon einige Langstreckenrennen abgeschlossen und plant nun den nächsten Streich. (Cannonball elektrisch: Tesla schlägt Porsche bei illegalem Rennen)

Porsche 356: Umgebauter Klassiker stellt sich besonderer Herausforderung

Zum Abschluss ihrer „World Ralley Tour“ steht ein Rennen in der Antarktis auf dem Plan. 573 Kilometer will sie mit dem Oldtimer auf Eis und Schnee zurücklegen. „Unser eigentliches Ziel war es, unsere Rennaktivitäten weltweit sichtbar zu machen, um unsere Kampagne gegen den Kinderhandel wirksam zu unterstützen“, erklärt Brinkerhoff. „Wir wollten Grenzen überwinden und neue Rekorde aufstellen. Wir hoffen, mit unserer Antarktis-Expedition genau das zu erreichen.“ (Porsche plant Service-Revolution: Autos sollen Probleme frühzeitig erkennen)

Wenn das Wetter mitspielt, könnte Brinkerhoff Anfang Dezember starten und die Tour bis Ende des Jahres abschließen. Für die Expedition zum Südpol musste der Porsche 356 jedoch umgebaut werden. Hierfür nutze das Team Valkyrie Racing die durch den Aufschub gewonnene Zeit, denn die Aktion sollte eigentlich schon 2020 laufen. (Porsche-Klassiker geschrottet – traurige Parallelen zu früherem Unfall)

Ein umgebauter Porsche 356 mit Raupenkette und Skiern.
Dieser umgebaute Porsche 356 ist bald in der Antarktis unterwegs. © Mark Riccioni/Porsche AG

Porsche 356: Aufwendiger Umbau für Antarktis-Expedition

Die Hinterräder wurden durch Raupenketten ersetzt. Vorne wurden die Pneus durch ein Paar Skier ersetzt. Zudem bekam der Porsche 356 ein spezielles Stütz- und Aufhängungssystem. Zur Stabilisierung der beiden hinteren Raupen kommt eine Einarmaufhängung mit Spiralfederung zum Einsatz. (Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – doch was wird aus 911-Baureihe?)

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Durch den Umbau erhöht sich das Gesamtgewicht des Porsche 356, was eigentlich problematisch ist, da ein niedriges Gewicht erforderlich ist, damit der Oldtimer auf Eis fahren kann und nicht einsinkt. Dieses Problem wurde dadurch gelöst, dass das Gewicht pro Quadratzoll auf unter vier Prozent des normalen Bodendrucks reduziert wurde. Zudem müssen die Skier und die Raupen leicht abnehmbar sein, damit die Spike-Eisreifen montiert werden können, ohne die Spureinstellung zu verändern. Für den Wechsel wird ein pneumatisches Hebekissen verwendet. (Porsche Taycan Facelift: Viele neue Farben – und ein Kritikpunkt weniger)

Porsche 356: Kein Test vor Antarktis-Expedition

„Wie so oft, wenn ich mit meinem 356 ein neues Terrain betrete, hatte ich bisher keine Gelegenheit, das Auto zu testen“, sagt Brinkerhoff. „Der Test wird kommen, wenn wir am Union Glacier sind.“ Der präparierte Oldtimer befindet sich bereits auf dem Weg nach Chile und wird von dort auf dem Luftweg in die Antarktis gebracht. (Porsche 959: Seltener Prototyp steht zum Verkauf – und das soll er kosten)

Ende November reist dann auch das Team nach Chile. Auf ihrer Expedition durch die Antarktis wird Brinkerhoff unter anderem von dem britischen Forscher Jason de Carteret begleitet. Dieser hat bereits mehr als 50 Expeditionen geleitet, unter anderem zum Nord- und Südpol. Auf der Polartour übernimmt er die Rolle des Navigators.

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