1. 24auto
  2. News
  3. Faszination

Teure Supersport-Legende: McLaren F1 kostet „zwei Milliarden“ – aber in Pennies

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Kommentare

Ein roter McLaren F1
Dieser rote McLaren F1 aus dem Jahr 1995 steht aktuell in den USA zum Verkauf. © Instagram (issimiofficial)

Dass ein McLaren F1 zum Verkauf angeboten wird, ist extrem selten – doch ein Händler in den USA hat nun ein ganz besonderes Kult-Exemplar im Angebot. Für einen Wahnsinns-Preis.

Woking – Den Begriff des automobilen Meilensteins sollte man sparsam verwenden – doch beim McLaren F1 gibt es darüber wohl keinen Streit: Sein Platz im Olymp der legendären Supersportwagen ist dem Briten sicher. Vorgestellt wurde das Auto der Superlative im Jahr 1992 – zu einem damals extremen Preis: rund 1,5 Millionen D-Mark.

Heute werden die seltenen Exemplare für ein Vielfaches davon in Euro gehandelt. Denn der McLaren F1 wurde offiziellen Angaben zufolge – inklusive GT1-Rennversionen und Prototypen – nur 106-mal gebaut. Die Zahlen, wie viele Exemplare als straßenzugelassene Versionen verkauft wurden, schwanken zwischen 64 und 78. Jedenfalls sind es extrem wenige. Doch für gut betuchte Autosammler gibt es nun eine rare Gelegenheit: Bei dem auf wertvolle Luxus-Klassiker spezialisierten Händler Issimi steht ein ganz besonderer McLaren F1 zum Verkauf. (McLaren Elva im Test: Der Bolide hat weder Dach noch Windschutzscheibe – aber 815 PS)

Teure Supersport-Legende: McLaren F1 kostet „zwei Milliarden“ – aber in Pennies

Entwickelt wurde der F1 unter der Federführung des damaligen McLaren-Designchefs Gordon Murray (74), der inzwischen einen eigenen Supersportwagen auf den Markt gebracht hat – zuletzt präsentierte er davon ein dem dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda (70, † 2019) gewidmetes Sondermodell. Zur Zeit der Produktion galt der McLaren F1 als schnellstes Serienfahrzeug der Welt. Der Mittelmotorsportwagen ist mit einem 6,1-Liter-V12 von BMW ausgestattet, der – je nach Ausführung – bis zu 500 kW (680 PS) leistet. 1995 holte die Rennversion eines McLaren F1 sogar den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Verbaut wurde beim McLaren F1 so ziemlich alles, was zu dieser Zeit technisch möglich war. So besteht die Karosserie aus einem Monocoque aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK). Um noch mehr Gewicht zu sparen, wurden die Aufhängungen für Fahrwerk und Motor des McLaren F1 aus Aluminium und Magnesium gefertigt. Das Leergewicht des Fahrzeugs liegt – je nach Ausführung – zwischen gut 900 und maximal 1138 Kilogramm.

Außergewöhnlich ist beim McLaren F1 die Sitzposition des Fahrers: Er sitzt mittig im Auto. Diese Positionierung hat mehrere Gründe: Zum einen soll sie die Sicht und das Fahrgefühl des Piloten verbessern, zugleich aber auch die Gewichtsverteilung perfektionieren (zumindest, wenn keine Beifahrer an Bord sind). Der mittige Sitz hat aber noch einen technisch bedingten Grund: Er soll verhindern, dass der Fahrer mit dem Kopf an die seitlichen Dachholme stößt. Nach hinten versetzt sind rechts und links vom Fahrersitz zwei Beifahrersitze verbaut. Der McLaren F1 gehört damit zu den wenigen dreisitzigen Mittelmotorsportwagen der Welt. Statt normaler Türen hat der britische Supersportwagen Scherentüren. (Neuer McLaren Artura: Für einen Plug-in-Hybrid-Boliden ist der Brite erstaunlich ...)

Ein McLaren F1 (Symbolbild)
Ungewöhnlich: Im ultimativen 1990er-Jahre Supersportwagen McLaren F1 sitzt der Fahrer in der Mitte. (Symbolbild) © McLaren

McLaren F1 zu verkaufen: Eines von sieben in den USA neu ausgelieferten Exemplaren

Bei dem nun angebotenen McLaren F1 handelt es sich laut Anbieter um eines von nur sieben Fahrzeugen, die neu in die USA ausgeliefert wurden. Das rot lackierte Geschoss mit rot-schwarzem Interieur stammt aus dem Jahr 1995 und ist aktuell in den USA zugelassen. Auf Instagram hat der Anbieter ein Video des Fahrzeugs hochgeladen, das hier zu finden ist. Wie der Verkäufer betont, handele es sich um ein „hervorragend gewartetes“ Fahrzeug.

Ein technisch erstklassiger Zustand ist in diesem Fall Grundvoraussetzung, um kein finanzielles Desaster zu erleben. Denn bei einem McLaren F1 ist nicht nur der Kaufpreis exorbitant, sondern auch die Reparaturkosten. Schon allein der Unterhalt des Supersportwagens verschlingt Unsummen. In einem sehenswerten YouTube-Video, das hier zu finden ist, berichtet Bruce Weiner, Gründer des 2013 geschlossenen Microcar Museums in Madison, Georgia, von absurden Beträgen für die Wartung. Manche Teile des Fahrzeugs wie die Reifen oder die Kupplung (die angeblich nach nur wenigen tausend Kilometern ersetzt werden muss) müssen nach bestimmten Zeiträumen getauscht werden – egal ob man das Fahrzeug fährt oder nicht. Nach den Berechnungen von Bruce Weiner hätte ihn sein McLaren F1 pro Jahr rund 50.000 US-Dollar Unterhalt gekostet – auch wenn er das Fahrzeug dabei nicht einen Kilometer bewegt hätte.

McLaren F1 zu verkaufen: Ein Exemplar crashte einst Ex-BMW-Chef Bernd Pischetsrieder

Einer der bekanntesten McLaren-F1-Besitzer ist der US-Talkmaster und leidenschaftliche Autosammler Jay Leno (70). Wie viele der legendären Supersportwagen aus Woking inzwischen noch existieren, ist nicht bekannt. Einen McLaren F1 zerstörte beispielsweise im Juni 1995 der damalige BMW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder (72). Bei einer privaten Ausfahrt war er auf einer Landstraße in der Nähe von Rosenheim in einer Kurve von der Straße abgekommen. Das Fahrzeug erlitt dabei einen Totalschaden.

Über den Kilometerstand des nun zum Verkauf stehenden McLaren F1 verrät das Angebot nichts. Wie es dort heißt, habe das Auto „genug Kilometer zurückgelegt, um nutzbar zu sein“, was etwas seltsam klingt. Soll aber wohl heißen, dass das Auto nicht nur in der Garage stand. Wie viel der rote McLaren F1 kosten soll, verrät der Anbieter ebenfalls nur auf Anfrage. Doch im Video dazu ist davon die Rede, dass das Auto jeden Penny wert sei – „alle zwei Milliarden“. Klar ist, dass dieses Auto sicherlich kein Schnäppchen wird: Zuletzt versteigerte Spezialversionen des britischen Supersportwagens erzielten Preise von weit über zehn Millionen Euro.

Auch interessant

Kommentare