1. 24auto
  2. News
  3. Faszination

Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic: Schwer gepanzert, extrem teuer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Daimler hat seine gepanzerten G-Klasse aufgegeben und setzt ganz auf den Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic. Staatsoberhäupter haben ein neues Traumauto.

Stuttgart – Seit Jahrzehnten geben die deutschen Premiumhersteller bei den Panzerlimousinen weltweit den Ton an. Das Dreigestirn aus Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse ist nicht nur bei den normalen Luxuslimousinen von der Stange das Maß aller Dinge, sondern auch bei den hochgesicherten Panzerversionen. BMW scherte bei der aktuellen Generation aus und hat erstmals seit dem BMW 733i der Generation E23 keinen Schwerpanzer mehr ab Werk im Programm. Audi blieb dagegen seiner Linie treu und stellt unter anderem nach wie vor die Staatslimousine von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jetzt zieht Daimler nach und legt mit dem Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic eine Panzerversion der S-Klasse nach.

Das ist erst mal eine Absage für die gepanzerte Mercedes G-Klasse, die auch weiterhin nur als Normalfahrzeug verfügbar ist. Vom Vorgänger der Generation Mercedes W 463 hatte es lange Jahre Panzerversionen gegeben, die sich als Begleitfahrzeug von Personenschutzkolonnen und Schutzmodell für Armeen und Spezialeinsatzkommandos einen Namen machten. (Gepanzerte Limousinen: So geschützt fahren Trump, Putin, Merkel & Co. in ihren Autos)

Ein Mercedes S 680 Guard 4Matic
Der Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic hält einiges aus – die Höchstgeschwindigkeit ist aber auf 190 km/h limitiert. © Mercedes-Benz

Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic: Schwer gepanzert, extrem teuer

Zukünftig setzt Daimler bei den Panzerfahrzeugen allein auf seine S-Klasse. Das neue Modell ist ausschließlich mit langem Radstand und dem 450 kW / 612 PS / 830 Nm starken V12-Turbotriebwerk des Maybach zu bekommen. Eine speziell verlängerte XXL-Version wie der Pullman Guard des Vorgängers soll es aber nicht mehr geben. Dafür bietet nun auch Mercedes-Benz seine gepanzerte S-Klasse mit dem überfälligen Allradantrieb an, der ab Werk bisher nur beim Audi A8 und dem mittlerweile ausgelaufenen VW Phaeton verfügbar war und sich wegen der Dynamikvorteile großer Beliebtheit bei Personenschützern erfreute. (Gepanzerter BMW X7: Von außen ganz normal, doch dieses SUV hält Handgranaten stand)

Die Tür eines Mercedes S 680 Guard nach dem Beschuss
Kugelsicher: Selbst dem Beschuss durch Sturmgewehre mit Stahlhartkern-Munition hält der Mercedes-Benz S 680 Guard stand. © Mercedes-Benz

Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic: Höchstgeschwindigkeit auf 190 km/h limitiert

„Der S 680 Guard 4matic ist eines der am stärksten kundenorientierten Produkte von Mercedes-Benz. Denn dieses Sonderschutzmodell stellt den Menschen und seine Sicherheit in den Fokus“, so Dirk Fetzer, Leiter Produktmanagement S-Klasse, „keine andere Serienlimousine erfüllt ebenso vollumfänglich die höchste Schutzklasse für Zivilfahrzeuge. Und gleichzeitig sind Qualität und Langlebigkeit dank umfangreicher Entwicklungs- und Erprobungsumfänge auf Serienniveau.“ Während die meisten Panzerfahrzeuge wegen Reifen mit entsprechenden Notlaufeigenschaften bei 210 km/h abgeregelt werden, ist bei der neuen Panzer-S-Klasse der Schutzstufe VR10 bereits bei 190 km/h Schluss mit dem Vortrieb. Achsen und Reifen des als Vier- und Fünfsitzer verfügbaren 4,2-Tonnen-Modells stammen dabei von der Vorgängerversion. Die maximale Zuladung liegt bei 660 Kilogramm. Die Schutzklasse VR10 erfüllt die höchste ballistische Prüfstufe für Zivilfahrzeuge und ist nicht nur gegen entsprechende Sprengladungen gesichert, sondern auch gegen den Beschuss mit Sturmgewehren mit Stahlhartkern-Munition. (Brabus-Invicto „Mission“: Warum diese gepanzerte G-Klasse eine Drohne an Bord hat)

Blick auf das zusätzliche Bedien-Panel in der Mittelkonsole des Mercedes s 680 Guard
Der Mercedes S 680 Guard hat einige Spezial-Funktionen an Bord – unter anderem eine Feuerlöschanlage. © Mercedes-Benz

Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic: Panzerung von außen kaum zu erkennen

Wurden bisher die entsprechenden Schutzmaterialien bei den Panzerlimousinen von Mercedes in die Serien-Rohbaustruktur integriert, wurde beim neuen S Guard erstmals ein spezifischer Panzerrohbau aus Schutzelementen entwickelt. Die Insassen sitzen dabei in einer maximal geschützten Zelle, was jedoch nur Experten auffallen dürfte, denn von außen sieht der Mercedes S 680 Guard beinahe aus wie eine ganz normale S-Klasse. Optische Unterschiede sind auf den zweiten Blick nur bei den zentimeterdicken Scheiben und den Reifen mit Pax-Notlaufsystem von Michelin zu erkennen.

Das halb heruntergelassene Fenster eines Mercedes S 680 Guard 4matic
Von außen ist die Panzerung dem Mercedes S 680 Guard kaum anzusehen – die dicken Scheiben zeigen jedoch, was er aushält. © Mercedes-Benz

Mercedes-Benz S 680 Guard 4Matic: Feuerlöschanlage und Notfall-Frischluftsystem

Neben den unsichtbaren Panzerelementen ist der transparente Bereich der Scheiben ein wesentlicher Bestandteil des Schutzkonzepts. Material und Dicke des mehrlagigen Scheiben-Sandwichs entsprechen den Anforderungen der Klassifizierung VR10. Auf der Innenseite sind die Scheiben mit einem Polycarbonat-Splitterschutz beschichtet. Auf Wunsch gibt es im 390 Liter großen Laderaum einen vom Innenraum aus nutzbaren Kühlschrank. Neben der Panzerzelle gibt es faustdicke Glasscheiben und Fensterheber mit hydraulischer Notfunktion.

Zu den weiteren Sonderausstattungen zählen unter anderem eine Feuerlöschanlage sowie ein Notfall-Frischluftsystem, das Insassen vor eindringendem Rauch oder Reizgasen schützt und mit Frischluft versorgt. Da die meisten Fahrzeuge in den Dienst von Behörden, Regierungen oder Königshäusern gehen, sind die Guard-Modelle mit Flashern, Signalanlage oder Funk ausgestattet. So viel Sicherheit hat natürlich ihren Preis, denn die Produktionszeit der schwer gepanzerten Mercedes S-Klasse liegt bei 51 Tagen. Der genaue Kaufpreis steht noch nicht fest – er soll jedoch bei rund 500.000 Euro liegen. (Von Stefan Grundhoff/press-inform)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare