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Seltener McLaren F1 wird versteigert – sein Schicksal lässt Auto-Fans nicht kalt

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Von: Marcus Efler

Ein seltener McLaren F1 kommt in Pebble Beach unter den Hammer. Der erwartete Preis ist ebenso verrückt wie das Schicksal, das dieses Auto erfahren musste.

Pebble Beach (Kalifornien) – Die nach Bitcoin zweitbeste Art, ohne Arbeit zum Multimillionär zu werden – aber dabei mehr Spaß zu haben? Man kaufe ein sehr teures Auto und verkaufe es wieder. Natürlich, siehe Bitcoin, zum richtigen Zeitpunkt. Dieser ist jetzt offenbar für den anonymen Besitzer eines McLaren F1 gekommen. Der Amerikaner (so viel ist bekannt) beauftrage das Auktionshaus Gooding & Company, den Dreisitzer auf der Pebble Beach Car Show im August zu versteigern. (McLaren Senna Can-Am: Darum kostet dieser Supersportler mehr als drei Millionen US-Dollar)

McLaren F1 wird versteigert – sein Schicksal erschüttert Auto-Fans

Der derzeitige Halter hatte den Straßensportler des britischen F1-Rennstalls und Kleinserien-Herstellers McLaren seinerseits von einem japanischen Vorbesitzer gekauft. Dass der damit schon ein gutes Geschäft gemacht hat, darf angenommen werden: Bei seinem Debüt 1993 kostete der Supersportwagen 1,5 Millionen D-Mark, also etwa 767.000 Euro. Damals galt das als extrem viel Geld – selbst für so ein Über-Auto. Doch der Renner mit bis zu 680 PS starkem BMW-V12 wurde bis 1997 insgesamt nur 106-mal gebaut. 78 Exemplare erhielten eine Straßenzulassung, 28 wurden zu GT1-Rennwagen für die FIA-GT-Meisterschaft. (Teure Supersport-Legende: McLaren F1 kostet „zwei Milliarden“ – aber in Pennies)

McLaren F1, stehend
So gut wie neu: Dieser seltene McLaren F1 in Braun wird versteigert. © Mike Maez/Gooding & Company

McLaren F1 wird versteigert: Das erste Auto mit Carbonfaser-Karosserie

Für eine weitere Verknappung des Angebots sorgte der damalige BMW-Chef Bernd Pischetsrieder, als er sich mit einem Exemplar dieses (nicht mit ABS ausgerüsteten) Typs auf einer bayerischen Landstraße überschlug. Pischetsrieder, seine Frau und ein dritter Insasse wurden leicht verletzt. Der von Formel-1-Designer Gordon Murray entwickelte Flügeltürer, das erste Serienauto mit einer Monocoque-Karosserie aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff, erlitt Totalschaden. (McLaren 765LT brennt plötzlich lichterloh – wo er steht, wird es richtig gefährlich)

McLaren F1 mit geöffneter Heckklappe
Hingucker: Der Mittelmotor sitzt direkt hinter den Insassen, im Heck bollert die Abgas-Anlage © Mike Maez/Gooding & Company

McLaren F1 wird versteigert: Auto soll 15 Millionen US-Dollar einbringen

Dem Besitzer des 1995er-Pebble-Beach-Exemplars im exklusiven Farbton „Creighton Brown“, Produktionsnummer 029, dürfte der Wagen wohl mehr Segen bringen: Der Auktionator peilt einen Erlös von unwirklichen 15 Millionen US-Dollar an, also über 12 Millionen Euro. Das aber ist es nicht, was Fans in Foren erzürnt – sondern die Laufleistung. Die beträgt nämlich nur 387 Kilometer. Weder der erste noch der zweite Besitzer hatten das Traumauto richtig bewegt, sogar die originalen Reifen des Typs Goodyear Eagle F1 sitzen noch mit viel Profil auf den Felgen. So viel zum eingangs erwähnten Spaß. „Das macht mich traurig“, postete ein Sportwagen-Fan, „dass so ein Auto nur in der Garage steht.“ Ob sich das ändert mit einem Besitzer, der den Preis einer ganzen Jacht dafür bezahlt, ist fraglich.

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