Edel-Bolide des Drogenkönigs

Pablo Escobar: Porsche 911 RSR von Drogenboss wird verkauft – zu einem mörderischen Preis

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ein für die IROC-Rennserie 1974 gebauter Porsche 911 RSR steht zum Verkauf – zu seinen Vorbesitzern zählt auch der gefürchtete kolumbianische Drogenkönig Pablo Escobar.

Boca Raton (USA) – Manche Autos bringen bei Auktionen schon allein aufgrund ihres Seltenheitswertes eine Menge Geld ein – bei anderen Fahrzeugen spielt womöglich ein prominenter Vorbesitzer die entscheidende Rolle. Im besten Falle kommt beides zusammen: Eine automobile Rarität, die zugleich einen berühmten Ex-Eigentümer ausweisen kann. Im US-Bundesstaat Florida steht nun ein solches Fahrzeug zum Verkauf: Ein nur wenige Male für die Rennserie International Race of Champions (IROC) im Jahr 1974 gebauter Porsche 911 RSR, der später auch vom Drogenboss Pablo Escobar (44, † 1993) über Rennpisten gejagt wurde. Wer jedoch nun im Internet nach Fotos von Pablo Escobar und jenem Porsche sucht, wird enttäuscht – als er ihn besaß, sah dieser nämlich komplett anders aus. Erst kürzlich war in Paris ein Porsche 911 Cabrio des verstorbenen Fußball-Weltstars Diego Maradona (60, † 2020) unter den Hammer gekommen.

Dieser Porsche 911 RSR gehörte einst Drogenkönig Pablo Escobar.

Pablo Escobar: Porsche 911 RSR von Drogenboss wird verkauft – zu einem mörderischen Preis

Pablo Escobar war ein kolumbianischer Drogenbaron und Chef des gefürchteten Medellin-Kartells. Dessen Geschichte wurde vor wenigen Jahren in der Netflix-Serie „Narcos“ nacherzählt. Mit Sportflugzeugen und Mini-U-Booten schmuggelte Pablo Escobar tonnenweise Kokain in die USA und verdiente damit schier unglaubliche Summen. Angeblich zählte er in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den reichsten Menschen der Welt. Seine kriminelle Karriere kostete jedoch sehr viele Menschen das Leben – am Ende auch sein eigenes: 1993 wurde er bei einer Razzia in Medellin von einer Spezialeinheit erschossen. (Seltene Chance: McLaren F1 steht zum Verkauf – für „zwei Milliarden Pennies“)

Verkauft wird der Porsche RSR von der Atlantis Motor Group mit Sitz in Boca Raton (Florida), das Angebot ist hier zu finden. Aufgerufen wird für den Porsche 911 IROC RSR ein Preis von 2,2 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 1,85 Millionen Euro). Entwickelt wurde der Porsche RSR für das International Race of Champions (IROC) im Jahr 1974 – lediglich 15 Exemplare wurden gebaut. Die Idee hinter der Rennserie war, dass 12 Fahrer in identischen Fahrzeugen antreten, um den besten unter ihnen zu ermitteln. Im Jahr 1974 kam also ausschließlich jener Porsche 911 RSR zum Einsatz. Bei dem nun zum Verkauf angebotenen Fahrzeug, handelt es sich um das Auto, das in jener Rennsaison vom zweifachen Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi (74) gelenkt wurde. (Sebastian Vettel verkauft Ferrari-Sammlung: Rechnet der Formel-1-Pilot mit Maranello ab?)

Ein massiver Heckflügel sorgt bei diesem Porsche RSR für den nötigen Abtrieb.

Porsche 911 RSR von Drogenboss Pablo Escobar (†) zu verkaufen – Auto wurde komplett umgebaut

Jedes der Fahrzeuge wurde in einer anderen einzigartigen Farbe lackiert, was angeblich auch den Fernsehzuschauern geschuldet war, die damals vermehrt Farb-TVs kauften. Das angebotene Fahrzeug hat die Farbe „Sahara Beige“. Verbaut ist ein 3,0-Liter-Sechszylnder-Boxermotor mit einer 5-Gang-Handschaltung – Leistungsdaten zu dem Fahrzeug gibt es nicht. (Floyd Mayweather: Ex-Box-Weltmeister liefert sich Bieter-Wettstreit um Maybach Landaulet)

Pablo Escobar verwandelte das Auto allerdings mit Hilfe eines Bodykits –zumindest optisch – in einen Porsche 935. Inzwischen wurde das Fahrzeug aber wieder mittels umfangreicher Restauration in seine Ursprungsoptik zurückversetzt. Laut Anbieter hat das Auto lediglich 225 Meilen (362 Kilometer) auf dem Tacho, was angesichts der Historie natürlich viel zu wenig ist. Vermutlich ist dies die Kilometerzahl im Anschluss an die komplette Restauration.

Rubriklistenbild: © Atlantis Motor Group / IMAGO / Cinema Publishers Collection

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